Ich hab bisher weder ein Buch von ihm gelesen, noch die DVD gesehen. Zufälliger Weise war ich das letze Wochenende auf einem Seminar, an dem Anton F. auch teilgenommen hat. In den zwei Tagen fand ich ihn recht sympatisch, jemand, der sagt was er denkt, der sehr humorvoll ist (cookingchef – der Gartenstuhl war ein Scherz !!!!) und der weiß wovon er redet.
Erstmal die Frage, welchen Zweck solche Abendvorträge haben !
Ein guter Hundetrainer kostet Geld (komischer Weise zahlen viele, ohne mit der Wimper zu zucken, horrende Summen für eine Tennis- oder Golfstunde, regen sich aber über den Preis einer 10er Karte in der HS auf !). Hab ich ein Problem mit meinem Hund, brauche ich Hilfe oder will Neues lernen, dann geht ich gezielt in eine Hundeschule, besuche ein Seminar (ab 100 EUR aufwärts) oder buche meinen Privattrainer.
Diese Abendvorträge, erhältlich für ein Taschengeld, sind nichts anderes als eine Werbeveranstaltung. Trainer XY zieht durchs Land, versucht die Leute von seiner Sicht der Dinge zu überzeugen, sein Konzept vorzustellen, ein bisschen Aufklärung zu leisten und vor allem: Die Zuhörer zum Kauf der eigenen Publikationen und zum Besuch der eigenen oder lizensierten HS zu bewegen.
Ich betrachte diese 15 EUR als günstige Gelegenheit, mir viele Referenten ersteinmal anzuschauen, ihre Einstellung, Kompetenz und ihr Konzept kennenzulernen und danach zu entscheiden, will ich mehr wissen, geh ich zu einem Seminar, oder reicht mir, was ich gesehen habe.
Ich hab Fichtlmeier nur als Privatmensch und als Referent kennengelernt. Ich hab ihn nicht live mit Hunden arbeiten sehen, weiß daher nicht, wie er selber umsetzt, was er referiert – daher kann ich nur die Theorie beurteilen.
MIR persönlich hat der Vortrag sehr gut gefallen. Das Wichtigste ist für mich die Grundbotschaft : Der Hund ist ein Hund, ein Spezialist, selbst denkend, hoch intelligent und als solcher zu behandeln !
Sein sogenanntes Kontakthalten heißt nichts anderes, als mit dem Hund ein Team zu bilden, gemeinsam zu arbeiten. Eigentlich ist sein Prinzip so simpel wie der Anbegin der Mensch-Hund-Beziehung : Gemeinsam, aber ich führe !
Der Hund lernt ein (immer positives) Hier und für alles verbotene/unerwünschte ein Abbruchsignal. Wie dieses trainiert wird, ist vom Hund und seinem Halter abhängig. Der eine lernts super schnell bereits als Welpe und respektiert es sein Leben lang, der andere (und davon haben wir zig Beispiele hier im Forum) hats nie verständlich gelernt oder hat weder Respekt noch Vertrauen zu seinem Halter.
Sicherlich ist die Bezeichnung : Wir verblöden unsere Hunde ! provokant, aber bitte mal genauer hingeschaut. Nehmen wir die Clickerfraktion … was ist den shapen ?? Ich laß meinen Hund doch dabei nachdenken, oder ? Das ist ein Frage- und Antwortspiel, der Hund überlegt, fragt und bekommt (wenn richtig) eine Bestätigung.
Nichts anderes empfiehlt er. Konditioniert nicht ein exaktes, stures Verhalten, sondern laßt die Hunde mitarbeiten, fordert und fördert sie.
Ohne jetzt jemanden persönlich anzugreifen, jeder hat seine Hobbys, seine Vorlieben und soll auch bitte das machen, was er mag, aber was ist Obidience oder Dogdancing ? Heißt das nicht, daß ich dem Hund Kommandos beibringe, die er auf Abruf in beliebiger Reihenfolge zeigen muß ? Der Schwierigkeitsgrad für den Hund liegt darin, ersteinmal die Kommandos zu lernen und sie dann nach Wunsch auszuführen. Einmal gelernt also kein großer Anspruch mehr … genaugenommen tägliche Wiederholungen, aneinanderreihen von Kommandos.
Da sagt Fichtlmeier eben stop, so nicht ! Mein Hund ist hochintelligent, hat eine vorzügliche Nase, kann weitaus mehr. Ich will ihn nicht blöd halten, sondern genau diese Fähigkeiten nutzen, den Hund nachdenken lassen und zwar genau so, daß er mit mir arbeiten, kommunizieren muß, um Erfolg zu haben.
Wer ihm zugehört hat, die Botschaft verstanden hat, wird darüber nachdenken und zustimmend nicken … oder verständnislos den Kopf schütteln.
Ich habe viel von dem Vortrag mitgenommen, fands interessant und werd mir seine Arbeit bestimmt noch live anschauen.
Gruß, staffy