Ein schwertraumatisierter Hund hat ein Anrecht auf fachkundige und wissenschaftlichfundierten Therapie mit medikamentöser Unterstützung. ![]()
Beiträge von Krambambuli
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Mit Packleader hat das wenig zu tun, trotzdem ist was wahres dran.
Klare Regeln, Ruhe, Strukturen sind etwas wovon Hunde im allgemeinen und Hunde mit Verhaltensauffälligkeiten profitieren.
Wenn ein Hund lernt dass er erst durch die Türe kommt, wenn er ruhig und gesittet wartet, dann verlassen wir schon in ganz anderen Grundstimmung das Haus, was gerade bei Hunden mit Neigung zu reaktiver Aggression von großem Vorteil ist.
Wenn ein Hund meine Aufmerksamkeit und Nähe nicht unbegrenzt zur Verfügung hat, so ist sie ihm durchaus mehr wert.
Wenn ein Hund dazu neigt Resource zu verteidigen, so macht es durchaus Sinn diese so zu kontrollieren, dass zunächst kein Konflikt aufkommen kann
Wenn ein Hund dazu neigt Territorialaggression zu zeigen, macht es Sinn ihn nicht direkt an den strategisch wichtigen Punkten liegen zu lassen.
So kann man die Liste lange weiterführen.
Mal ganz davon abgesehen dass ich es schlicht praktisch finde bei 5 Hunden, wenn nicht alles als wilde Meute zur Tür herrausstürzt, bloß weil diese aufgeht.
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Sorry aber es macht sehr wohl einen Unterschied ob ein Hund aus Territorialaggression, reaktiver Aggression, Angstaggression oder fehlgeleitetem Triebverhalten beißt.
Ich finde diese " Das Problem-muß-weg, egal woher es kommt"-Mentalität schlichtweg
Mich interessiert in der Arbeit nicht der einzelne biographischen Auslöser, sehr wohl aber die Motivation und die Ausprägung des unerwünschtenVerhaltens, denn nur so kann man die Wurzel des Problems beheben, alles andere ist Sympthompfuscherei. -
Ich leugne nicht dass bei Hunden mit extremer Angststörung ein Zugang über warten und nichts tun nicht möglich sein wird. Nur bezweifel ich dass bei diesen Hunden ein Steinchen der richtige Zugang sein wird.
Ich bevorzuge tatsächlich die Zusammenarbeit mit einem auf Verhaltenstherapie spezialisierten Ta und ganz ehrlich auch Medikamente um dem Hund überhaupt neue Lernerfahrungen zu ermöglichen. -
Ja sicher Abessinerin zu 99,99%
100% erreicht man bei keiner Methode.
Ich hab jetzt mehr als einen Hund kennengelernt und mir persönlich bricht das Herz wenn ein Hund bei jedem Konflikt sofort passiv wird. Komischerweise finde viele Besitzer das sehr angenehm und glauben einen guterzogenen Hund zu haben. -
Ein Hund der gelernt hat das sein Handeln in keinsterweise Einfluß auf den Verlauf einer Situation hat oder sie sogar noch verschlimmert wird niemals diesen Mechanismus durchbrechen.
Es gibt allerdings ca 1/3 Hunde die nie in dieses Verhalten rutschen.
Generell gibt es ja die 5 F, die als natürliche Anlage auf eine Situation zu reagieren die Stress auslöst, diese können uns zm Vor und zum Nachteil gereichen. -
Der ganz große "Vorteil" von Hunden in der erlenten Hilflosigkeit ist doch dass sie genau NICHTS tun wenn sie in emotionale Extremsituationen kommen. Sie haben gelernt es hört nicht auf, egal was ich tue.
Ebenso lernen Hunde die als einzigen Ausweg die Flucht zum Halter gelernt haben: Es hört nur auf wenn ich da hinrenne alles andere ist zwecklos.
Ich gebe offen zu dass ich durchaus auch Hunden Aggressionsverhalten als zwecklos und ineffektiv zeige, nur ist es nicht der einzige und nicht der primäre Ansatz. -
Nochmals Ruhe und Erdulden sind KEINE Indikatoren für Vertrauen.
Ich sag nur 4Fs beim Thema Stress .
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Keiner hat behauptet dass man mit "schwierigen" Hunde ganz und völlig ohne Zwang arbeiten kann.
Die Art, die Dosis , der Zeitpunkt und das Timing des Zwangs sind aber der kleine und feine Unterschied.
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Ich hab die letzten Seite nur überflogen und entschuldige mich jetzt schonmal für Doppeltnennungen.
Es handelt sich dabei nicht um Vertrauen sondern um eine Meidestrategie und erlernte Hilflosigkeit.
Mag sein dass es bei defensivaggressiven Hunden funktioniert ich wäre gespannt wie das bei reaktiven Hunden mit schwerster Beschädigunsabsicht oder Hunden ist die im Übersprung beißen.
Das Problem in der Arbeit mit Hunden mit Aggressionsverhalten oder anderem vermeindlichem Fehlverhalten ist nicht der Hund sondern die Fokusierung des Menschen auf das vermeindliche Problem und dem dringlichen Wunsch eine möglichst schnelle und effektive Lösung des "Problems" zu finden.
Dabei heiligt wohl auch der Zweck alle Mittel.
Für mich wäre eine temporäre Abhängigkeit des Hundes vom Menschen und sei sie noch so stark kein moralisches Problem, für mich ist das Brechen und das in die Passivetät treiben einer ohnehin schon traumatisieten Kreatur indiskutabel.
Aggressionsverhalten ist KEIN Problem sondern eine zugegebenermaßen nicht unproblematische Problemlösungsstategie eines Lebewesens und durchaus normal und natürlich und zeigt dass es noch sowas wie einen Wille und eine Seele in diesem Tier gibt.