"Gerhorsam ist, wenn der Hund etwas macht, obwohl er lieber was ganz anderes tun würde"
Diese Aussage hat etwas wahres und darin stecken für mich folgende Möglichkeiten (ganz grob)
1. ich steigere die Motivation so hoch, dass sie höher ist, als die Motivation zum jagen
2. ich halte den Hund mittels Zwang (und das kann schon die Einschränkung durch die Leine) davon ab, zu tun, was er jetzt lieber tun würde
Ja, das stimmt, das trifft es ziemlich gut.
Ich denke, ich muss noch herausfinden, welche Belohnung die Motivation bei Hope am besten steigert, um den Fuß da noch besser reinzubekommen.
Du hast ja letztens noch erklärt, dass ihr nun einen Abbruch konditioniert habt.
Ich habe auch mal darüber nachgedacht, muss aber sagen, dass ich von Hunden hörte, die trotz damals genutzten Stromhalsbändern einfach weiter liefen, weil selbst der Schmerzreiz den Reiz zu Hetzen nicht durchbrechen konnte.
Und ich habe tatsächlich Angst, dass ich für einen zuverlässigen Abbruch enorm viel „Gewalt“ aufwenden müsste bei einem so stark jagdlich motivierten Hund.
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Wenn ich in der Situation beim jagen einen aversiven Reiz bring, wenn der Hund schon jagt, also richtig hinterher hetzt, dann tritt sogar relativ oft, der von dir beschriebene Fall ein. Es gibt tatsächlich garnicht wenige Hunde, die mit Stromhalsband dann einfach weiter rennen und den Schmerz aushalten. Und selbst wenn die Handlung unterbrochen wird, ist nicht unbedingt ein Lernverhalten da. Das hat einfach mit den Hormomen, die dabei ausgeschüttet werden, wenn er hetzt, zu tun. Wenn man so arbeiten will, bräuchte man, wie du auch richtig schreibst, einen für den Hund sehr massiven Schmerzreiz, um überhaupt zu ihm vorzudringen. Ob’s einen Lerneffekt hat, sie dahin gestellt.
Deshalb ist das Timing eben so wichtig, also dass der Abbruch kommt, wenn der Hund noch nicht hetzt und der Hormonspiegel von Adrenalin und co noch gering ist. Das ist eine kurze, also wirklich mega kurze Zeitspanne zwischen anzeigen vom Wild (ich schreib ja schon bewusst nicht vorstehen) und hetzen.
Wenn man diese Millisekunde trifft, um den Hund sehr deutlich durch Körpersprache und evtl. einen Reiz um ihn zu erschrecken, dann kann er das sehr gut verknüpfen und bricht das Jagdverhalten ab. Dann gibts dafür natürlich auch ein Lob.
Herausforderung ist, dass eben diese Millisekunde getroffen wird, das ist bei echtem Wild nicht ganz einfach.
Unabhängig davon erkläre ich meinen Hunden auch, was Gehorsam beim Rückruf bedeutet und zwar in verschiedenen Situationen.
Eine Kombination aus beidem hat bei meinen Hunden dazu geführt, dass sie bei Wildsichtung angespannt sind, auch noch anzeigen, sich aber deutlich zu mir orientieren.
Nun kann man sagen, vielleicht haben die vorher nicht so extrem gejagt 🤷♀️ es sind halt keine Jagdhunde … aber nen ausgeprägten Beutetrieb gepaart mit einem gewissen „Willen“ etwas durchzuziehen, haben sie schon.
Beide haben auch schon gejagt … Asche auf mein Haupt. Wir sind auch keine Maschinen und es ist halt mal passiert, danach waren sie jeweils gesichert. Ambi hat dabei auch gefangen und zurück gebracht, Arielle belässt es beim hetzen, war aber dafür schon mehrere Stunden weg.
Beide jagen eher auf Sicht.