Ich hatte (und habe teilweise noch) ein ähnliches Problem mit meiner Hündin. Das Anbellen von allem Möglichen wurde mit der Zeit besser, aber speziell bei der Sichtung von anderen Hunden hatte ich keine Chance mehr, auf sie einzuwirken.
Unser aktueller Trainingsweg sieht so aus: Sieht sie einen anderen Hund, klicke ich sofort und drehe mich dann um, gehe zwei, drei Schritte in die andere Richtung und wende mich dann wieder zum anderen Hund, also in unsere ursprüngliche Richtung, um. Dann gehen wir wieder einige Schritte, bleibt sie ruhig, klicke ich wieder, drehe mich wieder um, zwei, drei Schritte zurück. Nach jedem Klick gibts natürlich Leckerli. So machen wir das dann immer weiter, bis wir den Hund passieren konnten.
Fängt sie einmal an zu bellen, habe ich immer schlechte Karten, da noch einzuwirken. Dann drehe ich mich um und gehe so lange in die andere Richtung, bis sie wieder ruhig und "bei mir" ist.
Das klingt nach furchtbar viel Rückwärts laufen - ist es aber gar nicht. Bei uns funktioniert das sehr, sehr gut und seitdem hat sie kaum noch mal einen anderen Hund angebellt. Vor einigen Wochen noch unvorstellbar, jetzt Realität.
Ich denke, dieser Weg wäre für euch vielleicht auch ein denkbarer - denn wenn er dann "nur" eine Amsel beobachtet, kannst du ihn ja auch durchaus dafür belohnen. Immerhin zeigt er dir so, dass er etwas sieht und rennt nicht gleich los, das könnte durchaus auch für später evtl. nötiges Anti-Jagd-Training eine Grundlage werden.
Das Schöne daran ist, dass er nur für positives Verhalten gelobt und somit bestärkt wird - das stärkt das Selbstbewusstsein natürlich auch ungemein und gruselige Sachen werden meist schnell halb so schlimm.