Vinimaus hat absolut recht, dein Gefühlskuddelmuddel ist sowas von verständlich. Ich kann es um so mehr verstehen, als ich es mal geteilt habe: Nachdem mein wunderbarer Airedale vierjährig vergiftet wurde, wollte ich allen Ernstes keinen Hund wieder. Absolut nicht. Ich hatte das Gefühl, sowas ertrage ich nicht nochmal, und schon das Risiko ist mir zuviel.
Mich hat dann eine Freundin "gerettet", die mich offenbar besser kannte als ich mich selbst und mir mit den coolen Worten "Überleg eine Woche. Wenn du die nicht willst, nehm ich sie," einen entzückenden jungen Jack Russell einfach buchstäblich auf die Türschwelle setzte. War auch insofern clever, als sich da jeder Vergleich verbot: Ich war immer ein Große-Hunde-Typ gewesen und hatte so einen Zwerg höchstens als Zweithund in Betracht gezogen.
Natürlich brauchte das Kümmelchen keine Woche, um mich komplett um die kleine weiße Pfote zu wickeln, und ich war bald sowas von froh ,dass ich nicht abgeblockt, sondenr mein Herz wieder geöffnet hatte. Als ich auch diesen Hund zehn Jahre später verlor, hatte ich von ihr etwas sehr Wertvolles gelernt: Es ist tatsächlich die Liebe, die bleibt und weitergeht. Und die einen, so verrückt das klingen mag, noch fester an das verstorbenen Tier bindet, wenn man sie weitergeben kann. Irgendwie ist dann etwas noch - oder wieder - da, und das ist einfach ein sehr schönes Gefühl - so, als ob die Verbindung eben doch über den Tod hinausginge. Wenn ich meine jetzige Hündin ansehe, sehe ich auch Kümmel in und bei ihr, und das ist schon sehr schön, ein Gefühl, als sollte das so sein.
Ich will dich wirklich absolut nicht belabern, schon mal gar nicht an so einem Tag, und Entscheidungen müssen ohnehin reifen, aber das eine sage ich doch nochmal: Ihr habt, gerade dank allem, was der kleine Monk euch hinterlassen hat, so enorm viel zu geben - es wäre schon schade, das nicht zu nutzen.