Beiträge von Dreamy

    Also wenn das Bein oben bleibt, ist das aber schon eine recht heftige Form von PL!
    Jedes Rausrutschen der Kniescheibe ist ein pathologischer Vorgang, der langfristig Schäden am Knorpel und Gelenk hinterlässt und sekundär zu Arthrose führt und auch schmerzhaft sein kann. Ob man bei einer leichten Form sofort operieren muss halte ich auch für fraglich, aber es gibt durchaus Hunde, die auch bei leichten Formen Schmerzen haben oder im Alter mit Langzitschäden kämpfen.

    Bei meiner Hündin ist es leider so, dass die eine Kniescheibe raus- und nicht gleich wieder zurück springt. Sie humpelt dann stark und hat auch Schmerzen. Ich lasse sie sich dann irgendwo weich hinlegen, dann springt die Kniescheibe in der Regel binnen Minuten wieder rein. Würde das häufiger vorkommen, hätte ich sie definitiv schon operieren lassen. Noch passiert das im Schnitt aber nur einmal alle 4-6 Wochen. Das ist, denke ich, ohne OP noch vertretbar, zu mal sich das in den letzten Jahren nicht verschlimmert hat. Laut TA hat sie PL Grad 1. Ich füttere Chondroitin und Glucosamin zu, schaden kann es ja nicht.

    Zitat von Finn3103


    Hätte ich größere Hunde haben wollen, hätte ich halt keinen Chi geholt? Deshalb versteh ich das schon mit dem Afghanen-Saluki-Beispiel.
    Wenn ich nen Sheltie haben möchte, dann hat der halt kein Fell wie nen Ridgeback?

    Das verstehe ich jetzt wieder nicht so richtig. Ein Sheltie mit Ridgebackfell (lustige Vorstellung) würde mir durchaus ins Haus kommen - ein Ridgeback mit Sheltiefell dagegen nicht. Einfach, weil der Sheltie charakterlich in mein Leben passen würde, der Ridgeback jedoch nicht. Das ist es doch, was zählen sollte - das Wesen. Ein Afghane ist einfach kein Saluki - ob geschoren oder nicht. Wenn Pudel jetzt stinknormales, haarendes Fell hätten, dann fände ich das zwar durchaus schade (ist eben ein angenehmer Nebeneffekt), würde mir aber trotzdem natürlich immer wieder einen holen, weil ich das Wesen dieser Hunde liebe. Allerdings unter der Bedingung, dass der Pudel im Großen und Ganzen bleiben muss, wie er ist. Würde man da nun züchterisch die Ohren deutlich verlängern, die Hunde tiefer legen oder sonst irgendwas züchten, was eindeutig zu Lasten der Hunde geht, würde ich von der Rasse Abstand nehmen, da bin ich ganz ehrlich.

    Meine Hündin ist nun recht praktisch mit ihren unter 3 kg, aber ich sehe, dass ein derart geringes Gewicht auch seine Schattenseiten hat. Mein nächster Pudel wird größer, nicht, weil ich Toys per se für eine Qualzucht halte, aber weil ich denke, dass 1-2 Kilos und 4-5 cm mehr durchaus einen positiven Effekt auf Gesundheit und Robustheit haben und gewisse Risiken verringern können. Ich würde es sehr begrüßen, wenn es zukünftig in der Hundezucht wieder vermehrt die Tendenz zur Mitte geben würde, sprich, weg von den extremen Minis und Riesen.

    Und wo wir beim Thema Kritik an der eigenen Rasse sind: Beim Pudel ist aus meiner Sicht der Haarwuchs in den Ohren etwas, woran gearbeitet werden sollte. Bei meiner Hündin gibt es damit nun wirklich gar keine Schwierigkeiten, aber es gibt definitiv Rassevertreter, die zu sehr starkem Haarwuchs und (als Folge) zu Ohrentzündungen neigen. Wenn man da einen Hund hat, den man alle paar Tage mit einer Pinzette malträtieren muss, dann finde ich das (züchterisch) nicht erstrebenswert.

    Thema Kopfform beim Bullterrier vs. Collie:

    Bullterrier:
    8618774_orig.jpg

    Collie:
    tsuacctnt-collie-2.jpg

    So wahnsinnig viel Ähnlichkeit seh ich da nun ehrlich gesagt nicht. Und das ist ja noch nicht mal ein extremes Downface beim Bulli. Was die Kopfform betrifft, habe ich irgendwo mal bei einer Simulation gesehen, dass es da schon zu einer deutlichen Gebissveränderung kommt. Ob und inwiefern das nun von Nachteil für den einzelnen Hund ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Da stellt sich halt, wie bei vielen anderen Rassen auch, wieder die Frage, warum es das braucht. Und nein, ich habe überhaupt nichts gegen die Rasse.

    Wenn Du genau hinschaust, siehst Du, dass die Hunde deutlich überstreckt und wenig vorteilhaft stehen (ähnlich wie die Schäfis im Raketenstart)

    Also, völlig wurscht, wie der Hund da nun hingestellt wird - wir sind uns doch wohl einig, dass dieses Exemplar sehr kurze Beine und einen überproportional langen Rücken hat. Keine Ahnung, warum manche Menschen sowas erstrebenswert oder gar schön finden. Ich weigere mich, solche Extreme als normal und in Ordnung anzusehen.

    Das mag so sein; allerdings gilt auch hier ein deutliches Zuchtmerkmal: deutlicher Bodenabstand im Verhältnis 2/3 zu 1/3. Von Stummelbeinen kann man da nicht mehr reden. Wie gesagt ein Zuchtmerkmal! Das kann man einhalten oder auch nicht!
    Und ein überlanger Rücken ist genau so unerwünscht.

    In der Theorie alles schön und gut. Nur leider begegnet man sowohl auf Ausstellungen als auch im alltäglichen Leben viel zu häufig Hunden, deren Züchter sich offensichtlich nicht an derlei Vorgaben orientiert haben.

    Allererster VDH Züchter, den mir Google ausspuckt:

    Brunhild

    Wenn das keine Stummelbeine und kein überlanger Rücken sind, dann weiß ich es auch nicht...

    Na ja, dass ein sehr langer Rücken kombiniert mit sehr kurzen Beinen keinen als zu gesund bezeichnenden Körperbau darstellen, sagt einem eigentlich schon der gesunde Menschenverstand.

    Na ja, sanft und ruhig war mein Pointermix (ebenfalls ehemaliger Straßenhund) auch...drinnen. Draußen aufgrund des massiven Jagdtriebs in der ersten Zeit kaum zu bändigen. Ist sogar sehr typisch für die ganzen Jagdhundrassen (speziell der FCI Gruppen 6 und 7), dass man die im Haus kaum merkt, dazu noch dieses absolut liebenswerte Verhalten Menschen gegenüber. Aber davon sollte man sich nicht unbedingt täuschen lassen. Wenn die Hündin dann auch noch vorher eine ganze Zeit auf der Straße gelebt hat, wäre das definitiv kein Hund, den ich so ohne Weiteres einem Anfänger in die Hand drücken würde. Von was für einer Art Jagdhund reden wir denn bei der Hündin?

    Schoßhunde gibt es nicht. Auch ein Chihuahua möchte sich bewegen und geht gut und gern 15 km wandern.

    Ich persönlich würde auch immer eher zu einem Hund von einer Pflegestelle raten. Aber da spielen einige Faktoren mit rein. Hilfreich ist es einfach, wenn man bereits Rassen im Auge hat, die zu den eigenen Vorstellungen und Wünschen passen und dann etwas gezielter an die Suche geht.

    Wenn ich jetzt von mir ausgehe; ich würde, als Liebhaber von Lockenhunden, gezielt nach Pudel- oder Wasserhundmixen gucken, die gibt's durchaus häufiger im Auslandstierschutz, ebenso andere Rassen. Das wäre dann zumindest kein komplettes Ü-Ei, wenn man davon ausgeht, dass der Hund eben auch ein paar rassetypische Eigenschaften mitbringt. Wenn man dann vielleicht sogar eine Person vor Ort hat, zu der man Vertrauen hat und die den Hund verlässlich beschreibt, man die Mutter und evtl. sogar den Vater kennt (ist eher selten, aber gibt es), dann kann man schon in etwa abschätzen, worauf man sich da einlässt. Garantien gibt es letztendlich natürlich nicht, allerdings ist ein Welpe, der womöglich sogar schon in einer Auffangstation geboren wurde, nun auch kein Hund mit unbekannter, wilder Vergangenheit, sondern noch ein mehr oder weniger unbeschriebenes Blatt.

    Insofern würde ich da nun nicht völlig von diesem Vorhaben abraten. Abraten aber würde ich ganz klar davon, rein nach der Optik des Hundes auszusuchen. Jagdhunde sind im Auslandstierschutz wohl mit am häufigsten vertreten (Podencos, Pointer, Bracken etc.), aber gerade in den ersten paar Lebensjahren sind die sehr, sehr anstrengend und für eine Familie, die einfach nur einen netten Hund sucht, in der Regel ungeeignet. Ich würde mich da an deiner Stelle also erst mal auf eine Richtung festlegen bzw. mich für einen bestimmten Hundetyp entscheiden und dann gezielter suchen.

    Beim Kromfohrländer wäre ich in punkto Inzuchtkoeffizient (Stichwort genetischer Flaschenhals) sehr vorsichtig. Da läuft nicht umsonst gerade ein Einkreuzungsprojekt. Persönlich würde ich mir eine Rasse mit einem derart kleinen Genpool nicht ins Haus holen.

    Außerhalb der Sektion 9 kämen natürlich noch andere Rassen in Frage. Zum Beispiel der Collie (Kurz- oder Langhaar), der Lagotto, der Barbet oder der Spanische Wasserhund. Die sind aber alle nicht leichtführiger als ein durchschnittlicher Pudel. Den Lagotto kenne ich insgesamt als etwas "härter" vom Wesen im Vergleich zum Pudel, ein wenig selbstständiger und dickköpfiger. Einen Barbet kenne ich leider nicht persönlich. Die Spanier sind ebenso wie der Pudel absolut vielseitige, fröhliche und gut erziehbare Hunde. Bei derselben Größe bringen die drei letztgenannten Rassen aber im Schnitt mehr Gewicht auf die Waage als ein Pudel, da ihnen dieser sehr zierliche Körperbau fehlt.