Update zum Wolfsangriff auf meine Pferde:
Vielen Dank für eure Anteilnahme.
Ich durfte meine kleine Stute am Sonntag aus der Tierklinik abholen. Die Wunden sehen schrecklich aus , sie tut sich sehr schwer die Beine zu beugen und schafft es kaum sich hinzulegen. Aktuell wird sie weiterhin medikamentös versorgt und wir hoffen, dass es zu keiner schlimmen Infektion kommt. Des Weiteren frisst sie sehr schlecht und es besteht durch die Medikamente ein erhöhtes Kolikrisiko. Über „Langzeitschöden“ lässt sich noch keine klare Aussage treffen.
Die Wunde meines Tinkerchens sieht gut aus, leider springt aber ihre Kniescheibe ständig raus. Die Tierärzte hoffen, dass es nur an der geschwächten Muskulatur liegt und sich das nicht als langfristiges Problem darstellt. Es gilt momentan also abwarten.
Die anderen beiden Stuten gehen auch noch lahm und die Stute mit ähnlich tiefen Wunden, wie die meiner Kleinen hat auch große Schwierigkeiten sich abzulegen und lässt sich ebenfalls nicht mehr anfassen.
Zum Säubern der Wunde musste sie sediert werden und selbst das stellte sich als extrem schwer heraus.
Die gesamte Herde ist nach wie vor noch im Ausnahmezustand. Sie sind sehr wachsam und liegen nur noch selten vereinzelt. Nachts sind sie jetzt im Stall eingesperrt, solange wir nach einer Lösung suchen, solch einen Vorfall in Zukunft zu vermeiden, was sich leider als äußerst schwierig darstellt.
Vom Land bekommen wir die Tierarztkosten erstattet, allerdings nur bis maximal 5000€ pro Tier, was gerade mal für den Klinikaufenthalt meiner kleinen reicht. Alternativtherapien, sowie Aufbauprodukte und Ergänzungsmittel werden natürlich nicht erstattet.
Desweiteren können wir eine Förderung für einen sogenannten Wolfsschutzzaun beantragen, was wir auch tun werden. Jedoch lässt mich dieser Zaun höchstwahrscheinlich auch nicht ruhig schlafen, da ich selbst meinem Golden Retriever zutraue, diesen Zaun zu überwinden.
Ansonsten ist die Situation für uns Menschen schrecklich. Keiner kann uns sagen, was wir zu erwarten haben. An Schlaf ist momentan kaum zu denken. Bei jedem noch so kleinen Geräusch stehe ich im Stall und schaue nach den Pferden.
Wenn jemand hilfreiche Tips zum Thema Herdenschutzhunde in Einstellerbetrieben hat oder eine andere Idee hat, wie wir uns vor einem erneuten Angriff schützen können, bin ich dafür sehr dankbar.