Beiträge von Krambambuli

    Zitat

    Jap, bei uns in den TH`s sitzen auch nur sehr selten wirklich reinrassige Hunde.... Meist sind es Mixe und in letzter Zeit tauchen sehr viele Mali-Mixe auf......


    Liegt sicher auch mit daran dass jeder nervenschwache Hund mit schwarzer Maske und rotem/blondem Fell ein Malimix sein muß. :hust:

    Eben und diese Hunde lernen einfach: da pöblet einer= jetzt darf ich hetzen und packen= operante Konditionierung.
    Danach wird ihnen das vorenthalten was durchaus zu Frust führt und bei diesem Typ Hund in massivem Forderverhalten im Sinne von Bellen und später zum Abreagieren an der Person führt, was dann wieder als höchstbefriedigend empfindet.

    Ist aber Aggressionsverhalten zumindest nach verhaltenspsychologischer Sicht, oder etwa nicht?
    Aggressionsverhalten beim Dienstgebrauchshund lässt sich eben nicht auf Angstaggression beschränken.
    Es gibt Studien die sehr wohl belegen das Aggressionsverhalten sehr wohl einen rauschartigen Zustand auslösen können und sehr wohl selbstbestädtigend wirken.
    Das Verhalten was hier genutzt wird ist auch lediglich genetisch modifiziertes Jagdverhalten.

    Es ist etwas komplexer als das. Jeder Hund hat einen Selbsterhaltungstrieb und jeder Hund hat zu einem gewissen Maß ein Bedürfniss seine Gruppe von der er ja abhängig ist vor übel zu bewahren.
    Genau wie fast jeder Hund Interesse an sich bewegenden Objekten hat, meine sogar sehr, dennoch können sie nicht hüten. ;)
    Es gibt Hunderassen bei denen eine höhere Reaktionsfreude auf mehr oder minder bedrohlich empfundene Situationen, ein höheres Aggressionspotential und eben eine sehr hohe Ausschüttung von Endorphinen/ positiv-verstärkenden Neurotramsmittern bei Aggressionsverhalten, genetisch bedingt sind.
    Genau diese Kombination unterscheidet für mich eben einen guten von einem nervenschwachen Hund.

    Trieberfüllung führt auch bei klassischen Trieben nicht automatisch zu einer Schwächung des Bedürfnisses.
    Für mich spricht nichts dagegen diese Begriffe zur Vereinfachung zubenutzen wenn man differenziert damit umgeht. Aber das führt jetzt weit OT.
    Generell wird oft heroisches Verhalten in die Hunde hineininterpretiert, ich halt es mit einem namhaften Ausbilder: "Bei den meisten Hunden ( und er meinte ausgebildete Gebrauchshunde) würde ich in der Badehose einsteigen."

    Ich finde diese Diskussionen immer als Haarspalterei.
    Natürlich ist ein Hund keine triebgesteuerte Maschine, sondern durchaus ein lernfähriges, differzeniertes Wesen, aber die veralteten Begriffe umschreiben sehr gut aufgrund von genetisch fixierten Reaktionsbereitschft und Mustern, die zu erwartende Reaktion.
    Ja es gibt Rassen die eine höhere Reaktionsbereitschaft in (vermeindlichen) Bedrohungssituationen.
    Nur hab ich hier rassebedingt Hunde mit ausgesprochen hoher Reaktionsbereitschaft und ansich auch der Neigung zu sehr massivem Aggressionsverhalten, aber da scanned keiner im Dunkeln und steht auch keiner kreischend in der Leine. Mich macht es auch wahnsinnig, wenn ein Hund völlig gestresst und ungeführt durchs Leben geht mit der Ausrede: Ist halt ein XY, die sind so.
    Genetisch fixierte Dinge kann man nicht löschen, man kann sie nur Bahnen und durch Habituation mildern.
    Ich werde egal wie viel Training ich betreibe nie aus einem Mali einen Border und aus einem Border keinen Goldi machen können.

    Neurobilogisch und biochemisch kann man sehr wohl nachweisen dass Dienstgebrauchshunde Freude, oder auf klug Eustress empfinden wenn sie Schutzdienst machen.
    Ganz ehrlich wer keine Freude hat jemandem auf die Fresse zu kloppen und auch welche einzustecken, wird nie erfolgreich boxen, ein Hund der keinen Spaß an Aggression hat, wird niemals ein guter Diensthund.
    Wenn du einen jungen gutveranlagten Hund auch ohne jegliche Vorarbeit freilaufen lässt und sich zwei kloppen, dann wird dir ein guter Hund nicht ausweichen und dran vorbeigehen, sondern mitmachen, weil Krawall ist g**l. ;)

    Ich glaube das Problem ist dass einige noch nie mit einem Hund in dem Bereich gearbeitet haben für den er selektiert wurde und einige eben keine Leistungslinie führen. Das ist jetzt mit nichten wertend gemeint, sondern einfach auch meine Erfahrung.
    Wer das Feuer in den Augen des Hundes gesehn hat wenn ein Schweißhund merkt: "Das hier ist echt! Nix olle Schweißfährte!", oder man eine Jagdterrier an der Sau ist, wenn man diese völlige Aufgehen in der Arbeit beim Border am Vieh gesehen hat, oder diese "Rather die, than fail"- Einstellung eines Dienstgebrauchshund im Job erlebt hat, der wird sehen dass man den Job nicht ersetzen kann.
    Ja ich weiß, nicht jeder von uns hat die Erfüllung in seinem Job gefunden....
    Ich kenne einen Diensthundeführer bei dem ich kurz davor war ihn einweisen zu lassen, nachdem seine Diensthündin wegen Alterschwäche eingeschläfert werden mußte, also der war derart schräg drauf, so hab ich den nichtmal erlebt als ihn seine langjährige Freundin verlassen hatte.
    Und ich glaub es herrschen romantische Vorstellungen darüber was der Job als Jagdhund beinhaltet.
    Nicht um sonst gibt es den Begriff: "Meutenarschloch 1-10".
    Zum Glück ändert sich auch da die Einstellung zum Hund grundlegend.