Beiträge von Krambambuli

    Ach Leute kommt schon, es leugnet doch niemand, dass es mehr als eine Betriebsanleitung für den Hund bedarf.
    Sowas funktioniert auch nur, wenn nachdem der Hund die Chance hatte neues zu erlernen, wenn Hund und Halter gemeinsam eine intensive Einarbeitung bekommen und auch danach engmaschig betruet werden.
    Ich weiß, dass es hier im Forum natürlich nur Halbgötter am Hund gibt und sich natürlich jeder völlig unvoreingenommen und technisch absolut perfekt dem eigenen Hund nähert, der einen selbst und/ oder einem nahestehende Personen schwerst beschädigend gebissen hat und sich das natürlich auch alles erarbeiten können, so ist das aber im realen Leben nicht, da kann es helfen wenn jemand für einen den Teufelskreislauf aus Fehlern, Angst, Mißtrauen, verletzten Gefühlen und Aggression durchbricht.

    Schnauz es wird doch auch nicht so sein, dass der Hund durchgearbeitet wird und komentarlos an den Halter zurrück geht. Erst wird dem Hund neues beigebracht und dann erarbeitet sich der Halter zusammen mit dem Hund die neuen Techniken. Es ist einfacher, wenn einer der Partner weiß wie es geht.
    Ich vergleich das immer mit dem Beritt eines jungen und nicht ganz einfachen Pferd, da macht sich kaum einer einen Kopf, wenn das in den Beritt beim Profi geht, wenn der Besitzer Anfänger ist. Es reduziert in gewissen Konstelationen den Stress für beide Partner.
    Und ja ich hab mich bei meinen Pflegies selber durchgebissen, ging, aber es gibt Konstelationen, da wird das so nicht klappen.

    Schon mal drüber nachgedacht, dass dieser Hund gerade in der Beziehung zum Hunefüher reagiert wie er reagiert?
    Ja das verunsichert den Hund mit Sicherheit, plötzlich alleine da zu stehen, aber auch das bietet ihm die Möglichkeit neue Verhaltensweisen an den Tag zu legen.
    Die allermeisten Hunde die bei mir auftauchten, zeigten bei mir deutlich wenigere Aggression als beim Vorbesitzer und das liegt nicht an irgendwelchen übersinnlichen Fähigkeiten meiner Person, sondern daran, dass ihnen eben eine neue Chance in einer neuen, unbelasteten Mensch-Hund-Beziehung gegeben wurde.

    Erklärst du mir auch warum?

    lotus: Noch nichtmal das. Oft ist die Beziehung zum Halter derart verzwackt und konfliktbehaftet, dass der Hund unter so einer Spannung steht, dass er sich nicht auf neue Beziehungen und Regeln einlassen kann.
    Also nimmt man den Hund aus dem bekannten Umfeld und den Beziehungen und nutzt gezielt diese neue Umgebung um neue Dinge zu etablieren.
    Es ist ungleich leichter für einen Halter zu maintainen als neu zu erarbeiten.

    Komisch, ich kenne das genau umgekehrt.
    Was wurden mir nicht alles für Killer, Monster, Bestien, Totbeißer und dominante Kracher angekündigt und es waren alles Hunde.
    Oft ist das Vertrauen nach einem Beißvorfall so nachhaltig gestört, dass keine positive Interaktion und somit schlicht auch kein lernen mehr möglich ist.

    Es muss doch nicht darum gehen einen Hund zu mißhandeln, brechen und kaput zu machen, sondern es kann einfach darum gehen eine neue Situation ohne Altlasten zu schaffen in der neues Lernverhalten möglich ist.
    Es geht hier doch nicht um ein bischen Alltagsgehorsam, oder eine Vorbereitung auf igendeine belanglose Prüfung, hier gibt es festgefahrene Verhaltensweisen, jedemenge Altlasten, negative Gefühle, das hemmt Hund und Halter.
    Jeder der eine solche Situation mit seinem Hund erlebt hat, weiß wie schwer es einem fällt, diesem Hun offen und frei zu begegnen und ihm das nötige Vorschussvertrauen entgegen zu bringen, genau da liegt doch die Chance der Internatsausbildung.
    Nein, ich würde auch keinen meiner Hunde einem Hans Wurst an die Angel geben und gehen, ich muss einem Trainer sehr vertrauen, seine Methoden genau kennen, aber perse sich hinstellen und gleich von Tierquälerei aus zu gehen, finde ich frag würdig.

    Kram

    Meiner Erfahrung nach ist es weniger das Mitleid, dass ein Problem bei der Erziehung eines Problemhund darstellt und warum in gewissen Fällen eine Internatsausbildung sinnvoll macht.
    Es ist die Vergangenheit, der Ballast, die Erwartungshaltung an den Hund, die ganzen Gefühle dem Hund gegenüber.
    Wenn ich einen meiner Pflegehunde bekomme, ist das neu, unvorbelastet, ich habe keine Vergangenheit mit diesem Hund und er nicht mit mir, es fällt also ungleich leichter dem Hund neue Regeln nahe zubringen.
    Wenn ich einen neuen Hund bekomme, hab ich keinen Balast, es fällt also ungleich leichter ihm uneingeschränkt positiv, wertschätzend und offen entgegen zu treten und ihm das nötige Vertrauen entgegen zu bringen, das er braucht um sich neu zu entwickeln.
    Mir geht immer wieder ein Schauer den Rücken runter, wenn beim Besitzer, der Zerrspiegel zerspringt durch den sie ihren zugegeben nicht ganz unproblematischen Hund gesehen haben und sie erkennen, was für eine tolle Seele da vor ihnen steht.
    Genau diesen Vorteil sehe ich bei gewissen Fällen in der Internatsausbilung, wenn da eben auch eine gezielte Schulung des Besitzers erfolgt