Zitat
Ja, das ist klar, dass dir niemand eine Antwort speziell auf euch bzw. deinen Hund geben konnte.
Denn das was der Hund als Belohnung ansieht, hängt stark von dem Hund ab 
Der eine ist total verfressen und findet Futter absolut toll...
Hallo LasPatitas!
Danke für deine umfangreiche Antwort.
Leider geht das in die falsche Richtung. Was du schreibst ist mir völlig klar, in diese Richtung hat meine Frage nicht abgezielt.
Mir ging es um die Frage warum mein Hund in dieser besonderen Situation mein Verhalten als Belohnung/ Bestätigung sieht. Das war ja die Erklärung Einiger hier für ihr Verhalten.
Um das vorweg zu schicken: wir hatten immer Hunde und haben uns auch immer viel mit ihnen beschäftigt. Ich würde behaupten dass wir über einen Anfängerstatus was Hundererziehung angeht hinaus sind.
Wir haben Hundeschulen besucht, Bücher gelesen wie Calming Signals, Das andere Ende der Leine, Hundeerziehung 2000, um nur mal einige zu nennen, und haben damit auch schon viel erreichen können.
Ich finde es toll, dass sich viele so rege beteiligen und mir hilft die Auseinandersetzung damit echt viel weiter! Mir sind einige Dinge viel klarer geworden alleine vom drüber nachdenken. Dafür kann ich ja gar nicht genug danken!
Nur: Es ist eben sehr schwierig einen Rat zu einer Situation zu geben, wenn man weder Hund, noch Situation, noch Hundehalter kennt. Ich kenne die Situation ja am besten, und deshalb filter ich logischerweise die Antworten heraus, die mir nicht passend erscheinen für dieses Problem. Ich möchte allerdings auch nicht jeden Ansatz ganz verwerfen, wenn ich manchmal hier etwas naiv nachfrage sollte man das nicht als Unwissenheit missdeuten, sondern als hinterfragen mancher in meinen Augen etwas zu unbedarft gegebener Standardantworten.
Unsere erste Reaktion auf Lunas Bellattacken war natürlich sofort: IGNORIEREN (Und wir wissen auch was IGNORIEREN bedeutet). Soweit war uns das von Anfang an klar. NUR: es hat nicht funktioniert. Ca. zwei Wochen haben wir das durchgezogen. Danach etwas anderes probiert: IGNORIEREN MIT KÖRPERABWENDEN. Sprang also Luna um uns herum um uns ins Gesicht zu bellen, habe wir ihr die kalte Schulter gezeigt, als Zeichen deutlicher Ablehnung. NUR: hat auch nix gebracht. Danach Strategie 3: Strand/ Wiese verlassen, oder im Hafen: abbiegen auf Stege. Die 3. Strategie ist noch am erfolgreichsten, weil sie dann schon aufhört zu bellen, nur: Sie fängt IMMER WIEDER DAMIT AN.
Aus diesem Grunde komme ich mit der Belohnungs-, Bestätigungsbegründung nicht zurecht, für mich klingt das nach einer Standardantwort. Denn ich belohne sie ja nicht! So empfinde ich das, aber bisher konnte mir das auch noch niemand hier plausibel widerlegen.
Ich habe eher eine andere Erklärung:
Luna ist ein kleiner Wildfang, immer schon gewesen. Obwohl Mischling ist sie Terrier durch und durch (Mutter ist reinrassiger Parsson Russel, Vater Dackelmix). Als Welpe war sie eine absolute Katastrophe, sie hat nur gebellt, in alles reingebissen, sogar in den Fußboden, uns in der Wohnung angefallen mit ihren spitzen Milchzähnchen, gejault wenn sie allein bleiben musste, ist hinter allem her gejagt, tagsüber keine Sekunde geschlafen, ständig war Alarm und Vollgas angesagt. Ein richtiger süßer Albtraumhund.
Mit viel Zeit und Mühe und der Hilfe von Kursen in der Hundeschule haben wir sie zu einem sehr folgsamen Hund erzogen. Sie bleibt ohne Probleme alleine zuhause oder im Auto, lässt sich ohne Probleme beim Toben mit anderen Hunden abrufen (was 99% der Hundehalter denen wir so begegnen nicht gelingt), geht problemlos bei Fuß, mit und ohne Leine, kann jede Menge Tricks, beißt in nichts rein und macht nichts mehr kaputt, um nur mal einige Dinge zu nennen.
Mir kommt es bei ihr eher so vor, als ob sie die ganze Zeit ein bisschen gegen ihren inneren Wildfang, ihren Charakter, ankämpft. Sie reißt sich den ganzen Tag zusammen und ist folgsam, und in diesen Bellattacken lässt sie mal ordentlich Dampf ab, weil sie sich die ganze Zeit so zusammenreißen muss. Das ist ihre Form von Rebellion uns gegenüber, dass sie zumindest in dieser speziellen Freilaufsituation mal ganz sie selbst sein kann, inklusive des Versuches Rudeloberhaupt zu spielen, und uns rumzuschubsen.
Klingt das völlig absurd?
Wie auch immer ist es so dass uns dieses Verhalten stört, und wir es ihr austreiben wollen.
Der Tipp mit der dünnen Leine und dem Fixieren hat vorgestern und gestern sehr zufriedenstellend geklappt, sobald man sie an der Schleppleine fixiert, hört sie auf zu bellen. Nun bleibt abzuwarten ob diese Vorgehen zum gewünschten Ergebnis führt, nämlich dass sie gar nicht mehr anfängt zu bellen und wir auf die Schleppleine verzichten können. Inzwischen weiß ich dass 2-4 Wochen ein so ein tiefsitzendes Verhalten zu ändern fast zu knapp gerechnet ist, aber wir haben Geduld!
Viele Grüße, Didi!