Beiträge von Trace

    Wir waren gestern und heute in unserer zukünftigen Wohnung zum Renovieren. Im Zuge dessen waren wir dann gestern 2 Stunden auf dem Vogelsberg im Schnee wandern und heute immerhin eine Stunde laufen.

    Und Kimi hat das so super toll mitgemacht... sie ist gestern in einem fremden Auto mit ihrer Box direkt neben der Box eines anderen (aber ihr bekannten) Hundes mitgefahren, wir hatten einige Hundebegegnungen und die meisten davon ruhig gemeistert (teils aber auch noch mit Gemecker von Kimi). Während wir in der Wohnung beschäftigt waren, hat sie entweder zugeguckt oder stand daneben und hat gewartet oder hat sich seufzend hingelegt, weil langweilig. :hust: Sowohl gestern als auch heute konnte sie in unbekannten Gebieten (gestern mitten im Wald) ohne Leine laufen und ist brav bei Fuß an Spaziergängern vorbei.

    Ich muss mir das immer mal wieder vor Augen halten: Vor einiger Zeit wäre das noch undenkbar gewesen. Wir haben schon so viel geschafft und sie ist so alltagstauglich geworden. Tolle kleine Maus. <3

    Ich würd´s nicht tun!
    Gibt genügend andere, bei denen man nicht betteln muß, nur, weil man keine 20 mehr ist (was vermutlich zu jung wäre, weil man weiß ja noch gar nicht, was das Leben so bringt und so...)

    Genau das ist mir auch mal passiert. Ich hatte da einen Fragebogen ausgefüllt, alles Mögliche angegeben und zurück kam die Antwort, dass ich noch viel zu jung sei (zu dem Zeitpunkt 20) und noch nicht so weit, um einem Hund ein Zuhause zu bieten. Irgendwann würde ich sicher einen schönen Platz für einen Hund haben, aktuell aber noch nicht. :lepra: Die sind auch gar nicht auf unsichere Zukunft oder so eingegangen, nein, ich sei einfach noch zu jung und fertig.
    Ich habe dann zurückgeschrieben, dass ich diese Vorgehensweise sehr schade finde, weil so sicherlich viele schöne Plätze für Hunde verloren gingen. Antwort kam dann natürlich keine mehr.

    Das Tier ist ja nicht mal als Rüde akzeptiert.
    Selbst die Hormone darf der nicht haben.
    Das wahrlich ein ganz armer Hund.
    In keinster weise "scheisse".
    Scheisse ist eher die Behandlung, die er erleiden muss.

    Sonst geht´s aber noch?

    Keiner von uns hier kann darüber urteilen, wie gut oder "schlecht" es diesem Hund geht. Es ging doch lediglich um ein auffälliges Verhalten, das der Hund zeigt und das ihm selbst nicht gut zu tun scheint. Daher möchte die Halterin ihrem Hund helfen. Mehr nicht.

    Warum wieso weshalb er jetzt nun einen Chip gesetzt bekommt/bekam, wissen wir ebenso wenig. Den Hund eines anderen, dessen Umstände ich nicht kenne, als "armen Hund" zu bezeichnen, ist wohl auch nicht in Ordnung.

    Ehrlich, was ist hier los? Jemand fragt um Rat und wird sofort zerfleischt, der Hund ist ganz arm dran und wird als scheiße dargestellt und überhaupt wurde alles falsch gemacht, seit er vom Züchter geholt wurde. :roll:

    Ich hab ja nun auch einen Pudel, der zum Überdrehen bzw. Hibbeln neigt. Und ich merke, dass sie immer dann, wenn ich mir Gedanken über genügend Auslastung mache, aufgedreht wird. Immer wenn ich denke, sie sollte vllt über den Tag verteilt mehr machen, fordert sie das auch. Und wenn ich mal keine Zeit habe oder irgendwas anderes ist, dann ist sie genauso zufrieden und schläft. Von daher denke ich schon, es ist auch wirklich eine Einstellungssache.

    Was Kimi ganz gut hilft, ist tatsächlich Dummytraining. Ich musste das auch sehr, sehr kleinschrittig aufbauen, aber es hat funktioniert und mittlerweile liebt sie den Dummy. Impulskontrolle kann ich damit wesentlich besser üben als mit allem anderen, sie holt und bringt den Dummy sehr konzentriert. Lediglich bei der Suche dreht sie dann wieder etwas auf, aber sie explodiert nicht, sondern bleibt auf die Aufgabe fokussiert (etwas, das sie sonst nicht gut kann). Sie sucht einfach so lange, bis sie den Dummy gefunden hat. Vllt wäre das auch etwas für euch?

    Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings auch bestätigen, dass Fahrrad fahren wirklich gut tut, Hund und Halter. ;)

    Es geht doch gar nicht darum, sich gut damit zu fühlen, dass man mit dem so schwierigen Hund so viel erreicht hat.

    Was soll man denn tun, wenn man merkt, es läuft einfach nicht so, wie man es sich vorgestellt hat? Den Hund abgeben? Das mag infrage kommen, für mich kam es nicht infrage, die zwei Jahre alte Hündin, die eh schon zum Wanderpokal geworden war und extreme Verlustängste hatte, wieder abzugeben, nur weil ICH der Meinung war, das habe ich mir aber anders vorgestellt. Auch das Argument "vorher informieren" zieht nicht, denn ich hatte mich informiert und ich wusste nicht, wie es sich entwickeln würde.

    Und wenn man dann irgendwann sagt, hey, irgendwie habe ich doch genau diesen einen Hund gebraucht, um mich weiterzuentwickeln oder was auch immer, dann ist das doch okay. Für den einen mag das Gefühlsduselei sein, ist auch völlig ok. Ist aber nicht für alle so und manche denken sich eben, dass das vielleicht auch alles seinen Sinn hatte, so, wie es kam.

    Ich verstehe den Sinn dieses Threads nicht ganz. Vllt. sitz ich irgendwie auf der Leitung.
    Ich hatte noch keinen Hund, den ich nicht wollte, sonst hätte ich ihn mir nicht ausgesucht. Ich such mir ja keinen Hund, den ich dann nicht will.
    Was das mit dem brauchen auf sich hat, weiß ich auch nicht, mein Hund braucht mich, da er von mir abhängig ist, aber ich käme auch sehr gut ohne Hund klar.

    Oder ist das eher so gedacht, dass man von seinem Hund was anderes erwartet hat und der Hund sich verhaltenstechnisch nicht so darstellt wie man sich das ausgemalt hat.
    Und dann hat man festgestellt, dass man einiges durch seine "Fehler" bzgl. Hundeerziehung dazugelernt hat und jetzt einem ein Licht aufgegangen ist.

    So in etwa verstehe ich das zumindest. Man bekommt einen Hund, der eigentlich gar nicht so ist, wie man ihn sich gewünscht hätte. Stellt dann aber fest, dass man durch genau diesen Hund derart viel dazu lernt und auch von ihm lernt, dass man eben doch genau diesen Hund "gebraucht" hat.

    Dass niemand den eigenen Hund zum Überleben braucht, ist doch eigentlich in der heutigen Gesellschaft klar.

    Aber ja, ich brauche Kimi.
    Ich brauche ihre Fröhlichkeit, ich brauche ihre Freudensprünge, ich brauche ihr übermütiges Bellen, ich brauche ihre unbändige Energie, ich brauche ihre Einfühlsamkeit und ich brauche ihr weiches Fell. Könnte ich ohne all das leben? Ganz sicher. Will ich aber gar nicht mehr.

    Wenn mir tatsächlich als den einziger Vorteil, den ich durch meinen Hund habe, das dreimalige Spazieren gehen pro Tag einfallen würde, dann hätte ich persönlich keinen Hund. Ich habe von meinem Hund mehr als die tägliche Bewegung, dazu zähle ich auch die Freude, die sie ins Haus bringt, das viele Lachen, das ohne sie nicht wäre, das Lernen über Hunde im Allgemeinen, deren Erziehung, usw. und auch das gemeinsame Wachsen an Aufgaben und Herausforderungen.

    Als ich nach einem Hund gesucht habe, wollte ich einen erwachsenen Hund von privat oder aus dem TH/TS. Möglichst eine Hündin, etwa um die 50cm hoch und optische Vorlieben wären möglichst dunkel, am liebsten schwarz gewesen. Bei jedem Hund, den ich mir angesehen oder mit dem ich mich näher beschäftigt hatte, sprang irgendwie der Funke nicht über. Es waren tolle Hunde, keine Frage, aber irgendwie nicht "meine" Hunde.

    Und dann kam Kimi. 33cm (viel zu klein!), weiß, plüschig. Wurde mit 17 Monaten abgegeben, weil sie nicht allein bleiben konnte und fand mit mir den 3. Besitzer. Hund mit Vorgeschichte war okay und bei ihr gab es diesen einen Moment, in dem ich dachte, dass genau dieser eine Hund meiner ist.

    Kimi hat mich dazu gezwungen, viele meiner Träume vom Leben mit Hund zu begraben und doch ist sie gleichzeitig auch genau das, was ich mir vorgestellt und gewünscht hatte. Vieles wird mit ihr nie gehen, das ich aber gern mit Hund gemacht hätte, aber das ist in Ordnung so. Dafür wird wohl irgendwann der zweite Hund einziehen mit dem Augenmerk, dass es da dann einfach anders läuft.

    Aber weswegen ich immer wieder davon überzeugt bin, dass sie eben doch der Hund ist, den ich "brauchte": Sie bringt mich dazu, an meinen eigenen Schwächen zu arbeiten. Durch sie kann ich das nicht mehr vor mir herschieben oder verdrängen. Sie zwingt mich, Defizite wahrzunehmen und daran zu arbeiten. Ohne Kimi (und vermutlich auch mit einem anderen Hund) würde ich das so nicht machen (müssen). Ich hätte diese Entwicklung irgendwann auch so gemacht, klar, aber durch Kimi hatte ich nicht mehr die Möglichkeit, bestimmte Sachen von mir wegzuschieben und MUSSTE einfach daran arbeiten. Das hat mir sehr viel gebracht und mir sehr geholfen.

    Ich genieße generell diese "Entwicklung", die man durch jeden Hund irgendwie wieder macht. Jeder Hund fordert andere Verhaltensweisen, eine andere Art mit ihm zu lernen und zu arbeiten und dadurch entwickelt man sich auch selbst immer ein Stück weiter. Natürlich würde man solche Entwicklungen auch ohne Hunde machen und braucht nicht die Hunde, um sich überhaupt zu entwickeln. Aber diesen ganzen Prozess finde ich sehr spannend. =)