Beiträge von Krambambuli

    Ich finde die Behhauptung man könne durch genug Förderung und Liebe aus jedem Hund einen Hund für die Arbeit machen, ebenso wiedersinnig wie zu behaupten: Wenn sich Michael Schuhmacher sich nur genug angestrengt hätte und sein Bobycar nur genug geliebt und gefördert hätte, so hätte er auch damit den Weltmeistertitel in der Formel 1 holen können.
    Ich bestreite nicht dass man mit einem durchschnittlich veranlagten Hund sehr ordentliche Erfolge erreichen kann, aber irgendwann stößt Förderung an ihre Grenzen, dann machen eben doch die Anlagen den Unterschied.

    Wer sich einen Hund aus Leistungslinien holt hat keine Garantie für optimale Anlagen, aber eben eine höhere Wahrscheinlichkeit.
    Und klar gibt es auch unter Nicht-Leistungshunden sehr gut veranlagte Hunde, aber sie sind dünn gesäät.

    @ Trill: Ja ich verstehe durchaus, was du saggen willst, halte es aber für einen Trugschluss
    Beispiel: Kangal bis vor genau 1 Jahr ( jetzt 5 Jahre alt) absolut schussfest, der stand bei Silvester auf dem Balkon.
    Jetzt wurde er eines nachts von einem Kracher erschreckt

    Kenne einen weiteren Hund der Silvester 09/10 von einem Böller getroffen wurde, mit Verbrennung.

    Preisfrage: Welcher Hund reagiert extrremer bei einem Schuss?

    Antwort: der Kangal, der hyperventiliert, löst sich die folgenden 3 !!! Tage nicht mehr und bewegt sich nuur noch im Kriechgang in Richtung Auto. Spaziergänge sind wochenlang in einem Gebiet in dem es gekracht hat nur mit hecheln, zittern und stinken wie ein Sack Heringe möglich

    Mich interessiert also nur die stärke der Reaktion und das Ausmaß der dahinterstehenden Motivation, wenn ich mit einem Hund arbeite.


    @ Hanspeter: Ich halte nicht viel von der Utopie der absoluten Kontrolle.
    Wer auf Gehorsam setzt, muss immer alles vor seinem Hund erfassen und das noch so rechtzeitig, dass er auf seinen Hund einwirken kann.
    Von daher lege ich mehr wert darauf, dass ein Hund eine ordentliche Reizschwelle bekommt und klar trennen kann.

    Sicher Trill, aber im gegensatz zum Menschen, hat der Hund weder Verstand genug, noch Bedarf traumatische Erlebnisse zu analysieren.
    Das wird aber oft vom Besitzer gemacht, anstatt ein Verhalten zu erkennen, akzeptieren, die Motivation dahinter zu verstehen ( Angst, Aggression, Übersprungshandlung) und es zu beheben.
    Es ist schlicht völlig egal ob der Hund nun aus Angst beißt, weil er geprügelt wurde, oder weil er schlecht sozialisiert wurde. Wichtig ist nur das Ausmaß der Angst, diese zu erkennen und dem Hund die Erfahrung zu ermöglichen, dass es eben doch nicht so wild ist.

    Zitat

    Ich hab nicht viel Zeit, möchte nur kurz hierauf eingehen weils an mich gerichtet ist:


    Nein! Ein Hund aus einer guten, vernünftigen Arbeitslinie paart den Trieb IMMER mit Nervenstärke. Die Nervenstärke vom Hund ist bei der Arbeit mit hohen Trieb absolut unabdingbar. Und genau diese Nervenstärke macht es auch möglich einen solchen Hund relativ unauffällig in der Öffentlichkeit zu führen. Dazu gehört natürlich auch immer ein kompetenter Hundeführer.

    Eine interessante Frage wäre aber z.B. warum heute mehr Kloppis unter den "Arbeitshunden" rumlaufen als früher. Ich hätte dazu zwei Thesen anzubieten:
    1.) die Hunde landen vermehrt in ungeeigneten Händen
    2.) und jetzt wirds ganz böse:
    Wenn früher ein Arbeitshund nicht funktioniert hat dann wurde der erschossen, fertig. Das ist einfach so. Knallhart durchselektiert statt Hundeschule, Verhaltenstherapie, Abgabe und weiß der Teufel was...
    Und um ganz sicherzugehen, ich bin ja im DF: nein, ich finde nicht das man alle Hunde die "spinnen" erschießen sollte, dann müsste ich mit meinem Eigenen anfangen :roll:

    Uh jetzt machste aber ein Fass auf
    Früher war alles besser?
    Oder war die Einstellung der Umwelt tolleranter? Wenn ein Polizeihund mal wen gebissen hat, der ungefragt zu ihm aufs Grundstück tapt, dann war der Mensch halt selber schuld. Heute gibts Schadenersatzklagen die auch noch durch gehen
    Wenn ein Jagdhund eine Katze oder ein Huhn gekillt hat die in seinen Auslauf gerieten, dann wurde eben das Tier bezahlt und gut war. Heute gibt es einen Nachbarschaftskrieg vom feinsten

    Oder waren die Erziehungsmethoden schlicht härter? Und ein Hund hat weniger Sellbstentfaltungsmöglichkeiten?

    Ich finde die ganze Diskussion frisst sich zu sehr an den Dienstgebrauchshunden fest.
    Ich bemerke aber die Ablehnung ebenso bei Drahties, Bordern, oder den von mirr so geschätzen jagdlichen Terriern.

    Zitat

    Also hier sieht man von denen so gut wie nie einen. Ich kann mich grad gar nicht dran erinnern, wann ich den letzten gesehen habe im Alltag...

    Ich sehe für meinen Geschmack zu viele, sowohl im Alltag, als auch auf den Plätzen.
    Was die Verteilung der Spitzohren angeht gibt es regionale Unterschiede, NRW und alles an der holländischen, belgischen Grenze ist schon Maliland

    Zitat

    Ähm, bleiben wir doch mal bei den Malis.
    Was können denn die seriösen Züchter dafür? :???:
    Maliartige Hunde gibts wie Sand am Meer, schließlich muss es ein "Mali" sein, wenn man es mit einem DSH schon nicht gepeilt bekommen hat. :hust:
    Nu gibts im VDH im Jahr nur rund 800 Malis, wenn man jetzt die überlegten Importe dazunimmt, dann sind das immer noch kaum Hunde. Man sieht sie aber in Massen. Und man kann sich locker vorstellen, wo die herkommen. Da zählt dann das Geld, oder dass die Viecher vom Hof gehen, bevor die Nachbarn Amok laufen.

    LG
    das Schnauzermädel


    :lachtot: du böses Mädchen!

    Nochmal, ich mache jetzt echt schon eine ganze Weile Tierschutz und bin sehr aktiv im Bereich Hundeausbildung und die Hunde die ich gesehen habe die ernsthaft Probleme machen, waren alle samt eben nicht von verantwortungsvollen Arbeitlinienzwinger, sonder aus Hobbyzuchten oder eben Showhunde die dummerweise doch ursprünglich sind.

    Dir ist also eine unkontrollierte Verpaarung zweier Individuen OHNE irgendeine Selektion auf Wesen, Gesundheit, Leistung, Aussehen lieber?
    Komischerweise waren meiner Erfahrung nach gerade die Hunde die feige von hinten kamen oder völlig unangebracht aggressiv reagierten, bisher immer Hinterhof/ Hobby/ Bauernhofzuchten, oder eben Showlinie.
    Ob das nun ausschließlich an der höheren Inzidenz an inkompetenten/ ungeeigneten Haltern liegt, oder doch eine nicht unerhebliche genetische Komponente hat sei mal dahingestellt.

    Zitat


    Geht ja auch gar nicht ;-) Wenn jeder Erfahrung bräuchte um einen Hund halten zu dürfen würden Hundehalter über kurz oder lang aussterben. Und Anfängerhunde gibts serienmäßig halt nicht. Man muss eben lernen seinen Hund unter Kontrolle zu halten. Dann ist es doch eigentlich völlig wurst was man sich für einen Hund hält. Ob durchgeknalltes Triebmonster oder Schlaftablette. Selbst ist man dann vielleicht nicht 100 Prozent glücklich mit seiner Wahl, aber das ist für die Gesellschaft unerheblich.


    Und was für eine Schlussfolgerung ziehst du nun für Arbeitslinien?