Hallo Senecca!
Ich versuche das jetzt mal zu erklären.
Da dieser Sport sehr alt ist, sieht man leider auch heute noch auf vielen Plätzen vollkommen veraltete Methoden, die nicht hundefreundlich sind.
Aber es geht auch ganz anders, dann ist es eine schöne Beschäftigung für Hund und Halter. Richter wollen heute freudig arbeitende Hunde sehen, es tut sich etwas - langsam aber stetig.
Im Schutzdienst fängt man beim Welpen mit einem Lappen/Leder, beim älteren Hund mit einer Beißwurst an. Der Helfer zergelt mit dem Hund, beißt der Hund schön fest zu und hält, gewinnt er die Beute. So arbeitet man sich langsam über Lappen, Beißwurst, Beißkissen, Junghundarm bis zum harten Prüfungsarm vor. Die Situation ist fast wie beim Zergeln mit dem eigenen Hund, nur macht der Helfer sich absichtlich schwach und lässt den Hund gewinnen.
In allen Ländern bis auf die Schweiz schreibt die Prüfungsordnung 2 Schläge mit diesem Stock vor. Das wird ganz langsam geübt. Erst ist der Stock nur dabei, dann bewegt er sich in der Nähe, dann wird berührt. Das muss man langsam aufbauen, der Hund soll keine Angst bekommen.
Der schwierigste Teil ist der Gehorsam im Schutzdienst. Der Hund ist ganz hoch im Trieb und erstmal schlecht kontrollierbar. Hier ist dann Köpfchen gefragt, das ist der Teil, wo leider oft wenig nette Ausbildungsmethoden benutzt werden. Dabei ist das gar nicht nötig. Es dauert zwar manchmal länger, dafür sitzt das Gelernte dann auch zuverlässiger
.
Es ist wichtig, den Hund immer an einer langen Leine mit Geschirr zu sichern. Wenn man konzentriert arbeitet und der Hund keine Fehler machen kann, dann lernt er auch nichts falsches. Hier mal ein paar Beispiele, wie es ohne Stachel und Co. zuverlässig geht.
Das Stellen und Verbellen baut man schrittweise und langsam mit Leine gesichert auf. Wenn der Hund nie ohne Verbellen an den Ärmel kommt, und man das Bellen zeitlich langsam genug steigert, dann wird der Hund ganz zuverlässig verbellen, weil er gelernt hat, dass es nur so den ersehnten Biss in die Beute gibt.
Bevor der Hund den Helfer im Versteck verbellt, muss er einige Verstecke umlaufen. Das machen eigentlich alle Hund als Trockenübung ohne Helfer sehr gut. in Prüfungen steht der Helfer aber immer im letzten Versteck. Deshalb neigen viele Hund dazu einfach direkt dahin zu laufen. Auch das kann man ganz gewaltfrei lösen. Man postiert den Helfer im Training immer in anderen Verstecken, dann lohnt es sich für den Hund überall nachzuschauen. Bricht der Hund aus, legt der Helfer den Ärmel weg, dann steht der Hund ohne sein Triebziel da. Oder man läuft mit dem Helfer zusammen auf der Mittellinie und schickt den Hund um die Verstecke. Gehorcht er, darf er an den Ärmel, macht er nicht mit, gibts keinen Anbiss, im schlimmsten Fall geht ohne Ärmelkontat zurück zum Auto. Mit ein wenig Krativität lernt der Hund, dass es den ersehnten Biss nur über Gehorsam gibt.
Eigentlich ist es sehr einfach den Hund gewaltfrei auszubilden. Wenn ich ein Stück Wurst in der Hand haben und Sitz sage, wird der Hund sehr schnell sitzen, denn er weiß, dass er die Wurst dann bekommt. Genau so kann man ím Schutzdienst arbeiten, denn die Belohnung ist ja ständig präsent.
So, jetzt hast du einen Roman
. Ich hoffe, er hilft die weiter.
Ironbabe: Herzlichen Glückwunsch zur bestanden Prüfung, ihr seid ein tolles Team!
LG
das Schnauzermädel