Wenn man selbst eher wie ein Trampeltier durch die Länder streift und alles schon weit räumig aufschreckt, bevor es sichtbar wird, finde ich Spurjäger deutlich schwieriger. Mit meinem Vorsteher war ich früher auf einer Heuwiese, mit einem dahinter liegenden Flugplatz, der immer eine etwas kürzere Wiese hatte. Der Geruch kann sich einfach so irre weit durch den Wind tragen. Die Fasane die über 100m weit auf dem Flugplatz waren, wurden mir vom Vorsteher immer angezeigt. Lange bevor er die Viecher überhaupt sehen konnte. Und ohne Schlepp dran, wäre er dann der Spur im Wind nach und hätte sich über die dicken Fasane gefreut. Und Reh Spuren waren auch immer noch sooo lange Interessant. Der Hund stolpert über einen Geruch und Zack ist er an geknipst. Ständig. Und je nach Jahreszeit halten sich Spuren auch deutlich länger, also ist der Hund ständig angeknipst, wenn der nicht gelernt hat, sich auch anders zu beschäftigen. Dann läuft man die komplette Runde, mit einem angeknipsten Hund im Jagdmodus.
Aber sicher auch wieder Individuell, oder Rasseabhängig. Tiny ist ein Nasentier und liebt Stöbern. Aber wenn uns mal ein Hase über den Weg hoppelt und ne Weile vor uns her hüpft, ist die Erregungslage zwar gleich höher, aber kein Grund nach zu Hetzen.
Bei Interessanten Gerüchen, die sie vom Wegrand aus wahrnimmt, brauchts schon manchmal nen Schärferen Abbruch, dass sie nicht ins Gebüsch der Spur nach geht.
Sie hat aber auch nicht so eine gute Nase, wie sie der Vorsteher hatte. Gerüche braucht sie schon eher im nahen Umkreis. Gerüche die durch den Wind übers ganze Feld zu ihr getragen werden, triggern sie nicht so. Auch ihre Motivation, wenn sie einen Hasen übers Feld laufen sieht, sofort die Spur zu suchen und zu folgen, hat sie nicht. Dafür sucht sie total gerne und genau, in einem kleineren Suchbereich. Kennt es aber eben auch nicht, ewig weit einer Fährte zu folgen.