Ich weiß nicht, wie es in anderen Großstädten so abgeht, aber in Berlin wundert mich tatsächlich rein gar nichts mehr. Man traut sich manchmal auch nicht mal was zu sagen, aus der Befürchtung, selbst eine verpasst zu bekommen. Viele Menschen sind hier so dermaßen aggressiv, wenn man es wagt, auch nur eine kleine Randbemerkung zur freien Entfaltung ihres Hundes zu machen. Ich kann mich oft nur überwinden, weil ich weiß, dass es zum Wohl meines Hundes geschieht, aber Angst hatte ich dabei schon oft. Es sind vielleicht auch (unverhältnismäßig?) gefühlt viele Personen mit zumindest für meinen Eindruck leichten, psychischen Auffälligkeiten dabei, aber das ist reine subjektive Wahrnehmung ohne Quellen, einfach nur meine Erfahrung. Erst neulich habe ich mitbekommen, wie eine Frau beinahe auf eine andere Frau losgegangen ist, weil die mit ihrem Kleinhund darum gebeten hat, dass der Labrador-Mix der anderen Frau bitte kurz gehalten wird und nicht versucht, ihren Kleinhund am Genick zu packen. Vor einem Monat hat mich eine andere Hundehalterin vor einer Straße in unserem Viertel gewarnt, wo offenbar zwei 40-Kilo Hunde eingezogen sind, die sich losreißen und sie und ihren Hund angreifen konnten. Ich find das manchmal wirklich unheimlich und bin froh, dass ich einen verhältnismäßig großen Hund habe. Wie gesagt. Mich wundert hier mittlerweile rein gar nichts mehr. Ich hab das Gefühl, es wird alles immer roher und aggressiver, selbst wenn man nur eine ganze simple Bitte ("Hund nicht herlassen, bitte Leine kurz!") äußert, kanns schon eskalieren.
Belastend.