100% finde ich weder erstrebenswert noch positiv. Wie schon einige vor mir schreiben, sind es Tiere, keine Maschinen. Und für mich persönlich gehört es dazu, dass der Hund mal nicht gehorcht, seinen eigenen Kopf hat, mir den Stinkefinger zeigt, dass wir uns (nicht physisch natürlich🤪) aneinander reiben.
Ich will, dass der Hund selbstsicher ist, weiß dass er mir vertrauen kann und deshalb auch Mal sein Ding machen. Ich erwarte, dass er sich meiner Führung anvertraut, wenn ich das fordere, aber wenn nicht, soll er sein wie er ist. Und ich mag es, dass das mitunter frech und wild ist. Gehorsam ist der Weg zu mehr Freiheit, Ungehorsam der Weg zur Einschränkung seiner Freiheiten. Wir trainieren viel, aber nicht um 100% zu erreichen, sondern dass Dio bei uns ein artgerechtes, zufriedenes und sicheres Leben führen kann und ich mich mit ihm an meiner Seite wohl fühle.
Ein Kadavergehorsamer Hund, der nicht rechts noch links schaut, alles und jeden brav akzeptiert, nicht einfach Mal ne freche Kackbratze ist, das wären wohl 100% und gleichzeitig das, was ich nicht haben möchte.
Ein zu 100% gehorsamer Hund (wenn es wirkliche 100% überhaupt gibt) hat mit Kadavergehorsam nix zu tun. Meine befinden sich zu einem sehr großen Teil ihres Lebens im Kommando „Lauf“ … da dürfen die tun was sie wollen, dürfen Spaß haben usw. Die schleichen deshalb nicht völlig ergeben neben mir.
Aber wenn sie eben in einem Kommando stehen, haben sie das auch auszuführen. Da lass ich auch nicht mit mir reden.
Wie sehr ein Hund hören muss, hängt sicher auch ein bisschen vom Hund ab. Wenn dessen Interessen stark von meinen, oder denen der Gesellschaft abweichen, dann muss er besser hören, um trotzdem überall mitgenommen werden zu können 🤷♀️