Vielleicht hilft da ja eine Erklärung wie ich seit kurzem mit Louis arbeite. Und zwar nicht für Sport, Prüfungen usw, sondern ganz normal im Alltag.
Da muß ich vorausschicken, ich hab sonst mit Louis so gearbeitet, dass ich zu Hause Kommandos positiv aufgebaut habe und draussen diese dann eingefordert habe, weil er auf Belohnung draussen nicht reagiert (hat).
Das hat ganz gut geklappt,ann kam was dazwischen. Er hatte einen Kreuzbandeinriss, Spaziergänge sehr kurz, an kurzer Leine über eine lange Zeit. Seitdem hat dann nix mehr geklappt.
Durch viel, viel schreiben mit einer sehr netten userin hier, haben wir uns dann auf eine Vorgehensweise geeinigt. Ich mußte irgendetwas finden, was ihn draussen eine Belohnung ist. Das war nix, außer sein eigenes Ding durchzuziehen. Also mußte ich etwas zu einer Motivation machen, was keine war.
Ich habe mit Handfütterung begonnen, ihn danach auf einen Futterbeutel konditioniert. Die erste Woche hat er fast nichts gefressen (vielleicht 2 Tagesrationen in einer Woche). Ok, irgendwann hat er kapiert, er muß ja aber fressen. Dann hat es das Futter fast ausschließlich draussen gegeben, ohne Gegenleistung. Mal hat er seine volle Ration auf einmal draussen bekommen, mal dreimal ein Drittel, ganz unterschiedlich. Solange bis er geschnallt hat "Futterbeutel kann auch volle Tagesration sein". Das motiviert natürlich. Dann bekam er den Futterbeutel nicht mehr umsonst, nurmehr wenn er aufmerksam war oder ein Kommando ausgeführt hat. Allerdings war da auch noch ein Teil Bestechung dabei (ist es jetzt auch noch ab und zu).
Er ist jetzt aber nicht auf den Futterbeutel fixiert, er schaut auf MICH (kann man ja sehr gut unterscheiden, wo der Hund hinsieht). Zusätzlich (das ging mit Kreuzbandeinriss nicht) biegen wir einfach im Laufschritt in Feld ab, ganz unvermutet. Laufen macht ihm Riesenspaß. Im laufen übern wir dann gleichzeitig ein paar Dinge.
Mittlerweile ist er wieder recht aufmerksam und führt freudig meine Kommandos aus. Wenn ich keinen Futterbeutel mit habe, tut er das trotzdem. Warum? Weil es Spaß mit mir macht, da ist plötzlich auch ein Lob oder eine kurze Berührung eine Belohnung. Einfach weil die Motivation passt.
Ich wüsste nicht, wie ich ihn dazu gebracht hätte, generell motiviert zu sein, ohne die wichtigste aller Ressourcen, das Futter.
Nur weil es zuerst übers Futter läuft, wird der Hund nicht davon abhängig, es ist einfach ein Weg seine Gesamtmotivation zu steigern.
Ich war nie ein Fraund von Futterbelohnung, hatte ähnliche Bedenken wie diese Dame. Für Louis war Futter draussen nie nie nie eine Motivation, Chow halt (und die sind von Eigenständigkeit und Sturheit ganz locker mit einem Herdi gleichzusetzen). Aber man kann es dazu machen. Wie sollte ich sonst freudig mit dem Hund arbeiten, wenn ihm nix Spaß macht?
Es geht dabei um die Einstellung dahinter, um das Verstehen des Gesamtkonzeptes, nicht auf die Reduktion auf Futter. Das kann schon ne Zeit lang dauern, bis man das kapiert und auch voll dahinter steht.
Mir persönlich hat es die Augen geöffnet, ich kannte/kenne keinen Hund, der derart auf Belohnungen "geschi....n" hat wie Louis. Jetzt klappt´s. Zufall? Ich denke nicht.