mexnicky
Ich kann gar nicht sagen, wie es genau angefangen hat. Der Hund war ja bereits sehr alt für seine Größe und hatte nur noch ein Auge. Vieles hat man ja zuerst gar nicht bewusst wahrgenommen, der Hund veränderte sich schleichend und er war ja ein Opi.
Ob das jetzt Demenz beim Hund war, weiß ich nicht, aber der Begriff beschreibt es einfach am Besten. Rückblickend wurde der Hund zuerst irgendwie unruhig, er lag nicht mehr so lange an einem Platz und wanderte viel mehr scheinbar ziellos durch die Wohnung. Er stieß sich öfter den Kopf, wenn er mit der Seite ohne Auge neben einem Hindernis sass oder stand. Das hatte er früher nur sehr selten gemacht, er wusste meist, dass dort etwas im Weg ist. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass er schlechter hört. Insbesondere im Freilauf reagierte er manchmal gar nicht, dann schob ich das aber wieder beiseite, weil er "die Flöhe Husten" hörte. Irgendwann ging es dann ganz schnell. Plötzlich kam die Verwirrung mit den richtigen Türen. Bereits kurz danach kam er im Feilauf angerannt, stand vor uns, knurrte, zeigte die Zähne und wusste gar nicht, ob er uns jetzt angehen möchte oder doch lieber weglaufen. Nach wenigen Sekunden war der Spuk vorbei und er freute sich, als ob wir lange weg gewesen wären. Es war in der Dämmerung, ich machte erstmal einen Termin beim Augenspezialisten, weil ich dachte, jetzt sieht er nicht mehr viel auf dem verbliebenen Auge. Dass er uns hätte Riechen müssen, habe ich gar nicht bedacht. Diesen Termin haben wir allerdings nur pro forma wahrgenommen, weil die "Ausfälle" zunahmen. Er sass knurrend in der Box im Kombi, er sass knurrend im Körchen. Er er kannte uns zeitweise gar nicht und hatt eindeutig richtig Angst vor uns. Da hatte damals das Medikament sehr gut gewirkt.
Beim jetzigen Chaoten bin ich gar nicht auf die Idee gekommen Medis einzusetzen. Ich wüsste auch gar nicht, wie man da ansetzen sollte. Es gibt hier mittlerweile eine verhaltenstherapeutische Praxis in erreichbarer Nähe, aber wie gesagt, ich hatte nie das Gefühl, dass das ein Problem dafür sein könnte. Daher finde ich einen Austausch mit tagakm, die mir nichts verkaufen möchte, sehr interessant.
Jetzt ist ja der harte Teil des Zusammenwachsens gemeistert. Wenn ich die nötige Konzentration aufbringe, dann ist der Hund mittlerweile problemlos führbar. Im Haus ist er ein angenehmer Mitbwohner, der gar keine Anwandlungen mehr hat und der wunderbar mit unserem Kind spielt. Wenn er jetzt noch bestimmte Bewegungen einschätzen lernt und die menschliche Mimik besser deuten kann, dann kann er so bleiben, denn dann kann er endlich ganz entspannt leben.
LG
das Schnauzermädel