Irgendwie rankt sich um Leistungszucht ein Mythos, der so nicht stimmt. 
Und Leistungszucht hat Auswüchse, genau wie die Schönen. Auch das ist nicht gut.
Ich nehme als Beispiel mal meinen X-er.
Das ist ein reiner Gebrauchshund. Der ist weder schön gedacht, noch soll er nerven, er soll funktionieren.
Als VPG-Hund ist er relativ ungeeignet, kann man machen, aber wirklich erfolgreich wird man mit diesem Hund nur schwer werden. Dafür ist er nicht gezüchtet worden, da bringt er nicht unbedingt das mit, was man heute braucht. Und durch den Papiermangel lügt man sich eh in die eigene Tasche, weit kommt man mit so einem Hund in D selbst dann nicht, wenn er ein Wunderhund wäre.
Sportler, die meinen, dass es mit dem X-er klappt, haben also dezent einen an der Waffel.
Ich habe den Hund nur, weil ich ihn in meinem Umfeld gut halten kann, nämlich ganz normal als Familienhund. Müsste ich ein Treppenhaus oder gar einen Aufzug teilen, wäre ich auf Auslaufflächen angewiesen, ich hätte diesen Hund NICHT! Gehen würde das alles irgendwie, aber eben nur irgendwie, es würde massiven Stress für alle Beteiligten bedeuten. Dazu habe ich den Vorteil, dass ich ihn in seinem Bereich arbeite lassen kann. Lebte ich nicht so grenznah, ich hätte einen Hund für VPG, genau wie vorher auch. ich mag diesen Hund sehr, ich mag, was züchterisch in ihm gefestigt ist. Aber das macht im Alltag echte Probleme, wenn man "nur" einen Hund möchte.
Man muss eben immer aufmerksamer sein, man muss entsprechend erziehen, und auf gewisse Dinge muss man halt verzichten, die mit einem anderen Hund möglich wären.
Aber man muss dann eben doch nicht den halben Tag den Hund bespassen. Wenn so ein Hund in einem gar nicht so großen Rahmen seinen Job machen darf, dann ist der ausgelastet. Kein Jagdhund wird dauerhaft ausgelastet. Er arbeitet oder trainiert, damit er einsatzfähig ist, wenn man ihn braucht. Kein Hütehund wird regelmäßig Schafe hüten, damit er müde ist, dafür hat ein Schäfer sicherlich keine Zeit. Ist Arbeit da, dann wird gearbeitet, ist keine da, dann wird geruht. Kein Diensthund wird ausgelastet, auch die arbeiten oder trainieren, ansonsten haben sie frei.
Und genau dieses Augenmaß, das fehlt den meisten Menschen.
Ich kann einen Spezialisten nicht einfach umformen und "neu machen". Aber ich kann ihn ihm passenden Umfeld gut halten, wenn ich meinen Hintern hochbekomme. Schwerer ist das dann auch nicht, es ist eben manchmal etwas anders.
nehmen wir doch eine ganz andere Art der Leistungszucht: Bei einem Kangal denkt keiner an Leistungszucht, aber genau das ist es doch. Ein Spezialist ohne Ende, ewig auf seine Aufgaben selektiert. Da ist dann plötzlich bei den meisten doch ein Funken Verständnis da, dass es mit dem Hund im Hochhaus etwas schwierig werden könnte. 
LG
das Schnauzermädel