Beiträge von Krambambuli

    Wer nach dem Motto "hit once hard but fair" fährt braucht kein Eskalationsleiter.
    Ich hab im übrigen immer wieder Hunde die diese "Leiter" weiter empor geklettert sind als ihre Halter ;)
    Wer Zwang macht sollte wissen was er tut. :p

    Ich find es bitter dass Strafe immer gleich mit körperlicher Züchtigung und diese wiederum gleich mit deutlich stärkerer Traumatisierung als psychische Maßregelung gleich gesetzt wird.
    Ich mag keine Blender, mir hat noch keiner gezeigt wie man einen Hund ohne Zwang erzieht, die jenigen die es versucht haben und sicher auch daran glauben, dass sie es können, lügen sich schlicht selber in die Tasche.
    Auch das verhindern einer Handlung ist und bleibt Zwang und kann für ein Lebewesen massivsten Stress bedeuten.

    Ich hab noch keine Rückschritte erlebt, wenn ein Hund bei regelmäßiger Konforntation mit dem Supergau über längere Zeit, sprich Monat(e) zuverlässig reagiert, sehen ich wenig Gefahr für gravierende Rückschritte.
    Im übrigen hab ich mehrere Arbeitschleppleinen in unterschiedlichen Längen und beginne mit 5m und steiger dann die Länge der Leine auf bis zu 30m und kaufe dann für den jeweiligen Hund eine Leine in der endgültigen Länge, die ich dann kürze.
    Wobei ich zugeben muss mehr als einen Hund pro Jahr zu arbeiten.

    @ Abessinerin:
    Ich schrieb ja bereits, dass keiner bei Verstand einen Welpen mit körperlicher Züchtigung zur Stubenreinheit bringen wollen kann. ;)
    Zum Thema Apport, ich sprach nicht von Dingen mit extrem hoher intrinsischer Motivation, da brauchte ich bei keinem meiner Hunde etwas anderen als eine Leine die anfangs das Stiftengehen mit der Beute ( übrigends auch Zwang) verhinderte, da lief auch alles über: Du willst die Beute? Ok aber nach meinen Regeln, sonst ist es Pech für den kleinen Mali. ( was wiederum Strafe ist ;) )
    Ganz ehrlich, meine Eltern hätten mir die Welt zu Füßen legen können, ich fand Schule öde, ein nötiges Übel, dass man macht um eben durchs Leben zu kommen. Wobei ich wie komischerweise meine Assitölen auch schon als Kleinkind nicht bestechlich war. Die Nummer: Mach dass dann kriegste nen Lutscher hat schon mit 2 Jahren nicht mehr gezogen. :lol:
    Wie gesagt Ausbildung ist 90-99% Motivation und das letzt Quäntchen ist und bleibt Zwang.

    Ich arbeite mich an einer Hitliste der schlimmsten Verleitungen entlang, wenn der Hund bei einer Verleitung von >10 auf der Richterskala 100% sicher, schnell und ohne jegliche Verzögerung reagiert und das über den Zeitraum von min 1 Monat bei mehrfach wöchentlicher Konfrontation lass ich die Leine schleppen, je nach Hund 2-6 Wochen, dann beginn ich die Leine um 1 cm alle 4 Tage zu kürzen bis zum Schluss nur noch der Karabiner über ist.

    Dass ein Welpe nicht mittels Zwang zur Stubereinheit erzogen werden sollte stellt glaub ich kein Mensch der halbwegs bei Verstand ist in Frage.

    Zum Thema positive Strafe, nein Matheaufgabe lösen sich nicht durch eine Tracht Prügel, aber sein wir ganz ehrlich, ich hatte nie ernsthafte Probleme mit der Versetzung, aber wäre mir nicht mit Nichtzulassung zum Abitur und somit sehr unangenehmen Reaktionen meiner Mutter gedroht worden, hätte ich wohl weit mehr als die erlaubten Fehltage gehab. :hust:
    Was ich damit zum Ausdruck bringen will, ein Hund hat zunächst das Recht zu begreifen und vorallem hochmotiviert zu erlernen was ich von ihm möchte bevor ich es auch mit Nachdruck einfordere.
    Es besteh ein Himmelweiter unterschied zwischen Lernen durch aversive Reize= reines Meideverhalten und der Erfahrung, dass man zwar immer freundlich gebeten wird etwas zu tun, wenn man es jedoch nicht tut es durch aus Mittel und Wege gibt einen dazu zu bewegen es doch zu tun.
    Ich nenne es die Mafiamethode: Anfixen und dann zwingen.
    Wie das im einzelnen aussieht ist wiederum von den Bereits genannten Faktoren abhängig.

    @ Fräulein Wolle:
    Ich glaube wir werden nie auf einen Nenner kommen, was die Anwendung von Zwang in der Ausbildung kommen.
    Ja ich erreiche sehr wohl etwas über Zwang, denn egal wie du es drehst und wendest, du zwingst deinen Hund in einem Radius um dich herum zu bleiben, auch wenn es nur in wie auch immer gearteten "Extremsituationen" ist.
    Man unterbindet Verhalten in dem man es verhindert, machst es also frustran, sinnlos, unmöglich um dem Hund in vielen anderen Situationen neues Verhalten etablieren zu können, es ist also die Kombination aus Frust und der Möglichkeit diesem zu entkommen.
    Im übrigen ist das Aubleiben einer negativen Emotion, bzw eines diese auslösenden Reizes am löschungsresistentesten. ;)

    Zitat

    @Terrorfusel:
    Ja, genau. Weil das halt die gängige Meinung ist, weil das ein Kundenwunsch ist. Ich hab ja nun ein bisschen Einblick in die Szene. Hundetrainer sind halt auch nur Dienstleister und wenn der Kunde das will schreibt man sich halt "gewaltfrei" oder ausschließlich mit "positiver Bestärkung" auf die Fahnen. Jeder Hundetrainer, der Ahnung von der Materie hat kann ja jedem Kunden erklären, wie man einen Hund nur mit positiver Verstärkung trainiert...auch wenn er selber weiss wie es schneller und effektiver geht...aber was willste machen, wenn der Kunde es doch gar nicht hören will...


    In meinen Augen ist Hundeausbildung 90-99% sauberer, positiver, kleinschrittiger Aufbau und der Rest ist schlicht Zwang.
    Ich hab keinen, wirklich keinen Hundetrainer erlebt der ohne auskommt, nur wird Zwang gern schöngeredet, Ampelsystem, das ist ja nur eine Schleppleine, der Hund wird ja nur ignoriert, blablabla.
    Zwang ist Zwang, das Maß an Zwang das ein Team braucht ist abhängig von dem Wesen des Hundes, dem Wesen des Hundehalters, Motivationsfähigkeit des Hundes, Fähigkeiten des Hundehalters und nicht zu letzt den Zielen die der Hundehalter bezüglich des zuerreichenden Ausbildungsstand des Hundes hat.