Beiträge von schnauzermädel

    Ich habe ja nun eine ganz andere Art Hund als du, *Sascha*.
    Wenn meine Hunde sich frei bewegen dürfen, dann tun sie das, wofür sie generationenlang selektiert wurden, sie revieren unermüdlich die gesamte Umgebung ab. Dafür brauchen sie erheblich mehr Platz, als eine Schleppleine bietet.
    Wenn ich sie durch die SL ständig ausbremse und im Nahbereich behalte, dann lernen sie etwas ganz anderes. Sie lernen, dass ich ständig aktiv auf sie achte und gegebenfalls etwas von ihnen verlange. Anders gehts es ja gar nicht, weil sie sonst ungebremst in die Leine brettern. Sie lernen aber nicht, was ich erwarte, wenn sie Ungewöhnliches suchen.
    Das gewünschte Verhalten muss ich im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit üben.
    Dazu kommt, dass sie an der Schleppe einfach viel zu wenig Bewegung bekommen und das Problem sich deutlich verschärft. Denn dann kommt das planlose Rennen bis zur Erschöpfung, wenn sie denn mal losgelassen werden.

    LG
    das Schnauzermädel

    Wieso mal Freilauf in der Pampa?
    Wenn ich einen neuen Hund habe, der den Freilauf noch trainieren muss, dann fahre ich 1-3 mal täglich in die Pampa. Bei strahlendem Sonnenschein am Sonntag wird es wohl nur einmal, weil die Pampa sonst zu voll ist, aber bei Regenwetter ist 3 mal gut machbar.
    Ich bekomme in diesen Phasen deutlich zu wenig Schlaf, aber es lohnt sich für mich, weil die Phase nicht ewig dauert.
    Und durch "Terminabstimmung" mit den Jagdpächtern, weiß ich auch welches Wild wo zu erwarten ist.
    Hier mitten im Ruhrpott hat man die freien Flächen auch nicht an jeder Ecke und man muss fahren. Aber das bin ich auch fürs Fährtentrainig gewöhnt, wenn ich meine Fährte nach ausreichend Liegezeit noch unberührt vorfinden möchte und der Hund eine Chance haben soll ungestört zu suchen, dann lege ich die nachts zwischen 2 und 3 Uhr und gehe noch vor 7 Uhr zum Suchen.

    LG
    das Schnauzermädel

    Faesa

    Das ist dann der wirklich arbeitsintensive Teil der Arbeit ohne SL :D .
    Man hat das passende Gelände normalerweise nicht in ausreichender Menge vor der Haustür.
    Das heißt, man muss u.U. ständig ein ordentliches Stück fahren, man muss mit Bauern und mit Jagdpächtern reden, damit man geeignete Flächen hat. Und man hat den Wecker eben auch mal auf 2 Uhr nachts stehen, damit man ausgestattet mit genügend Kaffeesupport mutterseelenallein irgendwo steht. Da hat man dann eben einige Wochen Augenringe und eine hohe Spritrechnung.
    Ich sage ja nicht jeder Einsatz der SL ist falsch oder unnötig. Aber bestimmte Probleme kann man auch ohne angehen ;) .

    LG
    das Schnauzermädel,
    das dieses "Rennverhalten" von weit über 100 weiteren Arbeitshunden mit unterschiedlichsten Haltungsbedingungen kennt. Nicht nur Jagd-, Herdenschutz- oder Hütehunde sind auf bestimmte Verhaltensweisen selektiert worden...

    Zitat

    Wenn die tatsächlich 2 Stunden durchrennen, würde ich mir Sorgen machen und mich fragen, wie es dazu kommt.

    Es gibt ja auch Hunde, die laufsüchtig sind. Die erkennt man daran, dass sie bei ziellosem Gerenne in einer Art Trance sind und anfänglich manchmal auch nicht ansprechbar. Das liegt an dem Hormonkick, den sie da haben - eine Art Rausch.

    Selten gibt es mal Hunde, denen das nicht antrainiert wurde. Wenn man zwei solche Exemplare hat, dann würde ich aber davon ausgehen, dass es antrainiert ist bzw. durch irgendeinen Faktor zustande kommt.

    Viele Grüße
    Corinna

    :D .
    Die rennen sich weder in einen Rausch, noch sind sie unansprechbar. Die sind auch nicht hochgepuscht. Die haben einfach Lust an der Bewegung. Ich kann sie dabei problemlos abrufen, ich kann sie daheraus längerfristig ablegen, ich kann spontan konzentrierte Unterordnungsarbeit beginnen oder sie einfach anleinen, dann gehen sie halt langsam mit und ich kann sie wieder freigeben und sie werden wieder rennen.
    Das haben bisher alle meine Riesenschnauzer so gemacht, sofern es Leistungslinien waren, bei den Schönen kommt es unter Umständen zur Ermüdung.
    Wenn sie immer an der gleichen Stelle laufen oder in einem abgezäunten Gelände, dann sind sie schnell damit durch und gehen langsam oder legen sich hin, sie suchen also keinen Rausch. Sie untersuchen lediglich die gesamte Umgebung. Das ist ein völlig normales Verhalten für gut selektierte Arbeitshunde aus diesem Bereich, viele Leistungs-DSH, Malis oder Herder zeigen das auch.
    Meine Hunde stammen aus den unterschiedlichsten Linien, sie haben extrem unterschiedliche Vorgeschichten, manche kommen als Welpe, die anderen kennen zum Großteil nur Zwinger und Hundeplatz. Letztere reagieren bei den ersten Einheiten ohne Leine ganz anders. Sie rennen wie wahnsinnig, sie verausgaben sich vollkommen und rennen vollkommen planlos. Wenn der Freilauf zur Gewohnheit wird, dann wird sich die Art des Laufens verändern. Aus ziellosem Rennen wird ein gleichmäßiges, weitausgreifendes "Abrevieren" der gesamten Umgebung.

    Eine Frage, Corinna: In wie weit kennst du dich mit dieser Art von Arbeitshunden aus?

    LG
    das Schnauzermädel

    Indianergeheul? Neee, ich warte, bis das Tier so gelangweilt ist, das nur das Kommando reicht. Ich kann meine Hunde so lange unbeachtet laufen lassen, dass sie sich nach Ansprache sehen oder von selbst kommen.
    Es ist sicherlich nicht der Königsweg für alle Hunde, aber wenn ich rechne, dass meine IMMER, wenn sie losgemacht werden, losrennen, als ob sie seit Jahren nicht abgeleint worden sind (also ca. 4 mal am Tag behaupten, sie seinen arme Kellerhunde, die ausnahmsweise mal rausdürfen :roll: ) würden die bei dauerhafter Schleppleinenarbeit total unter Dampf stehen.

    LG
    das Schnauzermädel

    :???: Mhhh...
    Man merkt ich besuche keine Hundeschulen und lese nur Literatur mit dem Bezug VPG, Fütterung und Gesundheit :lol: .

    Ich fahre dreigleisig:
    Ich übe das Kommen andauernd in Situationen, wo der Hund sicher kommt, bei der Fütterung, wenn es Gassi geht, einfach immer wenn ich weiß, dass er sowieso kommen wird und die ganze Aktion für ihn angenehm ist.
    Ich suche mir ungefährliche, reizarme Freiflächen, auch wenn das bei manchen erwachsenen Hund, der nicht ganz ohne ist, nachts um 3 auf dem Acker zu stehen. Dort lasse ich den Hund einfach laufen. Bei allem Spass am Gerenne, irgendwann wird das langweilig. Erst DANN, wenn ich GANZ sicher bin, dass der Hund kommen wird, rufe ich. Dann gibts wahlweise Leckerchen, Party, Zerrspiel oder was Hund eben echt gerne hat.
    Gleichzeitig sorge ich für Hundekontakte an den üblichen Hundetreffs, wo ich nicht in die Verlegenheit komme rufen zu müssen. Macht Hund Mist, dann gehe ich hin und pflücke ihn ab, gerufen wird da ebenfalls nur, wenn er sicher kommen wird.
    Und mit der Zeit steigere ich langsam den Schwierigkeitsgrad bis ich mich ganz normal Gassi gehend mit freilaufendem Hund bewege und eben einfach abrufen kann.
    Das geht nicht einfacher und es geht auch nicht rasend schnell, aber der Hund kann sich vernünftig bewegen ;) .

    LG
    das Schnauzermädel

    Was heißt denn zu lange ohne laufen lassen?
    Was hast du denn in dieser Zeit gemacht?
    Ich baue den Freilauf bei meinen Hunden sehr bewusst auf, dabei ist es egal ob Welpe oder später übernommener Erwachsener. Nur mache ich das ohne SL, wenn es sich um einen Hund handelt, der einfach nur nicht zurückkommt, wenn ich das wünsche.

    LG
    das Schnauzermädel

    Hallo!

    Ich habe mal eine grundsätzliche Frage :D :
    Muss man sich tatsächlich immer mit einer SL abmühen? Gibt es nicht -je nach Problemlage- auch die Möglichkeit, das ganz anders zu machen?

    Sicherlich gibt es Probleme, die man nicht anders angehen kann. Allein schon weil es zu gefährlich für den Hund oder die Umwelt ist.
    Aber muss es bei jedem Freilaufproblem immer die SL sein?

    Ich gehe jetzt von meinen Hunden aus: Die bewegen sich auf übersichtlichen Flächen deutlichst über 50m weit, die rennen die gesamte Zeit. Auch wenn ich gut 2 Stunden am Stück gehe, rennen meine Hunde permanent, sie brauchen dafür nicht zu 2. sein, sie müssen keine anderen Hunde treffen und sie jagen kein Wild, sie bewegen sich einfach.
    Diesen Bewegungsdrang möchte ich nicht reglementieren, sie machen das von sich aus. Sie kommen auch immer von sich aus vorbei und sagen kurz "Hallo".
    Mit einer Schleppleine können sie sich nicht so bewegen. Wenn sie durchstarten, dann rennen sie logischerweise auch da herein. Und wenn ich sie immer sofort ausbremse, dann verwandle ich sie in Schlaftabletten.

    Warum also bei bloßen Problemen des Rückrufs immer sofort eine Schleppleine benutzen?

    Dass Jagdverhalten oder ein aggressiver Hund durchaus gesichert werden muss ist klar. Aber wenn sich der Hund "nur" in einem überschaubaren Raum nicht steuern lässt?

    LG
    das Schnauzermädel

    Zitat

    Was meinst du mit Kategorie 40/20? Das ist ein amerikanischer Sheltie, genau so einen habe ich auch bei mir zu Hause ;)
    Ich mache die Begleithundeprüfung um mit meinem Kleinen an Agilityturnieren teilnehmen zu können und brauche deshalb "nur" die Sk vom Vdh, nicht aber die, die man ablegen muss wenn man einen Soka in NRW halten möchte.

    Wie :???: ? Sind die 20/40er in NRW jetzt SOKAS :schockiert: ?

    LG
    das Schnauzermädel

    Das Gurtbandgeschirr und das "leichtere" sind deutlich einfacher verarbeitet und bei weitem nicht so haltbar.
    Wenn es ein K9 sein soll, dann nimm doch die Diensthundvariante mit Zusatzsicherung am Verschluss, dass erhöht die Haltbarkeit desselben um 60kg.
    Allerdings solltest du gut die Preise vergleichen, die variieren um einige Euronen und ob Logos beiliegen ;) .
    Ansonsten sind Hetzgeschirre sehr robust, wenn sie nicht genietet und aus Fettleder sind. Die halten wirklich was aus und halten ewig, meins wird jetzt 15 :D .

    LG
    das Schnauzermädel