Beiträge von boxercora

    Diese Beißattacken gehen auch wieder zu Ende. Die Sozialisierungsphase geht bis 12 Wochen. In dieser Phase gehen Welpen untereinander nicht gerade zimperlich um.
    Dieses Kopf nach hinten und dann schnell vor und beißen scheint mir eine BC-typische Verhaltensweise zu sein.
    Machen Sie sich nicht zu viele Sorgen, denn dadurch verkrampfen Sie sich und das merkt Ihr Hund sehr wohl. Bleiben sie locker und sagen sie sich immer wieder, ich bin der Herr bzw. Hundeführer. Dieses Problem tritt natürlich bei intelligenten Hunden verstärkt auf, da Hunde die Körpersprache ihres Herrn sehr gut einschätzen und seine Mimik. Ein bißchen mehr Selbstvertrauen.
    Dass Ihr Hund Sie immer wieder attackiert ist normal. Das tun die Welpen auch beim Vatertier. Sie testen das gleiche Verbot immer und immer wieder aus, liegt also nicht an Ihrer Schwäche.
    Wenn Ihr Hund draußen wilder ist, kann es viele Gründe haben. Einer davon k a n n sein, dass er merkt, dass Sie sich nicht trauen, ihn in der Öffentlichkeit zu maßregeln. Ob das bei Ihnen zutrifft, müssen Sie entscheiden. Sollte das der Fall sein, dann müssen Sie es halt trotzdem tun, auch wenn fremde Menschen mal dumme Bemerkungen machen.

    Ich möchte kurz einen Hundekenner zitieren, Herrn Trummler:

    Verhaltensweisen zwischen achter und zwölfter Lebenswoche.

    "Zunächst können wir jetzt häufiger Kampfspiele beobachten, bei denen nicht nur die einzelnen Formen taktischer Bewegungsweisen geübt, sondern auch verschiedene Elemente des Ausdrucksverhaltens sichtbar werden. Es gibt nun Sieger- und Verliererspiele mit Rollentausch, wobei die sozialen Blockaden aggressiver Verhaltensweisen sowohl instinktmäßig als auch über die Erfahrung ausreifen. Im Eifer des Spieles wird gern einmal zu heftig in empfindlichere Körperteile gebissen. Abwehrreaktion und Schmerzlaut des Betroffenen belehren den rüpelhaften Bruder, daß er zu weit gegangen ist. Er lernt dabei, seine eigenen Kräfte abzuschätzen und unter geeignete Kontrolle zu bringen. Wenn wir jetzt einen Welpen nachdrücklich darüber belehren, daß unsere Hand nicht aus Hartholz ist, begreift er bald, wie weit er gehen darf und wird auch als ausgewachsener Hund mit uns »auf die sanfte Methode« spielen. Ein Hund, der es gelernt hat, kann so zart in unsere Hände oder Beine »beißen«, als wenn wir neugeborene Welpen wären.

    Eine andere Art von Spielen sind die meist unter Anführung des Vater-Rüden erfolgenden Meutespiele. Sie sind eine Vorübung des Zusammenspieles bei der Jagd auf flüchtiges Wild, das nun der Vater mimt. Er fordert die Jungen zur Verfolgung auf, steigert im Laufe der Zeit durch allerlei Finten die Schwierigkeitsgrade und läßt sich am Ende meist fangen und »überwältigen«.

    Während bislang die Welpen volle »Narrenfreiheit« genossen hatten und praktisch alles durften, setzt nun eine zunehmend straffere Disziplinierung durch den Vater-Rüden ein. Seine Härte- und Mutproben bekommen einen ordnungsbestimmenden Charakter, er bestimmt auch Anfang und Ende jedes Spieles mit den Welpen und setzt dabei seinen Willen sehr energisch durch. Der Rüde setzt »Tabus«, um deren Einhaltung er sich sehr konsequent kümmert. So »erklärt« er z. B. einen alten Knochen zum Tabu. Zunächst versuchen die Welpen sich darüber hinwegzusetzen. Sofort werden sie energisch bestraft, indem der Rüde den Gesetzesübertreter am Nackenfell packt und kräftig durchschüttelt. Natürlich schreit der Betroffene und wirft sich, sobald losgelassen, demütig auf den Rücken. Kurze Zeit später aber, wenn der Rüde augenscheinlich mit anderem beschäftigt ist, schleicht der Gemaßregelte ganz vorsichtig abermals zu dem tabuisierten Knochen — und erhält neuerdings Prügel. Das kann sich mehrfach wiederholen, und man hat den Eindruck, daß es der Welpe ganz genau wissen will, was er von der Konsequenz des Alten zu halten hat. Wer einen Welpen zu Hause hat, wird dieses Erproben des Erziehers durch den Welpen ebensogut beobachten können.
    Die auf diese Weise herausgeforderte Bestrafung des Welpen wird von ihm aber genau verstanden. Sie ist das Recht des Vaters, und sie wird alsbald durch größte Anhänglichkeitsbezeugung beantwortet. Freundlich geht der Bestrafte zum Rüden und erweist ihm durch Schnauzenstoß, Mundbelecken und Pfötchengeben seine Reverenz. Es ist, als wollte er sagen: » Chef, du weißt, was du willst, zu dir kann man Vertrauen haben.« "
    Also nur Mut, Sie schaffen das schon. Und das, was Ihnen Ihre Trainerin gesagt hat mit dem Nackengriff, ist nicht so ganz verkehrt. Es kommt halt immer auf den Hund an. Manche brauchen härtere Maßnahmen als andere. Und da die Trainerin Ihren Hund gesehen hat, wird Sie Ihnen schon das Richtige gesagt haben.

    Liebe Grüße und durchhalten, es klappt schon.