Beiträge von terriers4me

    Da steht das hier in der Rassebeschreibung:

    "Von sehr ausgeprägten Temperament, lässt sich gut von seinem Herrn führen, sehr intelligent und sehr aufnahmefähig."

    Und der sehr gut über Gehorsam führige HSH meiner Freundin ist ein Cao da Serra da Estrela, also durchaus vergleichbar. Meiner Freundin wurde übrigens erzählt, die portugiesischen Hüte- Treib und Herdenschutzhunde wären generell in der Führigkeit näher an Schäferhunden als an den ganz eigenständigen HSH-Schlägen, weil sie oft kombiniert arbeiten, also z.B. Treiben plus Schützen, und daher kooperativer sein müssen.

    Das wären für die TE doch schon mal gute Voraussetzungen!

    Das mit Sicherheit - aber um Führung dürfte es in beiden Fällen gehen.

    Und wenn du auf den ganz andere Hundetyp rauswillst: Ich habe eine Freundin mit einem HSH, der ebenfalls jederzeit ihr Wort dafür nimmt, dass Besucher auch im eigenen Territorium "okay" sind. Und auch dieser Hund ,der ihr etwa einjährig in Spanien zugelaufen ist, steht generell sehr gut im Gehorsam, darauf hat sie von Anfang an sehr geachtet. Natürlich auf eine andere Art, da ist noch weniger mit Abfragen und noch mehr mit Überzeugen, aber das Ergebnis ist schon sehr eindrucksvoll. Und das Grundprinzip ist das Gleiche wie bei "meinem" Schäferboxer": Mensch regelt und zeigt das auch.

    Ich bin mir also ziemlich sicher, dass das bei jedem Hundetyp klappen kann - wenn man als Mensch wirklich führen, sprich: Verantwortung übernehmen will.

    Meiner Erfahrung nach kann man da über reinen Gehorsam viel erreichen. Ich hatte früher als Sitterhund einen Boxer-Schäferhund, der ohnehin schon enorm wachsam war, zusätzlich aber auch noch ein Rudel (Hündin/Tochter) unter seiner Aufsicht hatte. Der konnte schon sehr knackig werden. Er war allerdings, im Gegensatz zu deinem Junior, ein sehr souveräner, insgesamt eher gelassener Hund.

    Bei dem wurde sehr darauf geachtet und geübt, dass er im Alltag sehr gut gehorchte, also ungerührt bei Fuß ging, was immer auch passierte (er hatte drei Jahre in der Großstadt gelebt), sich zuverlässig abrufen ließ, auf Ansage zu bellen aufhörte, sich auf Kommando zuverlässig hinlegte und am Platz blieb - also die ganz simplen Basics.

    Was dazu führte, dass dieser sehr engmaschig geführte Hund in zweifelhaften Situationen immer zuerst zu seinen Menschen sah und seine Reaktion auf ihre ausrichtete. Begrüßten wir einen Besucher, war der okay. Der Hund blieb zwar erstmal distanziert und taute erst allmählich auf, hielt aber Abstand, zeigte keinerlei aggressives Benehmen und überließ alles seinen Bezugspersonen. War er aber allein auf dem Grundstück, traf er die Entscheidungen auch allein, und es wäre nicht besonders ratsam gewesen, ihm da in die Quere zu kommen.

    Will sagen: Du kannst einem Hund über recht straffe Führung in allen Lebenslagen auch sehr viel Sicherheit vermitteln, und vor allem das Basiswissen, dass DU die Entscheidungen triffst, nicht er. In jeder Situation. Dass er dich im Notfall nicht verteidigen würde, brauchst du trotzdem nicht zu befürchten - wann es ernst wird, erkennt ein souveräner Hund sehr genau.

    https://www.bundestag.de/resource/blob/…18-pdf-data.pdf

    Da ist ein bißchen Statistik, an der auffällt, dass die meisten "räuberischen" Angriffe in Regionen passiert sind, in denen die Wölfe garantiert nicht habituiert oder angefüttert sind und regelmäßig bejagt werden. Sie tun's also auch als völlig "wilde" und sogar verfolgte Tiere.

    Wie sie sich in ein paar Generationen in einem Umfeld verhalten werden, in dem sie vom Menschen, vermutlich das erste Mal in Jahrtausenden, nicht das Geringste zu fürchten haben, wird der große Freilandversuch zeigen, an dem wir gerade alle teilnehmen dürfen.

    Wenn du ganz, ganz penibel sein willst, steck auch noch eine kleine Krallenzange ein - ich hab schon mehrmals nach langen Über-Stein-Tobereien gesplitterte Spitzen abkneifen müssen, damit die Kralle nicht reißt - aber das fällt dann wirklich schon unter totalen Perfektionismus!

    Aber es ist tatsächlich so: an den Hundepfoten hängt letztlich der Urlaub. Gehen die kaputt, kannst du das Wandern echt vergessen. Jedenfalls ohne Schuh.

    Es tut mir schrecklich leid, aber zu vergeben hast du dir wirklich nichts. Du hast an jedem Punkt dein Bestes für deine Hündin getan und ihr zum Schluß aussichtslose Leiden und Qualen erspart, obwohl das so hart für dich war. Mehr geht schlicht nicht. Du hast sicher jeden Grund zur Trauer, aber keinen für Selbstvorwürfe.