Das liegt meiner Meinung nach an der Art, wie schnell wir menschen dazu neigen, zu verallgemeinern und Vorurteile zu haben. Dazu habe ich 2 Beispiele:
1. Meine Mama hat sich unsere Mondioring Prüfung bei mir am Platz angeschaut. Sie kennt meine Hunde gut, weiß, dass wir das vernünftig machen und das meine Hunde wegen diesem Sport nicht gefährlicher gegenüber Menschen sind, als andere. Genauso weiß sie, wie sehr ich die Mädels liebe und wie möglichst positiv meine Arbeit mit denen ist. Das strahlen die dann bei der Arbeit auch aus. Nun sind bei so einer Prüfung auch andere Nationen vertreten, in unserem konkreten Fall Tschechen. Ohne jemanden zu nahe zu treten, man hat gesehen, wie diese Hunde ausgebildet wurden und die Tonlage und das Geschrei bei Kommandos empfand ich als abschreckend. Meine Mama hat die natürlich auch gesehen. Da sie aber dem Sport gegenüber mit einer positiven Grundstimmung zugeschaut hat, hat sie sich eher an den schönen Vorführungen erfreut und diese eher negativ auffallenden ausgeblendet. Sie war begeistert und fand das war eine tolle Vorführung von unserem Sport. Eine Vereinskollegin, die Schutzdienst wegen der oft damit verknüpften aversiven Methoden eher kritisch sieht, hat diese Prüfung ganz anders wahrgenommen. Sie hat diese schreienden Menschen und gedrückt laufenden Hunde gesehen und wurde eher bestätigt in ihrer Meinung. Und das obwohl die meisten Hunde eine freudige Arbeit gezeigt haben.
Was man sieht und für sich mitnimmt, hängt nunmal stark von der inneren Haltung ab, mit der man sich sowas anschaut. Und die Vereinskollegin ist nicht extrem voreingenommen und hat versucht offen für den Sport zu sein. Und so schnell hat man eine Verallgemeinerung. Meine Mama erzählt jetzt überall rum, dass Mondioring voll der tolle Sport ist. Meine Vereinskollegin hebt eher etwas gedrückt laufende Hunde hervor.
Nun wollen sich beide Personen vielleicht weiter ihr Bild machen, weil eine Veranstaltung ja nicht repräsentativ ist. Sie werden aber immer wieder die eine eher das positive und die andere eher das negative sehen, weil sie voreingenommen dort hin gehen.
2. Mir ist das selbst auch unbewusst passiert. Ich habe Polen beim Training in Frankreich gesehen. Das war sehr extrem negativ, ich konnte es mir nicht lang anschauen. Nun hatte meine Freundin einen Hund gesucht, einen Mali. Ich habe ihr von polnischen Züchtern abgeraten, weil ich einen einzigen eben live gesehen habe und damit alle anderen über einen Kamm geschert habe. Menschen neigen nunmal dazu.
Was ich damit sagen will. Der Rütter hat eine negative Haltung gegenüber Hundesport im allgemeinen. Selbst wenn der jetzt einen Hundeplatz besucht. Ihm wird immer der eine Hund, der eine Mensch auffallen, bei dem es nicht rund läuft und der jetzt nicht so vorzeigbar war und nicht die anderen drölf Hund - Mensch - Teams, die wunderbar miteinander arbeiten. So sind wir Menschen gestrickt, dass wir schnell von etwas eine Meinung haben. Auch wenn wir offen sein wollen, so fallen wir doch schnell wieder in dieses Vorurteil rein. Und dann manifestiert sich eine Meinung sehr stark.
Ich habe auch nicht vor, den Rütter zu bekehren. Er wird sich mit mir unterhalten und danach noch genauso anti Hundesport sein, wie vorher. Aber vielleicht schaut er ein ganz kleines bisschen über den Tellerrand, dass zumindest nicht alles ganz so schlimm ist, wie er es wahr nimmt. Und dass nicht alle Schutzhundler schreiende, trinkende Proleten sind, die den Sport als Schwanzverlängerung ausüben.
Mich hat sein positives Feedback auf jeden Fall sehr sehr überrascht, weil ich garnicht damit gerechnet habe. Zumal ich ihm geschrieben habe, dass ich Mondioring mach und das ja für den Nichtwissenden noch schlimmer und mehr nach zivilem beißen ausschaut, als IGP. Außerdem habe ich in meinen Storys gesehen, dass er scheinbar auch mal mein Insta Profil angeschaut hat. Also er weiß schon, dass er da mit jemanden in Kontakt ist, der Hundesport macht.