Ich würde nie unterstellen, dass bei einem ängstlichen Hund das ganze Verhältnis zum Besitzer nicht stimmt. 
Hunde lassen sich führen und schließen sich an, weil sie dadurch Vorteile genießen, egal ob unter Menschen oder rein unter Hunden. Bestimmte Probleme und Entscheidungen werden ihnen abgenommen und meist ist ihnen das ganz recht.
Jetzt ist Souveränität und Sicherheit eine Frage der Ausstrahlung und nur bedingt erlernbar. Sich jetzt zu sagen, ich habe keine Angst, klappt nicht.
In viele Situationen versucht man selbst souverän und sicher zu sein, aber oft ist man es einen Sekundenbruchteil nicht.
Ein minimales Zögern, eine leichte Anspannung der Muskeln, eine für den Hund riechbar veränderte Körperchemie, all solche kleinen Signale, die man nicht wirklich steuern kann, reichen für den Hund.
Typisch ist oft, der Hund sieht etwas. Er wird leicht zögerlich, aber seine Bewertung der Situation ist noch nicht abgeschlossen. Sein Mensch hat aber gelernt, dass jetzt wahrscheinlich Angst beim Hund kommt. Also kommt dieser minimale Moment der "inneren Sammlung" und schon hat Hund die Situation als gefährlich beurteilt, weil sein Mensch ihm das aus Versehen vermittelt hat.
Oder die Variante, wo der Mensch zwar sicher und selbstbewusst durch sein Leben geht, aber eine "Anfrage" seines Hundes übersieht. Hund sieht etwas, mensch ignoriert es völlig. Viele Hunde gehen jetzt einfach mit. Manche haben aber trotzdem Angst. Dann sieht man ein Zögern, einen pendelnden Blick zwischen seinem Menschen und dem Angstobjekt. Reagiert der Mensch nicht, kann es sein, dass der Hund richtig Angst bekommt. Ein klare Anweisung kann hier den Hund "beruhigen", er bekommt eine Aufgabe und wird nicht allein gelassen.
Bei sehr selbstständigen Hunden kann man auch alles richtig machen und trotzdem nicht zum Hund durchdringen. Er hat seine Einschätzung getroffen und bleibt dabei. Da muss man wieder anders ansetzen.
Angstverhalten ist komplex. Es gibt nicht den Weg, der richtig ist. Es gibt nur den richtigen Weg für diese Hund/Halterkombination. 
LG
das Schnauzermädel