Beiträge von terriers4me

    Danke, denn eigentlich ging es mir GENAU darum, aber offenbar habe ich den Punkt nicht so gut rübergekriegt wie du. Eine shettyreißende Wildsau ist mir noch nie begegnet, und DAS ist das reale Problem, nicht potentielle Attacken auf Menschen.

    Vor allem ,weil mit dem Verlust von Weidetieren ganze Ökosysteme einfach wegfallen, was unterm Strich eigentlich am schlimmsten ist. Hierzulande ist ja nun mal nicht der Wolf gefährdet, die artenreiche, mit extensiver Beweidung erhaltene Blühwiese aber akut. Und wenn es zum Schwur käme, wären mir die zigmal wichtiger als eine Weltrekordzahl an Wölfen.

    Ein generelles "Das darf so nicht sein", sprich: die Tiere dürfen hier nicht existieren, wirst du hier noch von niemandem gelesen haben. Was nicht sein darf, ist dieses Nicht-Management, das den ganzen großen Freilandversuch ausschließlich auf Kosten der Tierhalter betreibt. Obwohl eigentlich genau die nach EU-Recht hätten konsultiert werden müssen. Und zwar bevor die Großraubtierzahlen Rekordhöhen erreichen, UND zusätzlich im Zweifelsfall noch Priorität vor den Großraubtieren haben sollten.

    Ich kenne übrigens auch einen Förster ,der auf haargenau dieselbe Weise fast von einer Sau getötet worden wäre ,hätte sein DD ihn nicht rausgehauen. Aber das ist doch wieder ein Apfel- und Birnenvergleich: in so einer Ausnahmesituation ist so ziemlich jedes Tier lebensgefährlich. Ich weiß nicht, ob du schon mal mit einem Pferd zu tun hattest, das fest entschlossen war, sich den Hufschmied/Tierarzt buchstäblich mit allen Mitteln vom Leibe zu halten. Das ist ebenfalls lebensgefährlich, aber es macht aber Pferde per se nicht gefährlich. Es ist immer die Ausnahmesituation.

    Während den Wolf ja nun gerade von allen anderen abhebt, dass er schon im völlig naturgegebenen "Normalbetrieb" eine Gefahr für seine Umgebung darstellt.

    Hast du schon mal einen Globus gesehen? Und unsere Landfläche und Siedlungsdichte mit der "der meisten Regionen der Welt", jedenfalls denen mit nennenswerten Großraubtierbeständen verglichen? Oder daran gedacht, dass Menschen sich da, wo sie ernsthaft Gefahr laufen, auch mit allen Mitteln wehren, meistens sogar legal? Oder woher, glaubst du, kommen ursprünglich - zum Beispiel - der exzessive Schußwaffenbesitz in den USA (meine Bekannten im Wolfs/Coyotengebiet haben immer eine Knarre direkt neben der Küchentür, um ihre Hunde und ihr Vieh zu schützen) , die Zucht von Barsoi & Co in Russland oder die gute alte Lupura? Und warum werden in Frankreich gerade die Hirten bewaffnet?

    Ich fand es bis jetzt immer sehr angenehm, dass wir hier das Gewaltmonopol an einen Staat abgeben konnten und nicht zum Selbstschutz greifen müssen, und ich hätte wirklich sehr gerne, dass es dabei bleibt.

    Und dass dieser Wildschwein-Wolf-Vergleich so abgelutscht wie falsch ist, weißt du ja sicher selber. Ich habe in fast 50 Jahren Weidetierhaltung noch keine einzige Sau erlebt, die hinter den Fohlen hergewesen wäre. Und selbst mit meinem Hund kann ich nahezu auf Tuchfühlung an den Sauen vorbeigehen, mit Pferd sowieso - die wissen nämlich ganz genau, dass wir den Weg nicht verlassen und haben kein weitergehendes Interesse als in Ruhe gelassen zu werden. So wie wir auch. Auch das seit Jahrzehnten ohne Zwischenfall. Darauf würde ich mich bei einem Wolfsrudel, das noch nicht gefrühstückt hat, ungern verlassen.

    Traurige Ironie: Mein Bruder, der in der Ecke wohnt, machte mich neulich darauf aufmerksam, dass in einem Nachbarort so spitzenmäßig gezäunt ist, dahinter viele wehrhafte Gallowys stehen und deshalb nichts mehr passieren kann:

    Wilddurchlässigkeit wolfsabweisender Zäune - NABU Niedersachsen
    Eine Feldstudie zu wolfsabweisenden Zäunen zeigte: Kleine Säuger, Rehe und Feldhasen können diese queren.
    niedersachsen.nabu.de

    Und jetzt ist die Herde kaum draußen, da hat auch schon wieder ein Wolf dazugelernt:

    Galloway Zucht Steinhuder Meer
    Galloway Zucht Steinhuder Meer, Mardorf, Niedersachsen, Germany. 586 likes · 9 were here. Begleiten Sie Ihr eigenes Galloway von der Aufzucht bis zur…
    www.facebook.com

    Und das ist die andere Seite, ungefiltert nach einem Angriff heute Nacht, bei dem wieder nur gerissen, aber nicht gefressen wurde. Verlinke ich aus zwei Gründen: einmal, damit ihr einen Eindruck von der Stimmung vor Ort bekommt, vor allem aber, damit ihr die betroffene Landschaft seht.

    Selbst wenn irgendwer das Geld und die Zeit aufbrächte, diesen Flußdeich beidseitig wie eine Festung zu zäunen, wäre sowas im Katastrophenfall fatal: dann käme man unter Umständen nicht fix genug an eine Bruchstelle, und da zählen im Zweifelsfall ja Minuten.

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    Nur noch ein kleines Schmankerl am Rande: Der Sprecher war eine ganze Zeit lang Wolfsberater, und soweit man hört, ein sehr engagierter. Und das war's dann erstmal wieder aus unserer Wolfs-Weltrekord-Ecke.

    Das ist hier in NS die erste Äußerung des zuständigen Ministers seit fünf Monaten:

    Umweltminister Meyer verurteilt Protest mit abgetrenntem Wolfskopf
    Dass Kritiker der unkontrollierten Ausbreitung des Wolfes in Niedersachsen zu radikalen Protestformen bereit sind, ist nicht neu. Schon häufiger platzierten…
    www.rundblick-niedersachsen.de

    Übersetzt: Wir werden den Teufel tun, auch nur mit den Betroffenen zu sprechen. Wir verstecken uns weiterhin bequem hinter Berlin/Brüssel, und ihr könnt sehen, wie ihr klarkommt. Hauptsache, ihr verhaltet euch still und sammelt brav die Kadaver ein - sobald auch nur einem Wolf ein Haar gekrümmt wird, sind wir natürlich sofort zur Stelle. Und weder Heidschnucken (die hier mindestens ebenso lange landschaftsprägend und ein Kulturgut sind wie die Rentiere in Skandinavien) noch Deichschafe (die ganze Regionen vor dem Absaufen schützen) sind kulturell irgendwie schützenswert.

    Also nicht mal die winzigste Spur von Verständnis, Entgegenkommen oder auch nur Gesprächsbereitschaft, nur stures Von-Oben-Herab - das wird die aufgeheizte Stimmung hier sicher ungemein beruhigen.

    Vielleicht seht ihr nochmal klarer, wenn ihr euch immer wieder die grundlegende Tatsache vor Augen haltet: Ihr habt mit der Euthanasie nicht über Snoopys Tod entschieden. Das hatte eine mächtigere Instanz längst getan. Der Tod war unabwendbar und wäre es genauso gewesen, wenn ihr eher aus dem Urlaub gekommen wärt.

    Worüber ihr nur noch entscheiden konntet, war die Art seines Endes, und ihr habt ihm ermöglicht, einzuschlafen statt qualvoll zu ersticken. Das war das letzte Geschenk, das ihr ihm noch machen konntet, und weil es euch so schwer gefallen ist, nochmal ein ganz besonders großes. Also genau das Danke, das ein so lieber Hund von seinen Menschen verdient. Auch wenn es einem schrecklich wehtut.