Ignorier das Gequake. Sieh zu, dass sie was zum Kauen (also zum Abreagieren) in Reichweite hat und leb deinen Alltag einfach weiter, notfalls mit demonstrativer Langweiligkeit. Sie darf dabei sein, kriegt aber keine Allround-Extra-Bespaßung. Das wird sie ziemlich bald kapieren und sich zwischendurch auch mal hinlegen.
Du darfst nur nicht in die Falle laufen, dich dauernd mit ihr zu beschäftigen und dadurch eine ewige Erwartungshaltung zu wecken. Mal ein Spielchen zwischendurch, wenn es sich anbietet (wenn du zum Beispiel Zeitung gelesen hast und sie anschließend das Papier zerlegen darf), ist völlig OK, aber eben keine Dauerbespaßung, die sie bald ständig auf Action hoffen läßt.
Sie muß einfach lernen, dass der Alltag teilweise so langweilig ist, dass sie besser gleich pennt, bis es irgendwann weitergeht. Das ist gar nicht so schwer, denn es ist eigentlich in jedem Welpen so angelegt: Mutter und Geschwister bieten ja auch keine Nonstop-Action, so dass man in einer Hundefamilie zwischendurch auch pennt.
Diese Grundeinstellung des kleinen Hundes machen sich nur viele neue Besitzer damit kaputt, dass sie einem Welpen entweder zuviel bieten, ihn damit immer auf Zehenspitzen halten und so hochdrehen, dass irgendwann (scheinbar!) nur noch Einsperren hilft, um das arme kleine Ding wieder runterzukriegen. Oder zuwenig, so dass er sich vor angestauter Energie einfach energisch bemerkbar machen muss - und irgendwann auch dafür wieder eingesperrt wird. Was dann auch wieder Streß ist.
Ein Teufelskreis - und dabei geht es im Grunde nur um Balance im Alltag.