Da die Teles freiverkäuflich sind und viele Hundehalter den Dingern bei Akutproblemen nicht abgeneigt sind, hier mal Grundsätzliches:
Es gibt sehr viele Punkte, die gegen ein Tele sprechen, man sollte sie also kennen.
Zuerst ist das die Frage der Handhabung. Die meisten Hundehalter können weder punktgenau loben, noch punktgenau ein Kommando geben oder gar strafen. Das Knöpfen muss aber punktgenau betätigt werden.
Scheitert die Ausbildung also an Defiziten beim Besitzer und das ist über 90% der Fälle so, dann hilft auch kein Tele.
Dann sollte man immer wissen, dass trotz modernster Technik die Stärke des Impulses extrem variiert.
Das hängt einerseits mit dem individuellen Empfinden zusammen, das kennt jeder von Reizstrombehandlungen, der eine spürt sehr schnell das kribbeln, der andere merkt nichts und die Arzthelferin muss sehr weit aufdrehen. Das ist bei Hunden nicht anders. Dazu kommt es auf die Tagesform, die Luftfeuchtigkeit, evtl. Feuchtigkeit im Halsbereich, den individuellen Widerstand der Haut (der variiert auch bei einem Hund stark). So kann ein Impuls, der grade noch nicht störend war, kurze Zeit später sehr schmerzhaft sein, bzw. ein Impuls, der sehr schmerzhaft war, später keine Wirkung zeigen.
Wenn man seinen Hund über Schmerzeinwirkung erziehen möchte, dann sollte man aber doch eigentlich wissen, was da grade tut, oder?
Jetzt kommt der Ausbildungsstand des Hundes. Selbst wenn -wie in NRW- Strom unter Umständen über eine Ausnahmegenehmigung erlaubt wird, darf er nur das letzte Mittel nach erfolgter Grundausbildung sein. Fast alle gut erzogenen Familienhunde, die unnauffällig leben und viel Freilauf genießen, haben nicht den Ausbildungsstand, der vor der Anwendung nötig ist.
Fühlt euch nicht auf den Schlips getreten, eure Hunde sind für euer Leben bestens erzogen und ausgebildet. Aber bevor man mit Strom an der Hund geht, muss noch mehr Ausbildung her. DAS ist der Punkt. Und wenn der geneigt Stromliebäugler sich diese Mühe machen würde (oder oft auch nur die Mühe, die ihr eich gemacht habt), dann würde er in den meisten Fällen gar kein Tele mehr brauchen. Der Innotek-Slogan "Quicker training, better Dogs" ist Werbung.
Dann noch einiges zur Stärke der Impulse. Moderne Geräte kommen etwa einem elektrischen Weidezaun gleich, wenn man die höchste Stufe nutzt. Einen Hund, der grade wirklich hetzt halten die nicht auf. Schmerzen hat er aber trotzdem, Male am Hals, die wie die Verbrennung eines medizinisches Lasers aussehen oder nässende Wunden einige Tage später, kommen sicherlich nicht von ungefähr.
Ist man jetzt noch so dumm und meint solche Geräte in Aggressionsbereichen einsetzen zu wollen, dann kann man sich später die hervorragenden Fehlverknüpfungen, die manchen Hund für den letzten Gang beim TA enden ließen, ansehen. Schön ist das nicht.
Es gibt sicherlich ganz vereinzelt Hunde, die sich durch einen erfahrenen Ausbilder so korrigieren lassen. Aber bei den meisten Nutzern scheitert es ja bereits daran, dass der Hund das Halsband als Quelle des Übels verknüpft und es damit vollkommen sinnlos wird. Oder weil der Nutzer den passenden Zeitpunkt versemmelt, einen nicht ausreichend vorbereiteten Hund versucht zu trainieren, der dann in Panik verfällt, und so weiter und so fort...
LG
das Schnauzermädel