Wenn ich meine gesammelte Literatur über Hundesport durchsehe, dann wird Meideverhalten immer im Zusammenhang mit Wehrverhalten und eben als einer Abbruch und zukünftiges Unterlassen definiert, obwohl viel dieser Literatur mit Zwang nicht grade sparsam umgeht.
Aber auch in der Literatur der menschlichen Psychologie wird Meideverhalten nur als Vermeiden bestimmter Situationen beschrieben. Angstpatienten haben meist ein ausgeprägtes Meideverhalten, das ihr soziales Leben stark einschränke kann. Aber auch hier ist das Meideverhalten keine Panik, sondern es ist ein Vermeiden von Situationen die Angst auslösen könnten.
Wenn ich auf meinen Hund so einprügle, dass er sich in meiner Anwesenheit nur noch kriechend bewegt, dann ist das ganz sicher auch Meideverhalten, aber nur weil man Meiden auch so anwenden kann, ist doch nicht jedes Meiden immer schlecht und grausam.
Hunde meiden ständig, es ist für sie genauso normal wie für uns, denn auch wir meiden andauernd. 
Meiden ist sicherlich nicht der tolle Erziehungsschritt schlechthin, aber es ist eine von vielen Möglichkeiten, die in der Erziehung zum normalen Zusammenleben ihre Berechtigung haben.
Für die Ausbildung ist Meideverhalten dann wieder ganz anders zu bewerten. Wer seinen Hund erst trieblich völlig überdreht und dann versucht mit Meideverhalten eine gewisse Lenkbarkeit zu erreichen, hat nichts verstanden und sollte sich ein Stofftier kaufen.
EDIT: Hier ist ein sehr schöner Artikel über Angst und die dazugehörogen Verhaltensweisen: http://www.fh-eberswalde.de/_obj/.../z_Ang…otsdam_6-98.pdf
LG
das Schnauzermädel