Gestern haben wir unsere schon fürs letzte Wochenende anvisierte Tour durch den Gamengrund absolviert. Letzte Woche wars doch sehr nieselig und von daheim ist es über ne Stunde Fahrt, gestern aus dem Nachtdienst nur 20 Minuten. Und das Wetter war fantastisch. Goldener Herbst deluxe! Diese Farben, dieses besondere Licht, ach einfach zauberhaft.
Ich hab es mal wieder als Video komponiert, mit musikalischer Untermalung ist es doch viel schöner.
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Und genau genommen, ist das Bild nicht gestern entstanden, sondern heut morgen aber geplant hab ich es gestern schon, nur keinen passenden Laubhaufen mehr entdeckt.
Vielleicht ist Zaunkontrolleur eine tolle Geschäftsidee im Deutschland mit Wölfen. Ich mein so ein Landwirt hat ja nu anderes zu tun als permanent seinen Zaun zu überwachen, eine Art Securitydienst, der Höhe, Äste, Löcher, Bewuchs, Stromstärke etc permanent unter Kontrolle hat, dass wärs doch. Bezahlung erfolgt bitte durch dumme Kommentare. Jeder der ein Kommentar ala "selbst schuld" , "musst eben besseren Zaun stellen" usw verzapft, dem wird automatisch Betrag xy vom Konto abgebucht.
Wir wurden heut beim wandern auch wieder sehr gelobt, weil ich beide rechts neben mich nehm und wir Platz machen. Die meisten meinen dann sogar "ach dass wäre doch gar nicht nötig, wir haben keine Angst" aber sie freuen sich doch sichtbar über die Rücksichtnahme. Und Rouven durfte dann sogar mal Kontakt aufnehmen, da hat er sich gefreut. Eigentlich ist er mit anderen Menschen eher vorsichtig bis misstrauisch aber wenn die freundlich gestimmt sind, dann traut er sich doch schonmal. Winwin für beide Seiten.
Mit anderen Hunden ist es ähnlich. Haben wir ne Phase, wo wir wirklich nette Hund/Menschpaare treffen, die Hunde dicht beim Menschen oder deeskalierend ausweichend- Hunde entspannen sich sichtlich. Mit jeder Begegnung wird es besser, entspannter. Haben wir wieder paarmal die "yeah cool ein Spielkamerad" in einen reinlaufer, tja dann wird jeder frei laufende Hund fixiert und wenns auch noch ein Labbi ist, sogar Bürste rauf. Und wenn ich die Hunde auf Distanz abwehr gibt's noch dumme Sprüche. Verkehrte Welt.
Rotbunte, neeeeinnnn als Abschluss gibt es Rügens Kreidefelsen im Morgenlicht. Auch Deutschland hat ja feine Ecken.
Zucchini, vielen lieben Dank für das Angebot. Ikea komm ich auf dem Weg zum Nachtdienst immer vorbei, ich denk auch ich werde mir da nochmal ein Pferdchen zu Weihnachten holen. Sind leider nicht so kunstvoll bemalt wie in Schweden. Ich hätte ja vor dem letzten Tag dran denken können, dass ich nicht nur welche verschenken mag, sondern selbst auch gern eins hätte.
Zucchini, bei uns ist recht nettes Herbstwetter. Trocken, tagsüber ca 15Grad, etwas sonnig dann und wann und nachts 3-5Grad. Müsst ihr also in die alte Heimat. So und zum Frühstück ein kleines Häppchen. Der vorletzte Bilderreigen.
Tag 29, Schwedens Südküste
Auf dieser kleinen Halbinsel war schon früh morgens viel Verkehr. Es fuhren einige Autos an unserem Parkplatz vorbei und weckten uns. Wohin sie verschwanden oder kamen bekam ich nicht wirklich raus.
Wir begaben uns auf eine Inselerkundung. Da alles mit Schafen beweidet wird, mussten wir über solch kleine Leitern in deren Weiden klettern. Josys Protest ignorierend, nahm ich sie einfach und hob sie rüber, bevor sie sich wieder den Rücken verknackst. Es war eine zauberhafte Insel. Halboffene Landschaft, mit kleinen Büschen, pinienähnliche Bäume, Felsen, Schafe und das Meer. Ein wenig Toskana im Norden. Sowas schönes nochmal am letzten Tag, nur um uns den Abschied schwer zu machen. Die Schafe waren Besucher gewohnt, meine Hunde wiederum Schafe, so war es entspannt. Nach anderthalb bis zwei Stunden waren wir einmal rum und widmeten uns dem Frühstück- leckeres Mohnbrot mit Honig. Mmhhh.. Wollten wir wirklich aus einem Land abreisen, in dem es im Supermarkt Mohnbrot gibt?
Karlskrona wollten wir uns noch ansehen, da Weltkulturerbe und so. Ein kleiner Parkplatz war fix gefunden und so wanderten wir an der Ostsee gen Stadtzentrum. Das war wirklich schön, so ein Weg immer am Ufer lang, immer wieder mit kleinen Badestränden, das war wirklich sympathisch. Die Altstadt war hübsch aber nicht sonderlich atemberaubend, vielleicht haben wir den schönsten Teil nicht entdeckt. Ich glauve vom Wasser aus sieht man mehr. Mittags waren wir wieder am Auto und begaben uns auf die Tour gen Trelleborg. Nicht, dass wir das einchecken verpassen.
Letztendlich reichte es in Trelleborg noch für einen kleinen Spaziergang durch die Stadt und ich hoffte noch ein Dalapferdchen zu erbeuten aber die Aussage, dass man diese "überall" in Schweden bekommt, gilt definitiv nicht für Karlskrona und Trelleborg.
Die Hunde hatten auf jeden Fall nochmal pullern können, ehe wir auf die Fähre fuhren. Das einchecken ging wieder schnell und Chantal fand einen Platz auf dem obersten Autodeck. Es gab sogar ein Zugdeck. Ich fragte mich, ob die wirklich ganze Züge in der Fähre verstauen. Dass hätte ich ja wirklich gern mal gesehen.
Josy und Rouven mussten diesmal mit ans Deck. War mir bei der längeren Überfahrt und da ja auch wärmer, als frühmorgens in Estland, auch lieber. Maulkörbe drauf und so wanderten wir zum Passagierdeck. Ich musste ganz dringend mal auf ein stilles Örtchen und da es dort mit zwei Hunden einfach zu eng ist, mussten beide in einer Ecke des Waschraums liegen und auf den Rucksack aufpassen. Da lagen sie also völlig bedröppelt und verschüchtert und hofften ich käme auch wieder. Diese großen Wachhunde, die.
Die Überfahrt verbrachten wir auf dem Panoramadeck. Das war windgeschützter als auf der Finnlandüberfahrt und auch insgesamt bot diese Fähre gemütlichere Plätze zum sitzen. Über absolut stille See ging es also nach Rügen, der Himmel verfärbte sich in Pastellfarben und ich verzehrte mein Abendessen in dieser schönen Atmosphäre- mit Pudelmütze. Bereits nach knapp zweieinhalb Stunden kam Kap Arkona in Sicht. Die Hunde lagen friedlich an der Reeling und schliefen, ich stahl mich nochmal eine Etage tiefer und als ich wieder kam lagen sie immer noch aber warteten, ob ich denn.. klar, auf einer Fähre aussetzen ist fast so gut wie auf einem Tretboot in den Masuren. Ich sollte ihnen nie erzählen, dass sie gechippt sind und mir dadurch eindeutig zuzuordnen.
Ich hatte eigentlich auf einen Sonnenuntergang an den Kreidefelsen gehofft. Zeitlich war es perfekt aber zu bewölkt an diesem Abend. Trotzdem war es schön, diese bezaubernden Felsen einmal vom Wasser aus zu sehen. So als Panorama. Im Dunkeln legten wir in Sassnitzs Fährhafen an und konnten alsbald von Deck fahren. Die Fahrt zum anvisierten Parkplatz gestaltete sich schwierig, da die Straße gesperrt war und mein Navi dies nicht glauben wollte. Über Schleichwege und mit mehr als 20km Umweg gelangte ich letztendlich doch nach Lohme. Es war schon Mitternacht und wir alle drei rechtschaffend müde. Trotzdem gingen wir noch ein kleines Stückchen, dass die Hunde ihr Abendgeschäft verrichten konnten, bevor es auch für sie Abendessen gab, ich meinen Rucksack für den Morgen packte und wir uns letztendlich einkuschelten.
Dass wird sicherlich dann und wann passieren aber wer klug ist schweigt darüber. Normalerweise hat der Jäger aber auch nicht immer beim nachgehen ein Gewehr mit und da bleibt dann nur still und leise den Rückzug antreten, wenn dich was großes, graues anknurrt.
Da möchte ich dann unbedingt Bilder. Ich bin ja gespannt. Und so toll wies Wetter momentan noch ist, könnte man glatt noch eine Probenacht absolvieren.
Von der sächsischen Schweiz hab ich ein paar Bilder vom ersten Tag im Wanderthread. Tag zwei wird wohl ein Video, ich kann mich nicht entscheiden, welche Bilder ich raus lasse.
Ich war völlig baff, dass es so dichtan Stockholm so herrliche Natur zu finden gab. Wirklich ein toller Park der an Ausschilderung und Infrastruktur an nichts zu wünschen übrig ließ. Es fuhren sogar regelmäßig Busse aus Stockholm dahin.
So ich vermelde, dass ich Zuhause das Schlafzimmer zumindest theoretisch für eine Benutzung hergerichtet habe. Bett ist frisch bezogen, ich hab Nachtlichter angebracht und nu muss ich mich nur noch in das riesen Bett trauen. Aber Schritt für Schritt.
Derweil war ich auch nicht untätig und es gibt...
Tag 28, Tyresta Nationalpark
Sechs Stunden Schlaf später war ich wieder fit und nach dem Hunde füttern, begab ich mich auf Toilettensuche. Und war erstaunt. Mit fließend Wasser und so. Herrlich. Welch ein Luxus.
Halb neun waren die Schuhe geschnürt, der Rucksack gepackt und wir verschwanden im Wald. Und es fühlte sich soooo gut an. Nicht mehr über Sozialkompetenz nachdenken, einfach nur laufen.. Anfangs liefen wir auf einem Weg für Rollstühle und Kinderwagen, wechselten nach kurzer Zeit aber auf einen schönen Trail. Ein richtig nett zu laufender mit gemäßigter Anzahl an Steinen und Wurzeln aber trotzdem spannend und nicht langweilig. Perfekt halt.
Nach einer knappen Stunde kamen wir an einem Rastplatz mit Feuerstelle an, direkt an einem wunderschönen See. Füße im Wasser baumeln lassen ging recht schnell zu einem Sprung kopfüber ins kühle Nass über. Es war einfach zu verlockend. Glücklich schwamm ich in ruhigen Zügen durch den See und genoss diesen ganz speziellen Frieden im Wasser, in einem spiegelglatten klaren See. Die Hunde warteten am Ufer und waren froh, mich nicht begleiten zu müssen.
Nun musste die Pause ja "leider" etwas länger ausfallen, ich musste ja erstmal wieder trocknen. Also lagen wir gemeinsam in der Morgensonne, auf warmen Felsen wie drei Salamander und genossen den Tag. Irgendwann war die Sonne hinter Wolken verschwunden und wir wanderten weiter. Die Wegweiser waren super platziert und verlaufen quasi unmöglich, wenn man wusste, in welche Richtung man wollte. Wir begegneten noch einer Familie mit Kindern, die Mädels mit Plüschpferdchen an Stöckchen. Steckenpferde. Wie süß! Ich war entzückt.
Ein Teil unseres Weges führte uns wieder durch eine Felsenlandschaft, die aber recht viel Feuchtigkeit abbekommen muss. In manchen "Schluchten" war die Vegetation sehr üppig und man hatte ein Dschungelfeeling, so hoch im Norden. Eine absolut abwechslungsreiche, tolle Strecke. Ich war wieder seelig und in meinem Element. In einem Teil der Felsen lagen viele tote Bäume überwuchert von frischem Grün. Ich hatte gelesen, dass es im Park vor ein paar Jahren einen Waldbrand gegeben hatte, dass musste die Stelle sein. Vernichtung und Neubeginn ganz nah beieinander, die Natur erkämpfte sich einfach ihre Lebensräume zurück. Krönchen richten und weiter/neu wachsen.
Es war schon fast 15Uhr ehe wir zurück waren. Laut den Wegweisern mussten wir so etwa 16-17km zurück gelegt haben. Die Hunde bekamen ihr Mittagessen und danach die heißgeliebten Schulterblätter zum knuspern, ich machte mir ein Nudeltöpfchen warm und suchte die beste Route nach Trelleborg raus. Auf einer kleinen Halbinsel, bei Karlskrona, wollten wir schlafen und den Morgen dort genießen, ehe wir die restlichen drei Stunden zur Fähre gen Trelleborg fahren würden.
War ich die letzten Tage noch hin und her gerissen gewesen, ob ich mich auf Zuhause freute oder nicht, so hatte sich heute definitiv die Freude durchgesetzt. Ich vermisste die große graue Knuddelnase und meine kleinen Quieker. Nachdem das letzte Hörbuch schon gestern durchgelaufen war, hatte ich auch endlich wieder gute Radiosender gefunden, dass war im nördlichen Teil Schwedens und Norwegens vergeblich gewesen. So lief also wieder laut das Radio, die Fenster ließen den Frühling herein und zwischendurch spielte auch mal CD- der Player wollte mal wieder, jedoch nicht ewig. Warum soll er in 4 Wochen mehr laufen, als sonst in zwei Jahren? Chantal hat halt Charakter, da muss man mit leben.
In Kalma kauften wir noch kurz ein, etwas Joghurtdrink zum schmuggeln nach Hause und frisches Brot. Eigentlich hatte ich auf Zimtschnecken gehofft, wurde aber enttäuscht. Dafür gab es Mohnbrot. Darüber freute ich mich riesig. Nun musste ich natürlich noch Honig mitnehmen und freute mich schon diebisch aufs Abendessen und Frühstück. Mohnbrot mit Honig und ein Tässchen Milch. So leicht ist Glückseligkeit zu erreichen.
Mit dieser Vorfreude vergingen die letzten Kilometer bis zum Nachtlager im Fluge. Im Dunkeln kamen wir an. Irgendwie war dass doch komisch. Man musste sich erst wieder dran gewöhnen. Und keine Sterne. Wieder nicht. Wie schade. :/ Wir gingen noch eine kleine Runde spazieren und während die Hunde anschließend ihr Essen verspeisten, bestrich ich andächtig mein Brot mit Honig. Nix gegen Knäcke aber Brot ist einfach Brot. Und Mohnbrot eben der König der Brote.
In einem Zustand absoluter Glückseeligkeit schlief ich ein.. Träume von Milch und Honig und Mohnbrot versüßten den Schlaf.