Beiträge von terriers4me

    Für mich liegt da ein Kardinalproblem, dass auch sehr gute Tierschützer oft die beteiligten Menschen völlig aus den Augen verlieren und bereit sind, die Wahrheit absolut zu biegen - wenn's in ihren Augen dem Wohl des Hundes dient, das ja allem vorgeht.

    Ich hatte lange eine Bekannte, von der ich auch heute noch sagen würde, dass sie absolut vorbildlichen Hundeschutz betreibt. Was die Tiere angeht, alles ein absoluter Traum.

    Die versuchte dann vor ein paar Jahren, mir einen, sagen wir: etwas problematischen AmStaff aufs Auge zu drücken, nur leider, wie sich dann gottseidank noch rechtzeitig herausstellte, unter sehr falschen Voraussetzungen. Da galt nur das Argument: "Aber der Hund hätte es doch gut so bei Ihnen, das hat er einfach verdient!"

    Als ich dann, mit Bedauern, aber es ging einfach nicht anders, die Notbremse zog, bekam ich eine Mail, in der wörtlich stand: "Egoisten wie Sie sind der Grund, aus dem wohlmeinende Menschen am Tierschutz verzweifeln."

    Wenn das Granulat schon so fein und aufgeschlossen ist, müßte doch alles super sein?

    Entschuldigt, wenn ich allzublöd nachfrage, aber von Gemüsepulver hatte ich bisher noch nie gehört und wüßte jetzt wirklich gern, wo da die Vorteile liegen.

    Was Erbsen angeht: Meine vorherige Hündin war regelrecht versessen drauf, ihre Nachfolgerin sortiert sie säuberlich aus, wenn sie nicht püriert sind. Blährungen habe beide davon bekommen, insofern sind sie hier vom Speiseplan gestrichen.

    Wahrscheinlich eine saublöde Frage, aber: Wäre eine gut verträgliche Gemüsemischung, eingeweicht und dann einfach püriert, nicht dasselbe? Oder hat Gemüsepulver noch irgendwelche besonderen Eigenschaften?

    Meine Terrierhündin war in jungen Jahren sehr ähnlich - sobald sie andere Hunde begrüßen durfte, ging erstmal das Temperament komplett mit ihr durch. Ich hab da, ehrlich gesagt, gar nichts gestaltet, und die Hunde das selber regeln lassen. Auch wenn's verpönt ist, und auch auf die Gefahr hin, dass sie echt eins auf den Deckel kriegt.

    Hat sie aber niemals. Sie war mit 14 anderen Hunden jeden Alters großgeworden und konnte phänomenal gut wahrnehmen und sich danach richten, wo bei den Begrüßten jeweils die Grenze war. Das hätte ich im Leben nicht so managen können.

    Insofern habe ich ihr diese Kommunikation schon selbst überlassen ,auch wenn es oft wüst aussah. Das Übertreiben hat sich dann total ausgewachsen, als sie körperlich und geistig erwachsen wurde. So etwa mit drei Jahren begrüßte sie andere Hunde immer noch freudig, aber völlig ohne diesen extremen Überschwang, es sei denn, sie traf die allerbesten Freunde, die ähnlich drauf waren. Aber insgesamt war's tatsächlich nur eine Phase und legte sich mit zunehmendem Alter.

    Geachtet habe ich immer auf zwei Dinge: Einmal haben wir sehr, sehr viel an einem guten Abruf gearbeitet, so dass ich sie zu mir holen und runterkühlen konnte, wenn sie bei Gruppentobereien ins Jagen zu kippen drohte.

    Zum anderen habe ich sie niemals entweder selbst mit Schleppleine losgeschickt oder sie Kontakt mit einem Hund haben lassen, der an einer hing. Die Dinger sind gerade bei solchen reaktionsschnellen Flitzern und schnellen Bewegungen wirklich brandgefährlich.

    Bei meiner Terrierhündin war der Jagdtrieb wohl schon bei der Geburt voll entwickelt - die war jedenfalls mit zwölf Wochen eisern entschlossen, ihre Milchzähnchen in einer flüchtenden Wildsau zu versenken, die zum Glück vor mir abhaute. Da war also nie ein Zweifel, was ansteht - was aber auch den Vorteil hatte, dass man schon in sehr frühem Alter gezielt dran arbeiten konnte.

    Von Spuren läßt sie sich bis heute jederzeit tadellos abrufen, sehe ich das Wild zuerst, kann ich sie ebenfalls gut stoppen - nur wenn uns was unerwartet direkt vor die Nase springt, ist Ende.

    Daher läuft sie in Gebieten, in denen es kritisch werden kann, grundsätzlich an der langen Leine. Empfinde ich nicht weiter als Einschränkung, ich hab ja vorher gewußt, wer da zu mir kommt. Erwischt oder gar getötet hat sie in zehn Jahren einmal eine junge Ratte beim Buddeln, sonst nix.

    Interessiert ist sie immer noch am meisten an Sauen, da konnten wir den Profijägern schon öfter einen Tip geben, wo die gerade stehen. Die Hauptbegabung hat sich also schon sehr früh gezeigt.

    Meine jetzige Hündin ist in Jahrzehnten mit eigenen und Sitterhunden die einzige, die ich schlicht ergreifend nicht leinenführig bekommen habe. Nicht, dass sie nicht eigentlich genau wüßte, was da von ihr verlangt wird, und das nicht auch tadellos hinkriegen könnte - aber sobald ein Außenreiz zu stark ist, zum Beispiel eine Katze den Weg kreuzt, explodiert sie schlicht und ergreifend, und ich kann sie nur noch festhalten.

    Ich habe, in den inzwischen zehn Jahren, die wir zusammen sind, da schlicht resigniert. Sie ist eben so schlecht im Leinengehen wie ich in Mathe. Oder ich bin einfach zu blöde, immerhin ist sie bei mir, seit sie acht Wochen alt ist. Gibt also keine Ausrede. Damit muß ich leben, und seit ich das akzeptiert habe, läuft es komischerweise wesentlich besser.

    Aber wenn ich das hier so lese, sollte ich das vielleicht anders handeln und angesichts hochgezogener Augenbrauen und pieksender Kommentare ("Früher hattest du doch immer so gut erzogene Hunde?!") von jetzt an mit wichtiger Miene sagen: "Issn Terrier. Die kann man eben nicht erziehen!"

    Es hat über all diesen Riesenthread auch nirgendwo jemand behauptet, dass "überall nur" Katatstrophen aus dem TS rumlaufen.

    Die Tatsache allerdings, wie viele Katastrophen so ziemlich jeder Hundehalter landauf, landab persönlich erlebt hat, sollte einem schon zu denken geben. Die Zahl der Auslandshunde, die wieder im TH, entlaufen und verunglückt oder sonstwo in einem ungewissen Schicksal enden, ebenso.

    Mit dem "ungewissen Schicksal" meine ich sowas - wobei es hier für den Hund noch gut ausging:

    http://www.hundshuus.de/hundevermittlung/index.html

    Man beachte bitte, dass diese jahrzehntelang erfahrene, wirklich kompetente und seriöse Hundevermittlerin die Anzahl solcher Schicksale mit "Tausenden" einschätzt, nicht mit "ein paar Ausnahmen".

    Wenn sich all das so offensichtlich so dermaßen häuft, wenn dann auch noch nur zu häufig eigenen abschreckende TS-Erfahrungen dazukommen, dann ist wohl der Schluß erlaubt, dass es sich da nicht um die berühmten schwarzen Schafe handelt, sondern irgendwas im "Jeder kann jederzeit Hunde importieren und vermitteln"-System generell nicht stimmt.