Beiträge von terriers4me

    Wir drücken alle Daumen und Pfoten für Loki und hoffen ,dass es so gut ausgeht wie bei uns. Meine Hündin hatte ja vor ein paar Wochen einen ziemlich schnell wachsenden, festen, dunklen Knoten auf den Rippen ,so hart, dass er nicht punktierbar war und die TÄ sich nicht drauf festlegen wollte, dass das harmlos war. Kam also raus, mit entsprechenden Zittern meinerseits. Erwies sich dann als - hoffentlich schreib ich das jetzt richtig - Pilomatrixom, ein gutartiger Hauttumor, zu dem gerade Terrier wohl verstärkt neigen.

    Könnte also gut sein, dass auch Loki sowas hat - wir drücken jedenfalls ganz fest für was ebenso Harmloses!

    Das, was Biff und Jonah da schildern, meine ich mit dem Vergnügen am Welpen: Es ist einfach zu süß und macht so Spaß, einfach nur mit von der Partie zu sein, wenn sie die große weite Welt entdecken. Das würde ich zum Beispiel als Geschenk annehmen und mich lieber zusammen mit dem Hündchen darauf einlassen, als an irgendwas zu denken ,was wir eigentlich gerade abarbeiten müssen. Und die Bindung stärken solche gemeinsamen Abenteuer ganz ungemein.

    Es gibt natürlich Grenzen: Als Fräulein Terrier hier mit zwölf Wochen beschloß, mit ihren Milchzähnchen ganz ernsthaft auf Wildschweinjagd zu gehen, habe ich mich weniger mitgefreut. Da kam dann doch mal ganz deutlich "Ernst des Lebens" auf dem Plan - aber da waren wir längst dick genug miteinander, dass es der Freundschaft keine Abbruch tat.

    Hundeliteraur lesen ist ein Supervergnügen ,mach ich auch gern .Aber nimm es als das und nicht als irgendwas ,das verbindlich ist und abgearbeitet werden muß. Nach mehr als 45 Hunde- und Bücherjahren kann ich dir wirklich aus Erfahrung sagen ,dass da die Moden so schnell wechseln wie bei Klamotten - was heute der letzte Schrei ist, gilt in fünf Jahren eh wieder als überholt.

    Es ist eigentlich alles ganz, ganz viel unkomplizierter: man läßt sich aufs Hündchen ein und nimmt, was man da geschenkt bekommt. Im Schenken und Anbieten sind Hunde Meister, genau das ist das Geheimnis ihres weltweiten Erfolges.

    Bindung zum Beispiel ist nichts, woran du sozusagen schweißüberstömt und ernsthaft "arbeiten" mußt. Die ganz große Bereitschaft dazu bringt dein Hund schon mit (sonst wär er kein Hund geworden), und alles andere entwickelt sich einfach aus dem täglichen Zusammensein, in jeder Minute des Tages. Es wächst sozusagen organisch, wie eine Pflanze. Die kannst du natürlich pflegen ,gießen und düngen - aber sie wird nicht schneller, wenn du verbissen dran ziehst.

    Darf ich mal ehrlich interessiert fragen, was ein "Bindungsspaziergang" ist? Und warum man den nach Zeitplan abarbeiten muß?

    Ansonsten finde ich, dass die Lütte sich total normal benommen hat - die ersten Spaziergänge meines Welpen haben größtenteils daraus bestanden, dass ich am Waldrand gesessen habe und sie um mich rum geschnüffelt und jeden Grashalm entdeckt hat. Hier am allerersten gemeinsamen Ausgang, mit acht Wochen:

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    Wenn es dem Hündchen reichte, kam es irgendwann zurück, setzte sich zu mir, und wir haben uns noch ein bißchen die Gegend angesehen. Auch das hier ist am allerersten Tag draußen:

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    ...und dann sind wir laaangsam zum Auto zurückgetrödelt. Oder ich hab die Kleine getragen, wenn sie schon müde war. Mehr fand da erstmal nicht statt, und einen Zeitplan hatten wir auch nicht. Wir haben dann einfach peu a peu und nach der Vorgabe des Welpen den Radius ausgeweitet, bis wir bei richtigen Spaziergängen angekommen waren.

    Ignorier das Gequake. Sieh zu, dass sie was zum Kauen (also zum Abreagieren) in Reichweite hat und leb deinen Alltag einfach weiter, notfalls mit demonstrativer Langweiligkeit. Sie darf dabei sein, kriegt aber keine Allround-Extra-Bespaßung. Das wird sie ziemlich bald kapieren und sich zwischendurch auch mal hinlegen.

    Du darfst nur nicht in die Falle laufen, dich dauernd mit ihr zu beschäftigen und dadurch eine ewige Erwartungshaltung zu wecken. Mal ein Spielchen zwischendurch, wenn es sich anbietet (wenn du zum Beispiel Zeitung gelesen hast und sie anschließend das Papier zerlegen darf), ist völlig OK, aber eben keine Dauerbespaßung, die sie bald ständig auf Action hoffen läßt.

    Sie muß einfach lernen, dass der Alltag teilweise so langweilig ist, dass sie besser gleich pennt, bis es irgendwann weitergeht. Das ist gar nicht so schwer, denn es ist eigentlich in jedem Welpen so angelegt: Mutter und Geschwister bieten ja auch keine Nonstop-Action, so dass man in einer Hundefamilie zwischendurch auch pennt.

    Diese Grundeinstellung des kleinen Hundes machen sich nur viele neue Besitzer damit kaputt, dass sie einem Welpen entweder zuviel bieten, ihn damit immer auf Zehenspitzen halten und so hochdrehen, dass irgendwann (scheinbar!) nur noch Einsperren hilft, um das arme kleine Ding wieder runterzukriegen. Oder zuwenig, so dass er sich vor angestauter Energie einfach energisch bemerkbar machen muss - und irgendwann auch dafür wieder eingesperrt wird. Was dann auch wieder Streß ist.

    Ein Teufelskreis - und dabei geht es im Grunde nur um Balance im Alltag.

    Mein letzter Welpe hat das Nachlauf-Problem selbst sehr kreativ gelöst. Nachdem sie die erste Zeit wirklich überall und ständig die Nase drin hatte (ausgenommen Badezimmer, da war von Anfang an die Tür zu), ging ihr dann mit so etwa zehn Wochen auf, dass man das auch einfacher haben kann. Sie hat sich einen zentralen Platz regelrecht ausgebeten, indem sie ständig an dem Ort lag, von dem aus sie alle Zimmer und die Treppe bequem überblicken konnte. Ich hab ihr da dann ein Körbchen hingestellt, und von da an war das Nachlaufen durch. Sie kam nur noch, wenn's wirklich interessant wurde, ansonsten lief das mit dem Dabeisein eher so:

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    Will sagen: Dieser Drang, ständig hinterherzudackeln, gibt sich wirklich, sobald der Welpe "vernünftiger" und mit seiner Umgebung vertrauter wird. Bedingung ist allerdings, dass du nicht eine Dauer-Erwartungshaltung aufbaust, sprich: den Zwerg permanent beachtest und bespielst, sobald er in deiner Nähe ist.

    Leb einfach deinen normalen Alltag weiter, laß den Welpen dran teilnehmen, damit er euer Leben kennenlernen kann. Auch mit seinen Einschränkungen, zum Beispiel damit, dass eine Tür auch mal zu ist, wenn der Mensch ins Bad oder zum Postkasten geht. Aber mach ansonsten kein Riesengewese um den kleinen Hund, laß das Zusammenleben einfach zur Selbstverständlichkeit werden.

    Vielleicht habt ihr ja das Glück, dass ihr einen freundlichen, geduldigen Rüden kennenlernt, der die Kleine ein bißchen unter seine Fittiche nimmt, bespielt und auch mal erzieht. Viele Rüden tun sowas ausgesprochen gern (Rüden neigen generell eher dazu, freundlich und geduldig mit fremden Welpen zu sein als Hündinnen). Trifft man natürlich nicht an jeder Ecke, aber vielleicht in der Hundeschule oder irgendwo draußen - und so einer ist mit einem Welpen wirklich Gold wert.

    Meine Hündin kotzt zwar zum Glück äußerst selten, aber wenn es ihr echt nicht gut geht, schießt sie wirklich den Vogel ab: Sie wankt hinterher ein paar Schritte zurück und kippt mit verdrehten Augen auf die Seite. Das sieht absolut entsetzlich aus, und als sie ein Welpe war und das zum ersten Mal machte, dachte ich wirklich, sie stirbt mir unter den Händen weg.

    Dann stand sie auf, schüttelte sich und ging zur Tagesordnung über. Was mir nach dem Schreck erstmal schwer fiel.