Also Experte würde ich mich jetzt absolut nicht nennen, aber meine Kimi hat seit zweieinhalb Jahren eine Pankreasinsuffizienz, die wegen einer extremen Bauchspeicheldrüsenentzündung aufgetreten ist.
Ich kann dir nur sagen, was ich weiß und es kann sein, dass ich manches davon beim TA mal falsch verstanden habe oder so. Bei der Ernährung hast du die Wahl zwischen Enzymen oder angepasster Ernährung. Wobei die Ernährung auch mit Enzymen angepasst werden muss. Kimi darf nur Futter/Leckerli/was auch immer unter 8% Fett. Das ist die magische Grenze und darüber gibt es nichts. Ich hatte mal eine zeitlang für sie gekocht, zu der Zeit hat sie auch noch Enzyme ins Futter bekommen. Aus diversen Gründen sind wir dann umgestiegen auf spezielles Futter (das Dog Intestinal von Vet Concept), das eben für solche Kandidaten konzipiert wurde und seitdem bekommt sie auch keine Enzyme mehr. Das haben wir langsam ausgeschlichen und sie verträgt es.
Was mich noch interessieren würde: Wie sieht denn der Amylase-Wert aus? Soweit ich weiß, hängen die beiden Werte bei der BSD zusammen. Mal zum Vergleich, Kimi hatte während der akuten Entzündung folgende Werte: der Amylase-Wert wäre bis 1264 noch im Rahmen gewesen, bei Kimi betrug er 13.486. Der Lipase-Wert hätte bei unter 298 sein sollen, bei ihr war er bei 9.464. Spezifische Prankreaslipase wurde ebenfalls überprüft, sollte unter 2.000 liegen und war nicht mehr messbar. (Jedes Mal, wenn ich das wieder lese, kommen mir die Tränen und ich frage mich, wie sie das überlebt hat...)
Mehr von dem Futter zu geben, sollte eigentlich kein Problem sein. Allerdings muss Kimi ihre Portion auf mindestens drei Portionen am Tag verteilt bekommen, weil der Magen das sonst einfach nicht schafft. Also kleine Mengen pro Mahlzeit und dafür eben öfter füttern. Mit Futterumstellungen müssen wir ganz vorsichtig umgehen. Allein Joghurt musste ich über mehrere Wochen anfüttern, damit sie es wieder vertragen hat. Hüttenkäse (der fettarme natürlich) geht auch wieder.
Generell würde ich für "Notfälle" immer Enzyme im Haus haben (Kimi hat letztes Jahr z.B. eine Maus gefangen und gefressen, da gab es dann zwei Kapseln gratis von mir obendrauf). Generell gilt, dass man von den Enzymen auch nicht zu viel geben kann, was nicht gebraucht wird, wird ausgeschieden (sagte mir so unsere TÄ). Also im Zweifesfall lieber etwas mehr geben.
Wenn man die Ernährung entsprechend anpasst und auf ein paar Sachen achtet, kann der Hund damit wirklich gut leben. Es ist schon ein ständiges Optimieren und ein ständiges Feilen an der Ernährung (jedenfalls bei uns) und manchmal ermüdend und nervenaufreibend, aber ich finde, das ist ein vergleichsweise sehr geringer Preis.
Ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen, ansonsten frag einfach. 