Moin an die Kampfhähne 
Leinenpflicht für alle zu fordern, ist für mich keine Lösung, wie schon geschrieben. Ich bin aber auch nicht der Meinung, dass es so bleiben kann, wie es ist und teile da nicht Deine Meinung, Night, dass das so weiterlaufen soll wie bisher, und der (Hunde-)Mensch zur Besinnung kommt. Denn das kommt er nicht so einfach...
Für mich wäre der einzige Ansatz eine Reglementierung, wer - ausgestattet mit welchen Fähigkeiten - welchen Hund führen "darf". Ich habe mir - als Ersthundbesitzerin extra (!) den Hund ausgesucht, den ich habe. Ein einfacher Hund, mit dem ich Fehler machen darf. Gut, manchmal ist er zu intelligent für mich
- das gebe ich zu - aber mein Hund stellt nie, gar nie eine Gefahr für andere Lebewesen dar. Und dort, wo er es könnte, ist er angeleint: an der Strasse.
Ich kenne eine Frau mit einem Problemhund: einem Dogo Canario, die mit mir zusammen ein Seminar beim selben Trainer besucht hat. Ich, die ich mir nicht zutrauen würde, solch einen Hund zu führen, nicht viel Hundeerfahrung habe (wenn auch einiges an Menschenkenntnis), konnte von weitem sehen, dass diese Frau an diesem Hund verzweifelt. Warum? Ein zartes Stimmchen, wenig Willenskraft, wenig Charisma, langsame Reaktion, sehr nett, aber nicht so ganz von dieser Welt - da muss Hundchen (mit 70 cm Schulterhöhe) einfach mal die Rolle des Beschützers übernehmen, sonst wird das nix - denkt der Hund.
Dagegen der Trainer, unter dessen Führung - ohne dass er handgreiflich wurde - der Dogo - oh Wunder - wie Butter in der Sonne zerschmolz.
So extrem muss es ja gar nicht sein. Aber wie viele "Männer- und Kindersatze" sehe ich jeden einzelnen Tag? Hunde, wo Frauchen's Helfersyndrom und Zärtlichkeits- oder Gluckenbedürfnis dazu führt, sich komplett zu übernehmen und wo der Hund langsam oder schnell, aber sicher, wenn auch nicht die Weltherrschaft, so doch das Familienzepter übernimmt. Oder andere, die sich einen "mitlaufenden Familienhund" gekauft haben, der - wie merkwürdig - so gar nicht seiner "Rasse Familienhund" entspricht. Oder die in meiner "Kampfklasse" mit angewachsener Flexi und 10-Minuten-Auslauf täglich und Lebensraum Hundetasche.
Lange Rede: für mich löst sich das Problem nicht mit Leinenpflicht, sondern nur durch eine Prüfung, die jeder HH ablegen müsste und dies nach Veranlagung (Jagdtrieb, Schutztrieb etc.) und Grösse des Hundes. Von mir aus mit Steuernachlass für absolvierte Seminare, Sport, Auslastung bei ausgewiesenen Fachleuten. Ein Arbeitshund sollte nie in Anfängerhände.
Tja.... schöner Traum!