Beiträge von terriers4me

    Vinimaus hat absolut recht, dein Gefühlskuddelmuddel ist sowas von verständlich. Ich kann es um so mehr verstehen, als ich es mal geteilt habe: Nachdem mein wunderbarer Airedale vierjährig vergiftet wurde, wollte ich allen Ernstes keinen Hund wieder. Absolut nicht. Ich hatte das Gefühl, sowas ertrage ich nicht nochmal, und schon das Risiko ist mir zuviel.

    Mich hat dann eine Freundin "gerettet", die mich offenbar besser kannte als ich mich selbst und mir mit den coolen Worten "Überleg eine Woche. Wenn du die nicht willst, nehm ich sie," einen entzückenden jungen Jack Russell einfach buchstäblich auf die Türschwelle setzte. War auch insofern clever, als sich da jeder Vergleich verbot: Ich war immer ein Große-Hunde-Typ gewesen und hatte so einen Zwerg höchstens als Zweithund in Betracht gezogen.

    Natürlich brauchte das Kümmelchen keine Woche, um mich komplett um die kleine weiße Pfote zu wickeln, und ich war bald sowas von froh ,dass ich nicht abgeblockt, sondenr mein Herz wieder geöffnet hatte. Als ich auch diesen Hund zehn Jahre später verlor, hatte ich von ihr etwas sehr Wertvolles gelernt: Es ist tatsächlich die Liebe, die bleibt und weitergeht. Und die einen, so verrückt das klingen mag, noch fester an das verstorbenen Tier bindet, wenn man sie weitergeben kann. Irgendwie ist dann etwas noch - oder wieder - da, und das ist einfach ein sehr schönes Gefühl - so, als ob die Verbindung eben doch über den Tod hinausginge. Wenn ich meine jetzige Hündin ansehe, sehe ich auch Kümmel in und bei ihr, und das ist schon sehr schön, ein Gefühl, als sollte das so sein.

    Ich will dich wirklich absolut nicht belabern, schon mal gar nicht an so einem Tag, und Entscheidungen müssen ohnehin reifen, aber das eine sage ich doch nochmal: Ihr habt, gerade dank allem, was der kleine Monk euch hinterlassen hat, so enorm viel zu geben - es wäre schon schade, das nicht zu nutzen.

    Heute mußte ich auch an den größten kleinen Chi denken - alles Gute für euch!

    Und, auch wenn ich weiß, dass du das nicht hören willst: Aus jeder deiner Zeilen liest man, wieviel Liebe dieser Zwerg hinterlassen hat. Die sollte einfach nicht "brachliegen", es wäre so schade darum. Macht ein anderes Tier damit glücklich, auch für ihn - und für euch selbst!

    Ich habe meinen Vierkilowelpen mit acht Wochen ganz schnell umgestellt, von Trockenfutter (ich glaube, es war Reiko) plus ein bißchen Frischfleisch auf Fleisch/Getreideflocken/gedünstetes Gemüse und so Beigaben wie Eier, Quark, mal Essensreste, mal eine Dose - also eigentlich aufs Allesfressen.

    Die ersten Tage gab's das (Geflügel)fleisch noch erhitzt, dann Rind, Lamm und Wild roh, und der kleine Hund hatte null Probleme. Im Gegenteil: Die Blähungen, die er mitgebracht hatte, verschwanden, als es kein Trofu mehr gab.

    Meine alte Hündin kriegte diese Probleme plötzlich ganz massiv, eine Entzündung, Schwellung und Zwischenzehenzyste nach der anderen. Die war nur noch am Humpeln. Wir haben uns zunächst nach Verletzungen und Fremdkörpern dumm und dämlich gesucht, geröntgt, geschmiert, verbunden, gebadet - ergebnislos. Es kam immer wieder. Am Ende lag es an ihrer Stoffwechselkrankheit und war ein Eisenmangelsymptom. Als sie gezielt substituiert wurde, war der Spuk sofort vorbei.

    Sowas halte ich bei einem gesunden jungen Hund zwar eher für unwahrscheinlich, aber wenn's hartnäckig wiederkommen sollte, würde ich vielleicht doch mal einen Blick aufs Blutbild werfen.

    Du mußt wirklich ganz schnell umdenken - du hast da keine Babys und keine Prinzessinnen, nichts nur Niedliches - du hast da zwei erwachsene Hündinnen, und wenn die sich einmal ernsthaft verkrachen, ist alles zu spät.

    Du musst jetzt wirklich enorm managen und bekommst ja zum Glück schon viele gute Tips. Dass die Neue blind ist, macht die Sache nicht leichter: für die ist der Lernprozeß sehr viel schwerer, und deine alte Hündin muß erstmal lernen, ihr manchmal etwas "anderes" Verhalten korrekt zu deuten und zu lesen.

    Da kann sehr, sehr vieles schiefgehen, und das ist dann bei Hündinnen leider kein Spaß, sondern bitterer Ernst. Da bist du jetzt echt gefragt.

    Spazierengehen kann einem blinden Hund übrigens genausoviel Spaß machen wie einem sehenden. Bis das soweit ist, kann es allerdings dauern (bei meiner erblindenden Hündin waren es sechs Monate) und du brauchst erstmal vorsichtiges, geduldiges Training. Leine ran und durch die Gegend ziehen ist da eher Katastrophe, zumal, wenn die Hündin eh nichts kennt - da kannst du sie in totale Panik stürzen.

    Für euch wäre es sicher ideal, wenn sie nach und nach lernte, sich an der sehenden Hündin zu orientieren - aber dafür müssen die beiden erstmal gut miteinander klarkommen.

    Das ist doch optimal - dann ab mit der Leine und nutze das. Soviel Folgsamkeit von Natur aus kriegst du nämlich nie wieder, also lob und belohne den Zwerg, sobald er zu dir zurückblickt oder gar kommt. Mach das für das Hündchen zu einer ganz tollen Sache, spiel mal das Spiel "ich rufe deinen Namen und laufe dann los" mit ihr. Sobald sie dich einholt, gibt's was Tolles. Du wirst sehen ,wie freudig sie bald angerast kommt. So kannst du wunderbar einen tollen Rückruf aufbauen, und der Welpe hält das für ein Spiel.

    Hier hast du meine Hündin im gleichen Alter - die kam auf "Komm!" geradezu geflogen, um ihre Belohnung abzugreifen, und hielt das für das tollste Spiel aller Zeiten.

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    Um die Knochen mußt du dir überhaupt keine Sorgen machen, solange du den Welpen sein eigenes Tempo gehen läßt, viele Pausen machst und das Ganze nicht über die Grenze hinaustreibst, an der er müde wird. Ich hab meinen kleinen Terrier notfalls einfach unter die Jacke gesteckt und zurückgetragen.

    Es geht viel mehr aufs Skelett, wenn der kleine Hund ständig gegen eine Leine arbeiten oder sein Tempo immer einem Menschen anpassen muß. Das muß man tatsächlich sehr dosieren, weil es eine unnatürliche Bewegung ist. Wenn er frei läuft, ist das anders, entspannter - und du sollst ihn ja (das kann man nicht oft genug sagen) keineswegs "auspowern", du sollst ihn einfach Stück für Stück in seinem Tempo die Welt entdecken lassen.

    Wenn du mit einem Welpen unterwegs bist, bedeutet das ja absolut nicht, dass du ihn ständig "auspowerst" oder auspowern solltest. Das ist tatsächlich Gift. Du sollst ihn in Ruhe, frei und möglichst an ruhigen Plätzen wie Wald und Feld, seine Umgebung in seinem Tempo erkunden lassen, und wenn er dann auch mal kräftig kaspert, gehört das dazu.

    Das gibt einen völlig anderen Seelenzustand, als wenn du ihn an der Leine von Reiz zu Reiz führst, so vom Toben zum Bach zum Besuch. Das ist eine Menge Input, aber eben nicht in seinem eigenen Tempo, und dass er davon Spannung aufbaut, die irgendwann raus muß, kann man sich gut vorstellen.

    Wenn du wirklich keinen Ort zur Verfügung hast, an dem ein Welpe dieses Alters frei laufen kann, an dem ihr euch beide auch mal in Ruhe hinsetzen könnt, finde ich das echt schwierig - das gehört eigentlich unbedingt dazu.

    Und laßt sie BLOSS nicht angeleint mit anderen Hunden toben, nie - das ist saugefährlich! Da zieht sich ganz schnell mal eine Schlinge zu, und das Welpenbein ist gebrochen. Es reicht schon für eine ganz üble Situation, wenn die Hunde bloß mit den Leinen aneinander hängenbleiben. Glaub mir, das sind Erfahrungen ,die du deinem Welpen nicht zumuten möchtest.