Beiträge von acidsmile

    Ich setz da auf Gehorsam. Aber es kommt ja immer drauf an wie weit der eigene Hund ist. Gestern hüpfte ein Stadthase kreuz und quer über die Mini Stadtpark Wiese, weil vor seinem Fluchtweg Kinder spielten. Ich auf einer Seite mit Hund, auf der anderen Seite, andere Leute mit 2 Hunden, wo sich wegen des Hasen einer halb Wegschrie(Die haben den Hund erst seit ein paar Tagen). Für den Kreischenden Hund wars definitiv ungünstig, dass die einfach weiter auf die Situation zu liefen, mit ihrem kreischenden Hund voran, weil die so mit dem Hund auf der Jagd nach diesem Hasen waren. Meine hab ich zu mir in die Grundstellung genommen und die Kids dann gebeten, dem Hasen seinen Fluchtweg frei zu machen. Mit einem Kreischenden Hund an der Leine würde ich keinen Schritt weiter gehen. Schon gar nicht in Richtung der Situation, weswegen der Hund sich wegschreit. Mein Mädel blieb artig neben mir sitzen. Wir kennen unsere Stadthasen ganz gut und beobachten die öfter, was jedes Mal auch kleines Training ist. Und darum Funktionierte der Gehorsam auch in der Situation, wo der Hase panisch vor uns die Wiese auf und ab lief. So ein Minuten langes Zickzack Gerenne hatten wir bisher aber auch noch nicht.

    Was ich damit sagen will, dass der Gehorsam von einfachen zum schweren Aufgebaut werden kann und manchmal Kleinschrittig aufgebaut werden muss.
    Fürs Training, aber auch für Notfälle wenn der Hund sich schon abgeschossen hat gibt es Handlungs Optionen die man lernen kann. Das muss für einen selbst und den Hund und auch für die Umgebung in der man lebt zusammen passen.

    Anne_Boleyn wenn du bisher noch kein Konzept für dich gefunden hast, warte lieber deinen Trainer Termin ab.

    Sprich muss der Hund irgendeine Art von Vorgeschichte haben oder kann jeder Hund so seine Eigenarten entwickeln die den Alltag wirklich belasten?

    Mein ehemaliger Rüde, hatte einen Deprivationsschaden. Denke der wurde bis ins Senior Alter hinein, in einem Zwinger gehalten ohne Möglichkeiten mal außerhalb die Füße zu vertreten. Als Folge hatte der keine Sozialisierung, mit Menschen, Hunden, Wohnungen, Umwelt. Kannte auch keine Variationen in Bewegungsabläufen. Er müsste aufgrund der Tatsache dass er jeden Biss, der ihn anfassen wollte wohl auch eher schlecht Behandelt worden sein. Der konnte sich von Sonnenaufgang, bis Sonnenuntergang fiepend im Kreis drehen, ohne Ermüdungserscheinungen. Zum Glück war er aber nicht Ängstlich und auch nicht komplett Irre. Ich glaube der Begriff für die Aggression war "Konstruktive Aggression", die der Hund verwendete xD . Kannte man die Trigger, konnte man die einfach vermeiden und dadurch war der Umgang mit dem, für Hundeerfahrene Menschen eigentlich nie wirklich gefährlich. Der war da insgesamt sehr vorhersehbar.
    Das schwierigste war das schwache Nervenkostüm. Üblicherweise gingen wir täglich immer exakt die gleiche Strecke. Weil er bei Abweichungen vom üblichen Gassiweg, sich meist 1 bis 2 Tage danach (in einer enormen Lautstärke)fiepend im Kreis drehte.
    Ich denke der wurde durch die Falsche Haltungsform einfach total versaut und hat sich Geistig nicht richtig Entwickeln können.
    Vom Phänotyp/Genotyp(?) her, war er ein Vorsteher mit wtp. Lauffreudig mit hohem Arbeitswillen. Der muss mit seiner Veranlagung da dran kaputt gegangen sein.
    Denke das wär ein ganz toller Hund geworden, wäre er in anderen Händen aufgewachsen.

    Wie bekommt man mehr emotionale Distanz, wenn man immer wieder sieht, wie der Hund völlig kippt?

    Bei meinem Rüden(r.i.p), hab ich in den Himmel geschaut, die Wolken beobachtet und erst mal geatmet(Autogenes Training, Meditation...). Den austickenden Hund hab ich nur gehalten und gar nichts mit gemacht. Nicht mal angeschaut. Sobald das selbst beruhigen bei mir einsetzte, hab ich mir überlegt, welches Signal Sinn macht, in der Situation. Ob überhaupt grad ein Signal Sinn macht. Welchen Weg ich gut schaffe mit dem austickenden Hund zu gehen. Dann gab es dieses Signal, exakt 1x, neutral und Deutlich ausgesprochen und dann bin ich mit Hund genau dahin gegangen, wo ich hin wollte ohne weiteres einwirken auf den Hund. Durch die Leine und das sehr gut sitzende Geschirr + Leine mit beiden Händen so halten, dass der Hund kaum Spielraum hatte, wurde er dann mitgezogen in meine Richtung. Üblicherweise eine Richtung, die für mehr Abstand sorgte und ihn aus der Situation brachte. Und wenn er dann langsam wieder mehr bei Sinnen war und anfing gescheit neben mir zu gehen, gabs ein Emotionsloses Click, vom Clicker und ein emotionsloses Keks zwischen die Backen schieben. Keine Party Stimmung, kein drüber beugen, kein Blickkontakt, kaum Ansprache(Nur 1x das Signal am anfang). Nichts was Druck oder sonstigen Hype auslöste.
    Jede Emotion, jeder Blick, etc. hat meinen nur noch zusätzlich gestresst. Darum musste alles Emotionslos ablaufen, damit es überhaupt irgendwas gab, wo ich den mal Clickern konnte xD .

    Tiny durfte uns gestern in einen Kinderfreizeitpark begleiten. In der Westernstadt, mit der Geräuschkulisse war sie schon zwischendurch, etwas on Fire. Aber ich vermute fast, weil sie Schuss mit Apportieren verbindet. Sie hat sich gleich umgeschaut und ich Wette, hätte ich sie in irgendeine Richtung zum Apport geschickt, wär sie losgefetzt zum suchen :grinning_face_with_smiling_eyes: . Nach einer Weile war die Spannung dann aber auch weg und sie trottete gechillt mit uns durch den Park. Eine Kinder Clowns Show besuchte sie auch mit uns. Das Klatschen war wohl ungewohnt, aber auch das hat sie souverän mitgemacht. Zwischendurch gab es Kinderzug fahren und am Schluss fuhren wir zum ersten Mal Ruderboot. Nachdem wir einmal kurz mit einem "äh-äh" klären mussten, dass Frau Retriever nicht vom Boot ins Wasser hüpfen darf zum schwimmen :face_with_rolling_eyes: , hat sie die Zeit für ein Schläfchen genutzt. War ein spannender Tag, den sie super gut mitgemacht hat.

    Ich hatte noch nie einen Hund, der so viel positives Interesse an anderen Hunden hatte (auch wenn das viel Gefiddel ist). Das ist für mich immer noch ungewohnt... bitte sagt mir, dass sich das irgendwann verwächst, auch bei solchen Kindsköpfen.

    Ich hoffe da mehr auf Gehorsam :see_no_evil_monkey: . Das sich meine wegen ihres guten Gehorsams und wtp verbieten lässt, andere zu Kontakten :nerd_face: . Ich glaube fast nicht, dass es jemals nachlassen wird. Bei manchen Hunden schon. Aber wenn da ein Junger entspannter Hund auf Distanz, mit locker gewedelter Rute meiner Blicke zu wirft... Die Kommunizieren ja schon auf Distanz, dass sie Freundlich am kennen lernen Interessiert sind. Und das Ignorieren ist für meine die Herausforderung ihres Lebens. Vielleicht wird das nie ein 100% werden :ka: .

    Die Retriever Leine war auch so rum am Hund, dass die sich von selbst nicht mehr lockern konnte, wenn ich mich nicht vergucke und darum dauerhaft drosselte, selbst dann noch wenn der Hund keine Spannung mehr drauf bringt.
    Ich vermisse auch das "vorbereitende" Training. Dass dem Hund ein Positives Aufmerksamkeits Signal beigebracht wird, in Reizarmer Umgebung. Aber vielleicht wurde es auch nicht gezeigt.
    Fürs Equipment wie Leinen und Maulkörbe bräuchte der Trainer schon nochmal eine Fortbildung.

    Ps. Nochmal weiter geguckt. Ist ja schlimm mit den Verletzungen am Kopf. Blutet der da an einer Stelle? Da müsste man doch sofort alles abbrechen und erst Mal sich darum kümmern, statt den Hund weiter zu stressen :face_screaming_in_fear: .

    acidsmile

    die Hündinnen hier, die wegen zu oft oder zu intensiv läufig/scheinschwamger etc kastriert wurden, haben enorm! an Lebensqualität gewonnen. Das merkt man erst so richtig wenn sich das endlich ändert. Davor hängt man ja oft mit drin, es ist ein schleichender Prozess. Man hat Hoffnung etc.

    Aber alle sagten, zum Glück hab ich’s gemacht. Weil einfach dieser Leidensdruck für den Hund enorm ist. (und natürlich ist das ja überhaupt nicht)

    Ja, Hoffnung. Bei den ersten 2 Läufigkeiten schob ich es noch auf die Jugend. "Das verwächst sich schon", oder "Muss eben besser Erziehen", "Futter muss verändert und angepasst werden"... Aber ich hab da jetzt alle Stellschrauben gedreht. Jede Läufigkeit ein Déjà-vu.
    Für mich fühlt sich das auch nicht gut an, durch Erziehung, Druck und Konsequenz gegen die inneren triebe die sie bekommt gegen zu halten. Weil es auf 3 Monate Druck, Stress und Frust hinaus läuft. Überwiegend lös ich fast nur noch über Management, weil alles andere mich und Tiny gleichermaßen Frustriert und enorm der Bindung schadet, wenn ich ständig an ihr rumgängele mit Erziehungsmaßnahmen. Ich krieg sie seit der ersten Läufigkeit schon, kaum aus diesem Loch raus gezogen in dem sie Steckt und mal für Beschäftigungen Motiviert die uns sonst immer Spaß machen.
    Der einzige Hoffnungsschimmer, dass ich mittlerweile weiß, dass sie nach der Scheinschwangerschaft und Scheinmutterschaft wieder ganz die Alte wird und wir jeden Tag wieder eine Tolle Zeit gemeinsam haben werden :smiling_face_with_hearts: . Bis es dann wieder los geht, mit den Hormonen :frowning_face: .