Hi,
die anderen haben ja schon einiges zum Thema Stress geschrieben, was Dir sicher helfen wird.
Eine Frage hätt ich noch: Wie bemerkst Du, dass Dein Hund gestresst ist?
Aber ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass es stimmt 
Ein paar Kleinigkeiten seh ich übrigens ein bisschen anders.
Erstens halte ich das Training in reizvoller Umgebung im Moment für nicht zielführend. Wenn diese Situationen Deinen Hund stressen ist die Reizüberflutung viel zu hoch als dass der Hund was lernen kann.
Kurz zu einer möglichen Erklärung aus Deiner Beschreibung: Im Moment seh ich da zwei wesentliche Faktoren. Das ist einmal die recht isolierte Haltung in seiner Jugend und zweitens sein aktuelles Alter. In dem Alter kommt recht viel zusammen, der hund wird praktisch erwachsen, ist aber noch ein schönes Stück von seiner sozialen Reife entfernt. Es ist ein Alter, in dem vergangene "Fehler" häufig recht stark "herausbrechen".
Warum ist der Hund so überfordert? Das liegt schon hauptsächlich am fehlenden kennenlernen von Dingen in seiner Jugend. Mir wurde das so erklärt: Zeigst Du einem Welpen eine rote, große Mappe, so kennt er diese (genauer gesagt kennt er "rot", "groß" und "Mappe") dann und stellt gleichzeitig bestimmte Querverknüpfungen her (das hängt unter anderem mit dem Wachstum/der Bildung der Synapsen zusammen). Zeigst Du einem Welpen einen grünen Papierkorb, kennt er "grün" und "Papierkorb". Der Hund ist nun in der Lage, Verknüpfungen durch sein Wissen herzustellen. Das heißt, zeigst Du jetzt dem Welpen eine grüne, kleine Mappe, dann erkennt er sowohl die Mappe als auch die Farbe grün. Er muß also nur einmal etwas lernen und kann dies auf andere Dinge anwenden.
Hat sowas bei einem Welpen nicht stattgefunden, fehlt oft diese Fähigkeit zur Querverknüpfung. Der Hund lernt also einzeln: rote Mappe, grüne Mappe, große Mappe, kleine Mappe, blaue Mappe, Flügelmappe, usw usw.
Das ist eine Unmenge an Information, eine Unmenge zu lernen. Dadurch sind diese Hunde sehr oft sehr leicht überfordert.
Ich würde, bevor ich eine Verhaltenstherapie/Training beginne, erstmal das Stresslevel des Hundes senken. Das heißt viel Ruhe (idealerweise 17h Schlaf pro Tag, in reizarmer Umgebung). Zusätzlich könnte man Kokosflocken oder rote Beeren fütern, um den Serotoninspiegel zu erhöhen, einen DAP-Stecker (oder besser Halsband) benutzen, Bachblüten geben und (wenn der Hund es mag) TT-Massagen machen.
Wenn der Hund erstmal von dem hohen Stresslevel etwas unten ist, kann man behutsam mit dem Training beginnen (wobei auch da sehr darauf zu achten wäre, es langsam anzugehen).
Grundsätzlich zur Ernährung hat Tanja ja schon einiges erklärt.
Ich warte jetzt mal auf deinen nächsten Beitrag, vielleicht können wir ja danach noch etwas mehr beisteuern 