Doch, du liest genau richtig
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Bei so einem Aufbau brauchst du etwas, was dein Proband sehr gern tun möchte (egal ob Mensch oder Tier) und ermöglichst dieses Verhalten erst, wenn er ein anderes, weniger beliebtes Verhalten gezeigt hat.
Einfachste Variante: Hund möchte fressen, kommt aber erst zum Napf, nachdem er sich gesetzt hat. Bald wird Hund sich sofort hinsetzen, wenn es an die Fütterung geht.
Umgekehrt funktioniert es aber nicht, denn die Bereitschaft sich zu Setzen kann sicherlich nicht das Fressen verstärken, also kein Hund wird fressen, damit er sich setzen darf.
Oder bei Menschen: Wenn mein Kind immer erst nach den Hausaufgaben zum Spielen darf, kann es sein, dass es die Hausaufgaben bald freiwillig und schnell erledigt. Wenn es erst Spielen darf, wird das die Hausaufgabenerledigung wenig beeinflussen.
Daher gibt es auch keine Möglichkeit immer fest danach zu arbeiten. Einen Mäkler wird der Napf nicht ausreichend reizen. Einen Hund, der nicht schwimmt, kann man nicht mit der Erlaubnis in den Fluss zu springen belohnen und der Nichtspieler wird die Freigabe Richtung Hundegruppe auch nicht genug schätzen.
Wenn du schaust, meine Hündin hat vor dem Napf zu warten und gefressen wird draußen ohne weitere Übung so verknüpft, dass sie bei der Futterzubereitung bereits draußen an ihrem Futterplatz sitzt. Anfangs habe ich den Hund, der doch sonst interessiert zuschaute, gesucht
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Der Rüde hat gelernt, vor der Freigabe zum Napf eine Grundstellung auszuführen, er weicht mir nicht mehr von der Seite, wenn ich die Näpfe fülle.
So hat man bei ähnlichen Anforderungen vollkommen unterschiedliche Ergebnisse. Sie zeigt das Verhalten bereits unglaublich früh und er passt auf, dass er die Gelegenheit in die Grundstellung zu springen nicht verpasst.
Für meine Hündin ist die Erlaubnis auf einer Wiese zu rennen eine Superbelohnung, der Rüde kommt dafür nicht hinter dem Ofen vor. Dafür kann man mit ihm hervorragend vor Stellen üben, an denen er sehr gerne markieren möchte.
LG
das Schnauzermädel