Beiträge von brush

    Hallo liebe Foris :winken:

    Ich hab gestern Abend so ein bisschen vor mich hingedacht, und habe mir mal überlegt warum ich so zufrieden mit meinen Hunden bin. Angestossen wurde das durch einen Thread über „schwierig“ und „leichter“ zu erziehende Hunde.

    Naja klar, ich hab mir einfach den richtigen „Typ“ ausgesucht, eigentlich ganz einfach. Weitergedacht habe ich mich gefragt, warum ich mich gerade für diesen typ Hund entschieden habe. Ich war zwar sehr gut informiert, aber alle Eigenheiten wußte ich im Vorhinein natürlich auch nicht.

    Aber ich bevorzuge grundsätzlich den sehr selbstständigen Typ Hund. Ich mag es, wenn ich und meine Kommandos in Frage gestellt werden (auch wenn das manchmal sehr anstrengend ist), wenn der Hund in der Lage ist gewisse Dinge selbst zu entscheiden, und wenn ich jeden Tag auf´s neue gefordert bin zu beweisen dass ich es mindestens ebenso gut machen kann wie meine Hunde. Ich mag es, wenn ich nicht der ultimative, alles überstrahlende Mittelpunkt im Leben meiner Hunde bin.

    Ich würde jetzt gerne von Euch wissen, welcher Typ Hund für Euch der Richtige ist, und warum. Außerdem interessiert mich noch, womit ihr so gar nichts anfangen könnt.

    Es wäre mein Wunsch, dass sich hier niemand beleidigt fühlt, weil jemand sagt er mag einen gewissen Typ Hund nicht, und ein anderer zufällig so einen Typ hat. Das sollte nicht der Sinn dieses Threads sein. Jeder hat so seine Vorlieben und Abneigungen, und das ist gut so, deshalb würde ich das gerne aus diesem Thread raushalten.

    Ich beginne hier einfach mal.
    Ich mag den selbstständigen, „katzenhaften“ Typ Hund, wie oben beschrieben. Warum genau weiß ich eigentlich gar nicht, aber ich kann dieses devote weder bei Mensch noch Hund leiden.

    Was für mich nichts wäre, und womit ich mir schwer tue, sind zB solche Hunde:
    „Ui, Herrchen ist da. Herrchen, Herrchen. Was unternehmen wir jetzt? Du bist doch da, ich will bei dir sein. Ja, sicher kann ich alleine bleiben, Herrchen wünscht es ja. Und wenn Herrchen das sagt, dann muß es gut sein. Herrchen Herrchen Herrchen. Juhu, Herrchen ist wieder da. Wirf den Ball. Herrchen, tu was. Herrchen hat gesagt ich soll auf meinen Platz gehen. Keine Ahnung warum, aber wenn Herrchen das sagt, muß es was tolles sein. Herrchen Herrchen Herrchen.“

    Also das ist so gaaaaar nix für mich, und mir ist schon klar, dass das auch viel von der Erziehung abhängt. Manche wollen das aber schon bewußt, und wählen sich Typ und auch Erziehungsmethode danach aus.
    Find ich voll in Ordnung, kann damit aber halt nix anfangen.

    Also, auf welchen Typ Hund steht ihr so, und warum?

    Zitat

    Es gibt 4 wirksame Einflussgrössen auf das Verhalten: R+, R-, P+, P-.
    Aus welchem Grund sollte ich mich mit einer Methode beschäftigen, wenn doch offensichtlich ist, dass die Methode nur auf einer Teilmenge der vorhandenen Möglichkeiten basiert?

    Das ist ganz einfach. Und zwar um möglichst verschiedenartige Möglichkeiten des Einsatzes für diese vier Größen zu bekommen. Jede Methode basiert darauf, nur ist die Einwirkung eine andere. Klar könnte man jetzt sagen, jeder HH soll für sich herausfinden, wie er etwas einsetzt. Durch die Methoden werden einfach nur Möglichkeiten aufgezeigt, wie unterschiedlich man diese Einflußgrößen auslegen und einsetzen kann.

    Ob du dich mit verschiedenen Methoden oder mit dem grundsätzlichen Lernverhalten des Hundes, oder mit beidem beschäftigst, ist ja eigentlich egal. Das hängt halt vom Interesse des HH ab.

    Klar ist das unterschiedlich bei Hunden, und je mehr Fell sie wechseln müssen, desto "anstrengender".
    Ich hab mich nur gewundert, warum es jeder so kategorisch ausgeschlossen hat.
    Ich kenne auch ein paar kurzhaarige Hunde die im Fellwechsel zu hotspots oder generell Juckreiz neigen.
    Vor allem von Welpen- auf Erwachswenenfell ist das gar nicht so selten.
    Und wechseln tun bei diesen Bedingungen im Moment alle Hunde zu unterschiedlichen Zeiten :)

    War nur interessant zu erfahren, warum jeder gesagt hat "der Fellwechsel kann´s nicht sein" :)

    @Ati:
    Man muß einfach damit klarkommen, dass es Unterschiede bei den Rassen, und dadurch auch bei den Erwartungen gibt.

    Einer meiner besten Freunde hat einen Beauceron. Wir verstehen uns gut und sind auf einer Wellenlänge. Abgesehen von Erwartungen an unsere Hunde :D

    Ihn würde es wahnsinnig machen, wenn sein Hund ein Kommando in Frage stellt, nicht sofort reagiert. Wenn der Hund da für´s "platz" eine Sekunde braucht statt einer halben, ist das schon suboptimal. Meine brauchen zwischen 5 und 10 Sekunden, bis sie geschaut haben wo sie sich da eigentlich hinlegen, ob es nicht einen halben Meter daneben angenehmer ist usw.
    Mich stört das nicht, ich wäre auch mit einem Hund der ständig fordert überlastet.

    Aber bei denen, die sich darüber nicht im Klaren sind, kann man aus meiner Sicht nur sagen, sie haben sich mit der Rassewahl nicht ausreichend beschäftigt.

    Zitat

    Natürlich sind diese Spaziergänge aber richtig Arbeit...einmal ihnen den Rücken zugedreht und sie sind weg...teilweise stundenlang...man muss immer auf der Hut sein, dass sie ihren Radius nicht eigenmächtig bis zum Rand des Horizonts verlegen. Das ist NATÜRLICH was anderes als ein Spaziergang mit einem Border Collie oder Schäferhund, aber nicht ableinbar, das sind sie trotzdem nicht!

    Uh, das ist eigentlich genau das, was ich gemeint habe :gut:

    Ich kann ja von einer schwer erziehbaren Rasse aus erster Hand erzählen.
    Allgemeiner Tenor: Chows können nicht frei laufen, sie neigen zum streunen und jagen. Gehorsam aus Unterordnung ist hier nicht möglich.

    Ich finde nicht dass das stimmt. Ja, sie sind schwierig im Umgang, ja die Erziehung ist nicht einfach (oder eher anders).
    Aber das ich den Hund nicht dazu bringen kann auf mich zu hören, und im Freilauf kontrollierbar zu sein ist eine absolute Ausrede.
    Klar verzweifelt man kurz, wenn man andere Rassen sieht, und wie diese ihre Besitzer anhimmeln und jedes Wort begierig annehmen. Dann hätte man sich halt nicht für diese Rasse entscheiden dürfen.
    Es ist bei den Chows zwar auch linienabhängig wie weit man kommt, aber bei keinem unmöglich.
    Viel zu oft sehe ich Leute die sich auf die Rasse ausreden. Eine sinnvolle Diskussion ist da fast nicht möglich.

    Klar, wenn jetzt einer von Euch meine Hunde und mich sieht, denkt man sich vielleicht, puh, das dauert aber und sie reagieren langsam.
    Man wird nie soweit kommen, dass sich der Hund alle 20 Sekunden nach einem umsieht oder bei Abruf auf geradem schnellen Weg herkommt. Da wird halt noch mal geschnüffelt, noch mal markiert, das Kommando dann kurz vergessen, ein "bitte" verlangt.
    Aber sie kommen!
    Man muß etwas anders arbeiten, man braucht um einiges mehr Geduld, man muß damit klarkommen belächelt zu werden. Da muß man halt drüber stehen.

    Schlußendlich kann ich sagen, ich kenne unzählige Gruppe 5 und Gruppe 2 Hunde, wo ja viele "schwierige" dabei sind. Sie haben halt andere Vorteile, aber zu einem normalen, geregelten freilauf kann man mit jedem dieser Hunde kommen. :)