Lucy_Lou: Ich sehe das eher als Meideverhalten, was Du beschreibst. Sie weicht noch mehr aus, als nötig wäre, kriegt Stress, wenn sie einen Hund sieht und ist alles andere als entspannt, was sie ja eigentlich werden soll.
Was ich gerade sehr faszinierend finde, dauernd wird hier geschrieben, quatsch nicht mit Deinem Hund und jetzt gibt Staffy genau den anderen Tipp.
Ich hatte es schon mal geschrieben, aber mache es gerne nochmal, auch wenn es einige vielleicht nervt.
Ich gebe Bibo ein Entspannungssignal, denn ich möchte weder, daß mein Hund Stress hat, noch das er ins Meideverhalten geht.
Das Entspannungssignal wird zu Hause konditioniert. Der Hund liegt, wo auch immer und ich gehe hin und setze mich dazu. Dann wird der Hund gestreichelt, leicht massiert und man macht die ganze Zeit schhhhhhhhhhhhhhhhhhh. Immer wieder und schön leise.
Irgendwann schläft der Hund ein. Bei Bibo hat es ein paar Tage gedauert, da hat sie auch draußen auf das Signal reagiert.
Bei ihr sind ja auch Bisse und starke Schmerzen der Auslöser der Aggression. Und alles abdrängen, wegdrängen, maßregeln, was auch immer hat nur zur Folge gehabt, daß mein Hund noch mehr Stress hatte und schon auf Hunde auf der anderen Seite eines Feldes reagiert hat, wo mind. 100m Feld zwischen lag.
Jetzt ist es so, wenn ich merke, daß sie anspannt, dann kommt das Signal. Auch wenn ich den Hund weder sehe noch höre. Dann fährt sie runter, innerhalb von ein paar Sekunden, schaut mich an.
Oder direkte Begegnung mit einem Hund, ich sehe ihn zuerst, fange mit dem Signal an. Sie sieht den Hund auch und schaut mich trotzdem an. Setzt sich hin und bleibt ruhig.
Sollte der Abstand mal zu gering sein und sie doch hochfahren, ist sie innerhalb von einigen Sekunden wieder unten, vorher war sie noch viele Meter nicht ansprechbar und ich mußte sie an der Leine hinter mir herziehen.
Warum habe ich für uns diese "Methode" gewählt?
Ich habe viel versucht, über Jahre, habe irgendwann resigniert und einfach hingenommen, daß sie so ist und andere Hunde hasst.
Aber hey, sie hasst nicht alle Hunde, denn die Hunde, die sie kennt, da brauche ich nur den Namen sagen und sie freut sich einen Keks. Mit denen kann sie toben, da beschwichtigt sie extrem und ist sehr unterwürfig, auch bei jüngeren Hunden.
Mit Druck, den ich erzeuge, sei es ein Touchieren, ein lautes Wort, ein Fußaufstampfen, ein ignorieren des anderen Hundes und vorbei zerren, hat einfach null komma nichts gebracht.
Dazu muss ich klar sagen, daß ich kein Wattebäuschenwerfer bin. Dusty kriegt auch ein klares, Hey oder Dusty und damit sind die Fronten klar, aber bei Bibo hat es nicht geholfen.
Ich kann es nur raten, aber gerade bei ängstlichen und unsicheren Hunden, damit meine ich auch Deinen Hund Fantasmita, ist das eine einfache und sehr souveräne "Methode", um seinen Hund aus der Erstarrung zu holen oder wie bei Lucy aus dem Meideverhalten zu holen.
Man muss sich vor Augen führen, was will ich eigentlich, was ist mein Endziel.
Mein persönliches Endziel ist nicht, daß mein Hund alle anderen Hunde liebt und mit denen Freundschaft schließen will. Sie muss sich auch nicht von jedem beschnüffeln lassen usw. Mein Ziel ist es, daß mein Hund akzeptiert, daß da ein anderer Hund ist. Das dieser Hund dort auch langgehen darf, ohne das sie total ausklinkt.
Mein Ziel ist, daß mein Hund, sollte sich der andere Hund doch nähern, nicht beißt, sondern, wenn sie unsicher ist, zu mir kommt. Nicht hinter mich oder irgendwo, wo ich sie hindirigiere, sondern in meinen Dunstkreis, wo sie dann vielleicht sicherer ist.
Und wir haben am Anfang Hundebegegnungen vermieden. Ich provoziere Begegnungen nicht, sondern, trainiere langsam und stetig, denn ich will kein Hauruck Erfolg, sondern einen langwährenden Erfolg.
Sorry für den Roman.
Bianca