Beiträge von terriers4me

    Ich kann mich den anderen nur nochmal anschließen: geht ganz gründlich zum TA, wenn euch etwas wirklich seltsam und unerklärlich vorkommt, nicht bloß zu einem oberflächlichen Check. Diese "Angst vor Garnichts" entwickelt meine Hündin ganz massiv parallel zu einer Schilddrüsenproblematik. Seit die SD eingestellt ist, hat sich alles weitgehend wieder normalisiert.

    Ihre Vorgängerin zog sich plötzlich zurück, zeigte dieses merkwürdige Starren und dazu Symptome, die auf eine neurologische Erkrankung hindeuteten. TA sah kurz drauf, kassierte dann für diverse Tests und empfahl mir abschließend einen therapeutischen Trainer "weil Sie negative Schwingungen auf das Tier übertragen".

    Des Rätsels Lösung: Die Hündin wurde blind. Sobald sie damit klar kam, waren auch die "neurologischen" Symptome weg.

    Seit diesen Erfahrungen lass ich ein Tier erstmal körperlich ziemlich auf links drehen, bevor ich mich zufrieden gebe - das kann einem wirklich eine Menge Umwege ersparen.

    Oh ja, das ist viel zu viel für das Alter, vor allem dann, wenn der Hund an sich schon temperamentvoll ist. Da ist es kein Wunder, dass sie zwanghaft scharrt - sie versucht, diese Überdosis an Input irgendwie körperlich abzureagieren, bevor es in ihrem kleinen Hundehirn einen Kurzschluß gibt.

    Ich denke, wenn ihr das jetzt merkt und gegensteuert, wird sich die Scharrerei mit der Zeit auch wieder legen - das ist dann wohl wirklich ein Zeichen von "Hilfe, ich komme nicht zur Ruhe!"

    Meine sehr temperamentvolle Hündin hat in dem Alter immer dann gegraben, wenn sie Streß und Frust loswerden mußte. Zum Beispiel, wenn ich ihr Temperament an der Leine ausbremste, sie sogar stehenbleiben mußte: dann fing sie an, im Leerlauf auf dem Bürgersteig zu scharren.

    Also ein Übersprungsverhalten. Kann sein, dass eure Hündin das jetzt zeigt, um ihre Schmerzen "abzureagieren", kann aber auch sein, dass ihr im Moment irgend etwas anderes zuviel wird und sie das auf diese Weise "abarbeitet".

    Das ist absolut kein Welpe mehr, das ist ein Junghund, der schon einiges auspacken kann, das schwerer zu beeinflussen ist als bei einem unbedarften Baby. Wollt ihr das Risiko wirklich eingehen, auf unabsehbare Zeit? Er müßte ja im worst case bei euch bleiben, bis er vermittelt ist.

    Ganz ehrlich - ich würde es nicht tun, und schon gar auf so etwas Vages hin wie Fotos, die dich an deinen Ersthund erinnern. Warum willst du etwas, das so toll klappt, aufs Spiel setzen? Zumal dein lieber Rüde, gerade wenn er ein Terrier-Typ ist, auch noch einiges auspacken könnte, mit dem du jetzt nicht rechnest. Zum Beispiel heftige Aggressionen, wenn der Neue richtig erwachsen wird und ihm den Status streitig macht. Zwischen "Urlaub mit anderen Hunden in deren Revier verbringen" und "Rivalen dauerhaft im eigenen Zuhause dulden" liegt nämlich ein himmelweiter Unterschied.

    Sobald meine Hunde erwachsen sind, ist es allein ihre Angelegenheit, wann und wieviel sie pinkeln. Gelegenheit wird reichlich und praktisch jederzeit (Notfall-Hundeklo im Garten) geboten, wie sie sie nutzen, ist ihr Bier. Außer bei Welpen bin ich noch nie auf die Idee gekommen, das im Normalbetrieb irgendwie zu kontrollieren oder gar nach der Uhr zu regulieren. Es gab in Jahrzehnten auch keine einschlägigen Probleme, obwohl wir durchaus gern mal tierquälerisch lange schlafen.

    Ich mache, außer beim kranken Hund, nur eine Kontroll-Ausnahme: Wenn ich den Hund alle Jubeljahre mal irgendwohin mitnehme, lass ich ihn vorher ausgiebig pinkeln. Da ist ein entsprechendes Kommando, das sich in der Welpenzeit beim Stubenreinheits-Training ja fast von selbst mitergibt, echt praktisch.

    Aber generell: Wenn Hundehaltung so kompliziert wäre, wie das hier im Forum teilweise überkommt, hätte ich mir längst ein anderes Hobby gesucht.

    Man kann generell einiges erreichen - ich habe meiner extrem jagdtriebigen Terrierhündin mit drei Jahren beibringen können, friedlich mit freilaufenden Hühnern zusammenzuleben, obwohl sie zuerst vor Greifenwollen schier ausflippte. Das ist ziemlich die Königsklasse für so einen Hund, und sie unterscheidet immer noch "ihre" von "fremden" Hühnern. Bei jedem Neuzugang müssen wir die Spielregeln auffrischen, bis sie ihn akzeptiert hat.

    Da läge m.E. auch der Knackpunkt bei dem Hund, den du beschreibst: Generell katzenverträglich wirst du ihn sicher nicht mehr kriegen, aber schaffst du es, "seine" Katze als Tabu zu setzen?

    Ich denke, das wird sehr daran hängen, wie zugänglich, wie dir verbunden, wie an deinem Wohlgefallen interessiert dieser Hund ist und wie konsequent du vorgehst. Mit einem sehr sturen Vertreter, der dazu neigt, rücksichtslos sein eigenes Ding zu machen, würde ich das Risiko wohl nicht eingehen. Mit einem weicheren, zugänglicheren Tier würde ich es unter Umständen und größten Vorsichtsmaßnahmen versuchen.

    Ein großes Risiko ist es und wird es bleiben, so lange der Hund lebt, denn auch bei scheinbar friedlichem Zusammenleben kann ihn eine Bewegung der Katze jederzeit zum Jagen triggern - da gibt es wirklich - zig traurige Unfallberichte. In deinem Fall, bei zwei Hunden, hätte die Katze auch noch die Gruppendynamik gegen sich. Das ist schon sehr gefährlich.

    Psychologischer Vorteil wäre natürlich, dass die Katze zuerst da ist, also nicht in sein Revier kommt, sondern er in ihres. Ich würde ihn wahrscheinlich -zigfach gesichert und unter jeder nur erdenklichen Vorsichtsmaßregel mal probehalber mitnehmen und sehen, wie zugänglich er noch bleibt. Wenn ich das Gefühl hätte, er blendet mich komplett aus und ist unerreichbar, wäre mir meine Katze für weitere Versuche zu schade.

    Es gibt wirklich Hunde, die einfach keine Schmuser sind. Im Grunde ist diese ganze Knutscherei ja ohnehin ein Affen-Verhalten, das uns in den Genen steckt und das wir von einem Wesen abfordern ,das genetisch ganz anders gestrickt ist. Ich finde es immer erstaunlich, wie weit uns Hunde da entgegenkommen.

    Aber eben nicht alle. Meine Hündin war, anders als ihr gleichrassige und eng verwandte Vorgängerin, auch nie eine Schmuserin. Da hatte sie als Jugendliche einfach weder Lust noch Zeit und schüttelte sich schon ungeduldig und irritiert, wenn ich ihr mal über den Kopf strich. Ich wäre allerdings nie auf die Idee gekommen,das als Zeichen mangelnder Bindung zu sehen, denn sie hing von Anfang an sehr an mir. Sowas ist einfach einfach Charaktersache.

    Und es muß bei deinem Hund auch absolut nicht so bleiben. Wenn du ihm Zeit gibst und ihm nicht dauernd auf die Pelle rückst, kann es sehr gut sein, dass er mehr und mehr von selber ankommt. War bei meiner Hündin jedenfalls so, die weiß inzwischen ein nettes, ausgiebiges Bauchkraulen sehr zu schätzen. Aber sie mag eben nicht dauernd angefaßt werden. Das habe ich einfach als ihre persönliche Note zu respektieren gelernt, und unserer Bindung tut das keinerlei Abbruch.

    Ich würde mich da also nicht generell verrückt machen und dem kleinen Hund einfach Zeit geben. Ihr seid ja noch so neu miteinander, da kann noch sehr viel zwischen euch wachsen!

    Warum setzt du dich selbst denn so entsetzlich unter Druck? Kannst du nicht einfach mal tief durchatmen und dich an dem bezaubernden kleinen Hund freuen, ganz ohne pädagogisches Konzept und Alles-Richtig-machen-Wollen? Ein Welpe wird wirklich ganz wunderbar groß, wenn du nicht nonstop Erziehungsratgeber abarbeitest, sondern dich einfach mal auf eine Wiese setzt und an seiner naiven Entdecker Freude mitfreust.

    Versuch mal ,ein bißchen so unbefangen und freudig ans Neue ranzugehen ,wie es jeder Welpe tut - davon habt ihr beide wirklich eine Menge mehr.