Beiträge von nepolino

    nepolino Doch, man kann mehr tun als das Beste draus machen. Man kann versuchen, Veränderungen anzustoßen und man kann versuchen, offen und empathisch gegenüber dem Leidensdruck anderer zu bleiben. Dass man für sich persönlich trotzdem das Beste aus der eigenen Lebenssituation machen sollte, steht für mich auf einem völlig anderen Blatt.

    Und ich verstehe auch Deine Argumentation nicht. Weil Du es nicht leicht hattest, sollen andere auch leiden? Oder welcher Gedankengang steht dahinter? Warum denkst Du, dass es hier um Luxus und Silbertabletts geht?

    Nein, es geht darum, dass man eben manches akzeptieren muss und nur das Beste draus machen kann. Und wenn man in einer Ecke schlicht nicht mehr wohnen und arbeiten und seinen ganz kleinen persönlichen Luxus bezahlen kann, bleibt nur alles neu erfinden- oder auf Hilfe von aussen pochen.

    Vielleicht kommt die, meine Erfahrung ist nein. Wenn man so veranlagt ist, kann man sich natürlich noch politisch engagieren, versuchen Änderungen herbei zu führen, wird aber eher ein längerer We, der im hier und jetzt nix akut bringt. Hier und heute bleibt nur Entscheidungen treffen, schauen wie man sein kleines persönliches Glück erreichen kann.

    Ich höre hier so den Tenor der in vielen Bereichen zu hören ist.. ich möchte all dass was "die da" auch haben aber bitte auf dem Silbertablett..

    Ich lese dich hier im Forum wirklich gerne und aus deinen Zeilen strahlt immer sehr viel Empathie Tier und Mensch gegenüber. Dein obiger Satz tut gerade einfach sehr weh. Weil er ein Grundbedürfnis, wie Clover so schön zeigt, mit einem Schlag in die Magengrube abtut.

    Das wollte ich dir kurz spiegeln. Weil man vielleicht selbst manchmal aus den Augen verliert, welche Hintergründe andere Menschen haben, die hier mitlesen.

    Danke fürs spiegeln. Und das meine ich ernst. Ich hole mal etwas aus..

    Ich verstehe, durchaus, dass es Angst macht sein Umfeld zu verlieren. Dass es böd ist jeden Tag arbeiten zu gehen und trotzdem reicht es nicht um in den Großstädten zu wohnen.. ich verstehe, dass nicht jedermanns Sache ist Risiko Immobilie einzugehen.. und ich stimme völlig zu, dass Wohbubgspolitik in völlig falsche Richtung geht..

    Nur.. ich werde es nicht ändern. Du, einige andere auch nicht. Ich kann nur gucken wie ich damit umgehe. Gestern wurde mir in anderem Thread auch dezent unterstellt ich wäre ja privilegiert weil.. nö..

    Vielleicht kurz umrissen.. Bruder 1 hat Haus finanziert bekommen, Bruder 2, 8Jahre Studium. Ich nix, weil Stiefkind. Ist so.

    Ich bin zur Lehre 600km weg gezogen. Mit nix. Auf Betrieb gewohnt, Tag für Tag massiv angebrüllt worden. Zurück ging nicht, war so. Aushalten. Nach 2 Jahren konnte ich wechseln, als fertig mit der Lehre weitere 400km weiter gezogen. Eingezogen in die Wohnung bin ich mit einem Sofa aus meinem ehemaligen Kinderzimmer und dem Versprechen Kaution in Raten. Arbeitsstelle Katastrophe, der Privatvermieter auch speziell. Nach 2 Jahren also Wechsel weitere 600km quer durch die Republik.

    Lohn wurde nicht gezahlt, im Lehrberuf nix so schnell gefunden also in Service gewechselt. Nebenbei Minijob, Teilselbstständigkeit aufgebaut. Hund 1, Hund 2.. aus der Wohnung raus, ins Erdgeschoss für den älteren Hund gestaltete sich dann schwierig, weil halt nicht Vermieters Traum. Privatvermieter.. 40km weiter raus.. zur Finanzierung noch Nachtjob angenommen.. ein Vermieter der sehr speziellen Sorte..Also erneut Umzug..

    Wieder nix gefunden.. Also Radius erhöht und bei Bank angefragt, Haus im Nirgendwo gekauft, vollfinanziert. Corona hat mir dann Teilselbstständigkeit zerschossen, Jobsituation erneut umgeschmissen. Da lief dann diverses sehr, sehr blöd.

    Aber ich wollte nicht verlieren was irgendwie aufgebaut. Also nochmal alles umgeworfen, ich bin jetzt so weit entfernt vom Ursprungsjob wie es nur geht. Ich hab inzwischen 5x mein soziales Umfeld gewechselt, x mal Jobs, viele schlaflose Nächte gehabt. Schön ist es nicht immer nein. Leichter wäre netter.

    Aber ich hab mein Zuhause, nicht da wo ich mal dachte aber es ist schön. Ich hab meine Hunde, mein Ponie. Ich hab inzwischen ein nettes Arbeitsumfeld. Nur Freunde sind alle natürlich weit verstreut. Schade, manchmal etwas einsam. Aber wenn ich eins gelernt hab im Leben- perfekt ist nicht. Das Beste draus machen. Mehr können wir nicht.

    Ich höre hier so den Tenor der in vielen Bereichen zu hören ist.. ich möchte all dass was "die da" auch haben aber bitte auf dem Silbertablett..

    Ja vieles läuft schief, einige haben es materiell besser. Aber grds gibt's zwei Wege- unzufrieden sein und jammern oder Wege suchen wie man glücklich bzw zumindest zufrieden ist, wie man Ziele erreicht. Und dazu gehört Flexibilität und auch mal aus der Komfortzone gehen, etwas wagen. Wenn man dass nicht möchte, ist dass ok aber dann bitte nicht andere dafür verantwortlich machen.

    Die kleine Fläche war als erste Hilfe Maßnahme vorgeschlagen worden, weil 0,5Hektar lassen sich mit den Netzen bsw in 2- 3Stunden gut und schnell sichern. 3Hektar mit ggf neuem Seil, neuen Verbindungen etc- eben nicht. Es soll nicht das Ziel sein, die Pferde auf den kleinen Flächen dauerhaft zu halten.

    Und ja- die Zäune müssen stehen bevor die Wölfe da sind. Abwarten und dann "oh war ja völlig unerwartet, kann man ja nicht leisten, bezahlen etc" - sorry, ne funktioniert nicht. Ich hab 6000qm nur eingezäunt. Kosten? Rund 2200-2500€. Nur das Zaunmaterial und das gute Weidezaungerät. Hätte ich billiger haben können und mit weniger Arbeit. Aber dann kann ich persönlich nicht ruhig schlafen.

    Und mal als Fakt.. wir haben seit 20Jahren Wölfe in Deutschland.. 20 Jahre Zeit. Ich bin in vielen Punkten mit der Politik drumrum auch nicht einverstanden aber jeder Zaun der dem Wolf nicht beim ersten Mal signalisiert "oh scheiße tut weh" trainiert die Wölfe in Bezug auf Überwindung und Respektlosigkeit ggü Zäunen. Und dass find ich richtig scheisse.

    Es geht nicht darum, dass sie es theoretisch überspringen können. Dann müsst ihr Zäune bauen.. Sie versuchen immer als erstes drunter durch zu kommen, was beim typischen Pferdezaun recht easy ist. Die erste Litze ist meist auf 50cm, bisschen ducken, schwupps drauf auf der Wiese.

    Ein Netz erschwert dieses durchschlüpfen und sorgt mit ordentlich Strom drauf für Erfahrung "Zaun, Pferd= aua" . Im 2. Step wird versucht zu buddeln, wenn sie bei springen ankommen hast eh verloren aber da sind viele Zaunkontakte ohne schmerzhafte Konsequenzen vorweg gegangen.

    Ich schreib dass nicht um zu klugscheissern, ich hab entsprechende Zäune geplant und weiß ein bisschen was geht, was nicht. Abwarten und hoffen tut es nicht.

    sehr lange Zäune

    Was sind denn sehr lange Zäune in diesem Zusammenhang? Oder vielmehr: Kann man über die 400m der Rolle hinausgehen?

    Ja, klar. Unter optimalen Bedingungen kann man das Seil bei bis zu 13km Zaunlänge einsetzen. Ich zieh immer pi mal Daumen 1/3 ab für "reale" Bedingungen , also so 8/9km Zaun kann man damit gut ausstatten ohne nennenswerten Leistungsverlust am Ende vom Zaun.

    Ich hab dass bei mir zb auch verbaut und durchweg 11.100- 11.500 Volt auf dem Zaun. Plus die hohe Schlagstärke- tut ordentlich weh da dran zu kommen aber dass soll es auch.

    Wenn ganz lange Zaunanlagen ausgestattet werden müssen, wäre zb dass meine Wahl..

    https://www.agradi.de/ako-premium-ul…eiss-orange.htm

    Man kann die Kosten immer etwas minimieren, wenn man 3Reihen Seil plus 2-3 Reihen Litze nimmt. Vergleichbare Litze ist doch günstiger aber bei Pferden je nachdem immer bisschen schwierig wegen Sichtbarkeit und höherer Verletzungsgefahr falls sie doch mal im Zaun landen.

    Falls ihr noch "normale " Zäune habt, sicheren Paddock einrichten und absichern anstatt hoffen.

    So Netze aussenrum..

    https://agrarzone.de/27584/euro-mus…OMaAkQyEALw_wcB

    Weidezaungerät mit mindestens 5Joule Ausgangsleistung ran an den Zaun.

    Sowas zb..

    https://agrarzone.de/30841/ako-duo-…r8aAtSeEALw_wcB

    Und langfristig aufrüsten. 5-6 Reihen Seil, hochleitfähig. Anders habt ihr keine Chance den Wolf draussen zu halten.

    https://www.agradi.de/ako-strick-pre…QAaApB1EALw_wcB

    Dass Seil ist guter Preis/Leistungskompromiss. Wenn ihr sehr lange Zäune habt reicht es nicht aber geh ich der Schweiz jetzt nicht von aus.

    Nur es gab noch keine Risse ist doch das eine.. Dass Wölfe wieder da sind, bzw kommen das andere. Da müssen einfach vernünftige Zäune stehen. Ob man nu 30Jahre schon anderen Zaun zu stehen hatte oder nicht.

    Ich hätte vor 20Jahren den Zaun um meine Weide auch noch für 1/3 des Aufwands und der Kosten gebaut aber heute sind die Bedingungen halt anders. Es geht nicht mehr darum die Tiere am ausbrechen zu hindern, sondern primär darum, Wölfe am eindringen. Die sonstige Wolfspolitik können wir nur bedingt beeinflussen als Tierhalter aber Zäune stellen, wo die Wölfe sich die Nase verbrutzeln, dass können wir.