Beiträge von Trace

    Kimi hat eine schwierige Vergangenheit. Kimi hat keine schwierige Vergangenheit? Ich weiß es nicht. Und das macht mich manchmal fertig.

    Sie kam mit knapp 17 Monaten zu mir und damit ins dritte Zuhause. Die ersten 11 Monate lebte sie bei der "Züchterin", dann einen Monat (!) bei einer anderen Frau, dann 5 Monate bei einem Pärchen, wo sie ohne Training (also Frauchen hatte nur mal eben zwei Wochen Urlaub) acht Stunden am Tag allein bleiben musste. Dort hat sie Fell abgeworfen, in die Wohnung gepinkelt, sich die Pfoten fast wund geleckt und mitunter auch mal vier Stunden durchgebellt. Deswegen wurde sie dann auch abgegeben.

    Da hatte ich nun einen sehr jungen Hund, der vielleicht Gutes, vielleicht Schlechtes erlebt hatte und völlig aufgelöst war. Gerade am Anfang war es so schwer, ihre Verlustängste mitzuerleben, sich da nicht selbst mit reinzusteigern und ihr Sicherheit zu geben. Ich weiß noch, wie sie einmal mit meiner Familie im Garten zurückblieb und ich kurz weg war, um etwas einzukaufen. Sobald sie gesehen hat, dass ich wiederkam, hat sie angefangen zu schreien. Aber richtig. Sowas hatte ich vorher noch niemals gehört. In den ersten Tagen ist sie in Panik ausgebrochen, wenn sie mich nicht mehr gesehen hat, obwohl ich im selben Zimmer war.

    Vieles hat sie schnell abgelegt. Die Panik war nicht mehr ganz so groß, sie hatte keine Angstzustände mehr. Sie fing an zu spielen und hörte langsam auf ihren Namen. Aber sie hatte so viele Momente, wo man gemerkt hat, dass sie einfach total weg im Kopf war. Klarheit hat ihr gefehlt und ich habe lange gedacht, dass sie das nie mehr bekommen wird, dieses "klar im Kopf Sein". Mittlerweile hat sie es. Es gibt nur noch seltene Situationen, in denen sie wirklich mal ausklinkt (am 08. ist sie seit dreieinhalb Jahren bei mir).

    Manchmal schaue ich sie an und frage mich, was sie schon alles erlebt hat. Oder ob sie einfach nicht gut sozialisiert wurde? Wie sah sie als Welpe aus? War sie ein kleiner Irrwisch? Wie viele Geschwister hatte sie, wie ist sie mit ihnen umgegangen? Mir fehlt eigentlich so viel Vorgeschichte... das ist nicht schlimm und eigentlich nicht relevant, aber ich würde das alles einfach so gern wissen. Natürlich auch, um gewisse Verhaltensweisen zu verstehen, wissen, ob sie mit bestimmten Sachen schlechte Erfahrungen hat. Das Einzige, was ich an diesem Hund bereue, ist es, nicht die 17 Monate "vor mir" zu kennen, obwohl ich dafür nichts kann.

    Zurück zur Vergangenheit... mit manchen Sachen lernt man eben zu leben. Vieles erfordert Management, das mir im Alltag gar nicht mehr auffällt. Sie ist sehr anhänglich (wohl aber auch rassebedingt) und ich kann sie nicht einfach mal eben bei Freunden unterbringen. Wenn ich krank bin, kann (außer meinem Freund) niemand mit ihr spazieren gehen. Und noch so viele andere Kleinigkeiten... am Anfang hat mir das sehr zu schaffen gemacht, dass sich manche Dinge aufgrund der Vergangenheit eben nicht mehr ändern werden. Mittlerweile ist es mir einfach egal.

    Aber ehrlich gesagt habe ich, wenn ich über all das nachdenke, schon echt Lust, gewissen Menschen mal ein paar deutliche Worte mitzuteilen.

    Ich hab mich nicht angegriffen gefühlt Dani, da braucht es mehr. Gerade weil ich weiß, dass du mich nicht direkt angreifen würdest, nicht wegen sowas. ;)

    Ich wollte nur darauf hinweisen, dass Kimi ganz normal lebt, trotz geringem Gewicht. Und ja, den Satz davor habe ich gelesen, nur sind 4,25 halt auch fast unter vier. Da sind 300 Gramm Unterschied.

    Unsere 3kg Flo ist übrigens auch alles andere als zerbrechlich, die ist aber generell stämmiger und kräftiger als viele andere Hunde mit ihrem Gewicht bzw ihrer Größe.

    Im Endeffekt macht der einzelne Hund und vermutlich auch die Rasse und deren Körperbau einiges aus. Zumindest habe ich diese Erfahrung bisher gemacht. Daher auch mein Einwand.
    Windspiele z.B. haben auch Kimis Gewicht und von dem, was man so hört, würden die nur einmal mit heilen Beinen von der Lehne springen.

    Meine ganz persönliche Meinung ist das es kein angemessenes Hundeleben mehr weil man wirklich auf viele Dinge aufpassen muss die schon nem 5 Kilo Hund nicht mehr groß stören.

    Dann hat Kimi mit 4,25kg auch kein angemessenes Leben.
    Sie springt vom Sofa, vom Stuhl und sie rast auch über die Sofalehne und springt da runter, weil ich nicht schnell genug bin, sie aufzuhalten. Hoch springt sie da übrigens genauso. Beim ersten Mal hab ich die Luft angehalten, mittlerweile nicht mehr. Sie ist eher so Marke Kamikazeköter und passiert ist bisher nie was. Sie wirkt zerbrechlich und ist es für ihre Größe und ihr Gewicht lange nicht.

    Nichtsdestotrotz käme mir wohl kein Zwerg mehr hier hin, einfach weil (ob Zufall oder rassenbedingt) ich zu aktiv für den Zwerg bin. Joggen ist nichts, länger wandern ist nichts, bei Wind und Wetter raus ist nichts - sie macht alles mit, aber sie hat definitiv absolut keine Lust drauf und es gibt nichts schöneres als einen Hund hinter sich hertrotten zu haben, der mit seiner gesamten Körpersprache sagt: Kein Bock.

    Das wäre für Kimi übrigens quasi Himmel auf Erden. Joggen ist cool, wandern sowieso und wenn sie regen einen Mantel kriegt, ist die Welt sich in Ordnung. Die ist nicht klein zu kriegen und sagt bei jeder Aktivität nur „okay, wann gehts los?“

    Bei Kimi habe ich die Knie kürzlich röntgen lassen, aber einfach nur damit ich weiß, woran ich bin. An die Züchterin brauche ich da nichts weiter leiten, weil sie sich gar nicht für Ihre Hunde interessiert. Die Hüfte habe ich nicht röntgen lassen.

    Beim nächsten Hund werde ich wohl HD, ED und PL untersuchen und auch offiziell auswerten lassen. Einfach damit der dann guten Gewissens in den Sport kann und eben auch als Rückmeldung für die Züchterin.

    Da bin ich ja gerade richtig, mein nächstes Buch (immerhin das 3. in diesem Jahr schon, nach fast 2 Jahren, ohne ein Buch zu beenden) wird jetzt "Bis ans Ende der Geschichte" von Jodi Picoult - bin
    schon sehr gespannt, denn ich kenne die Autorin bisher nicht

    Jodi Picoult kann ich immer nur weiter empfehlen. Sie schreibt halt ein bisschen... hm, "dramatisch angehaucht" würde ich mal sagen. Aber ich mag das sehr. Berichte mal, wie es dir gefallen hat. =)

    Was soll man denn auch tun, wenn der Hund so von unten zu einem hochguckt?

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    Da hat man schon verloren, bevor es überhaupt angefangen hat.

    Ehrlich gesagt habe ich noch nie einen Beitrag so wenig verstanden oder vermutlich falsch verstanden wie deinen @CH-Troete :ops: Darum vllt zur Klärung oder als Hinterfragen:

    Leinenführigkeit üben ist viel umständtlicher weil man fast auf den Knien rumkriechen muss.

    Warum? Für mich ist Leinenführigkeit üben mit kleinem Hund das Gleiche wie mit großem Hund. :ka: (Ja, ich kenne beides)

    Man braucht viel viel VIEL Selbstdisziplin
    Wie schnell hebt man das Teil beiseite, schiebt und schubst es, nur weil man es kann.

    Wieso Selbstdisziplin? Disziplin braucht man immer bei der Erziehung eines Hundes, egal wie groß, schwer oder alt der ist. Ich hebe meinen kleinen Hund nicht beiseite, wenn sie im Weg steht, mache ich ihr das deutlich oder schiebe sie weg. Den 30kg Labrador schiebe ich aber genauso weg, nur der Krafteinsatz ist eben anders dosiert. Schubsen, an der Leine hochziehen, am Geschirr hochheben gibt es hier nicht (außer in absoluten Notsituationen, die wir so zum Glück noch nicht hatten). Wenn sie Angst vor anderen großen Hunden hat, deren Besitzer keine Rücksicht nehmen, nehme ich sie auf den Arm, ja. Aber nicht, weil das die einfachere Lösung ist. Ich hab halt nun mal bei einem kleinen Hund die Möglichkeit, ihn aus der Situation zu holen. Wenn ich die 30kg heben könnte, würde ich mit dem Labbi genauso verfahren (und wenn er die gleiche Angst hätte, aber das ist ein anderes Thema).

    Wenn ein Kleinteil zieht an der Leine wie ein Ochse, ist das egal. Man merkt es ja kaum

    Nö, es ist nicht egal. Wie wenig ein Hund auch wiegen mag, es nervt IMMER, wenn einem permanent mehrere Kilo am Arm hängen. Selbst der 3kg Chi-Mix meiner Mutter zieht an der Leine wie doof und es nervt dermaßen, das permanent an der Hand zu haben. Wenn Kimi nicht die Leinenführigkeit eingebaut gehabt hätte, hätte ich da auch ewig lang geübt und es sicher nicht einfach gelassen, weil ist ja egal, merk ich ja nicht. Auch von wenigen Kilos wird einem dauerhaft der Arm lahm und das nervt. Klar, ein leichterer Hund zieht mich nicht einfach durch die Gegend, trotzdem ist angenehm echt anders.

    Mein kleiner Hund ist kein "Teil", mit dem ich verfahre, wie ich gerade lustig bin. In sie habe ich genauso viel Geduld, Konsequenz, Disziplin und Herzblut investiert, wie ich das bei jedem anderen Hund machen würde. Sie macht Sachen, die bei großen Hunden Baustellen wären (z.B. Anspringen, das juckt mich bei ihr wirklich nicht), dafür kann sie Sachen automatisch, die ich bei einem größeren Hund eben erst üben würde (sie geht freiwillig aus dem Weg, der Labbi bleibt in der Gegend stehen und wartet, was passiert). Das sind nur subjektive Eindrücke, klar. Kein Hund ist gleich. Aber für mich liest sich dieser Beitrag voll von Vorurteilen gegenüber kleinen Hunden, die keine Erziehung brauchen, weil man sie ja aus dem Weg schubsen kann (mal überspitzt formuliert). Oder wolltest du sagen, dass genau das doof ist?

    Wie gesagt, ich glaube, ich verstehe deinen Beitrag grandios falsch, daher lass ich mich gern eines Besseren belehren. :ops: