Beiträge von brush

    Ich versteh nicht ganz, wozu das wichtig ist :???:
    Solange die Hunde auf euch beide einigermaßen hören, ist es doch vollkommen unsinnig eine "Bezugsperson" herausfinden zu wollen.

    Auf keinen Fall würde ich versuchen es am Spielen oder kuscheln festzumachen. Wenn ihr das wirklich wissen oder fördern wollt, müsst ihr die Hund in ihrem gesamten Umgang mit euch beobachten. Das beinhaltet viel mehr als Gehorsam, kuscheln und Spiel.

    Hi,
    die anderen haben ja schon einiges zum Thema Stress geschrieben, was Dir sicher helfen wird.
    Eine Frage hätt ich noch: Wie bemerkst Du, dass Dein Hund gestresst ist?
    Aber ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass es stimmt :)

    Ein paar Kleinigkeiten seh ich übrigens ein bisschen anders.
    Erstens halte ich das Training in reizvoller Umgebung im Moment für nicht zielführend. Wenn diese Situationen Deinen Hund stressen ist die Reizüberflutung viel zu hoch als dass der Hund was lernen kann.

    Kurz zu einer möglichen Erklärung aus Deiner Beschreibung: Im Moment seh ich da zwei wesentliche Faktoren. Das ist einmal die recht isolierte Haltung in seiner Jugend und zweitens sein aktuelles Alter. In dem Alter kommt recht viel zusammen, der hund wird praktisch erwachsen, ist aber noch ein schönes Stück von seiner sozialen Reife entfernt. Es ist ein Alter, in dem vergangene "Fehler" häufig recht stark "herausbrechen".
    Warum ist der Hund so überfordert? Das liegt schon hauptsächlich am fehlenden kennenlernen von Dingen in seiner Jugend. Mir wurde das so erklärt: Zeigst Du einem Welpen eine rote, große Mappe, so kennt er diese (genauer gesagt kennt er "rot", "groß" und "Mappe") dann und stellt gleichzeitig bestimmte Querverknüpfungen her (das hängt unter anderem mit dem Wachstum/der Bildung der Synapsen zusammen). Zeigst Du einem Welpen einen grünen Papierkorb, kennt er "grün" und "Papierkorb". Der Hund ist nun in der Lage, Verknüpfungen durch sein Wissen herzustellen. Das heißt, zeigst Du jetzt dem Welpen eine grüne, kleine Mappe, dann erkennt er sowohl die Mappe als auch die Farbe grün. Er muß also nur einmal etwas lernen und kann dies auf andere Dinge anwenden.
    Hat sowas bei einem Welpen nicht stattgefunden, fehlt oft diese Fähigkeit zur Querverknüpfung. Der Hund lernt also einzeln: rote Mappe, grüne Mappe, große Mappe, kleine Mappe, blaue Mappe, Flügelmappe, usw usw.
    Das ist eine Unmenge an Information, eine Unmenge zu lernen. Dadurch sind diese Hunde sehr oft sehr leicht überfordert.

    Ich würde, bevor ich eine Verhaltenstherapie/Training beginne, erstmal das Stresslevel des Hundes senken. Das heißt viel Ruhe (idealerweise 17h Schlaf pro Tag, in reizarmer Umgebung). Zusätzlich könnte man Kokosflocken oder rote Beeren fütern, um den Serotoninspiegel zu erhöhen, einen DAP-Stecker (oder besser Halsband) benutzen, Bachblüten geben und (wenn der Hund es mag) TT-Massagen machen.
    Wenn der Hund erstmal von dem hohen Stresslevel etwas unten ist, kann man behutsam mit dem Training beginnen (wobei auch da sehr darauf zu achten wäre, es langsam anzugehen).

    Grundsätzlich zur Ernährung hat Tanja ja schon einiges erklärt.

    Ich warte jetzt mal auf deinen nächsten Beitrag, vielleicht können wir ja danach noch etwas mehr beisteuern :)

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    .... nein nein nein, die tun das auch, wenn das Training beendet ist...... bietet sich die Gelegenheit wird der Hund schlicht weg sein. Wenn ich nicht aufpasse und meinen Hund rechtzeitig bremse, dann ist der auch hinter dem Wild her. Bedeutet für mich, entspannte Spaziergänge gibt es nicht, ich muss immer schneller schauen als mein Hund und an seiner Körpersprache erkennen, wie ernst ist es ihm jetzt? Ist es ihm ernst, genügz ihm ein "Nein" von mir durchaus. Keine Frage, kommt das aber nicht, dann nutzt mein Hund das als Freifahrtschein.
    Und ich wette, wenn die Tür offen steht, die läufige Hündin daher kommt und der Mensch nicht daneben steht und bremst, ist jeder Rüde wech.........


    Wenn das Training beendet ist, lässt Du Deinen Hund aber automatisch nicht mehr aus den Augen, schließlich ist Dir das ja in Fleisch und Blut übergegangen. Das ist unter anderem der Sinn des Trainings ;)
    Was der Hund macht, wenn er alleine ist, ist mir relativ egal. Da kommt weder eine Hündin zu uns noch Wild :D

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    Ich glaube auch, dass der Sexualtrieb einer der stärksten Triebe ist und das der Hund sich gut benimmt, hat einfach nur damit etwas zu tun, das er gut im Gehorsam steht. Nicht vergessen, diesen Trieb nicht ausleben dürfen, erreicht man nur über`s Vermeiden.....


    Ich glaube ganz ehrlich gesagt, dass zuviel Wind um den Sexualtrieb gemacht wird, weil man es da zu menschlich sieht :ua_nada:

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    Und ja, ich denke auch, läufige Hündinnen gehören kurz. Schon allein weil eben nicht jeder Rüde gut im Gehorsam steht und weil ich die Wegbeisserei nicht vor meinen Füßen haben müsste und den ganzen Ärger auch nicht.


    Kommt doch auch drauf an wie die Hündin hört. Für mich gehört eine Hündin nur dann an die kurze Leine, wenn sie in den Stehtagen ist (und das rein aus Selbstschutz).

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    brush danke. So handhaben wir es ja auch momentan. Aaron hat sogar schon mit einer läufigen Hündin im Freilauf gespielt. Hatte wunderbar geklappt. Wir brauchten nur kurz eingreifen und beide ermahnen. ;)


    Na siehst Du, klappt doch ;)

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    Nichts desto trotz war er wegen einer "heißen" Spur schon mal abgehauen. Hab halt auch bedenken, dass er mal so ein Fiepser/Jauler wird. :schockiert:


    Naja, das passiert schon mal. Genauso wie ein Jäger mal einer Wildspur nachrennen wird, wenn das Training noch nicht beendet ist. Klar sollte man den Rüden bei so einem Training ebenso absichern wie bei anderen Dingen :)

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    Aber wenn du sagst, dass man durch die genannten Übungen und ständigem Training seinen Rüden davor "bewahren" kann, dann üben wir fleißig weiter, vorausgesetzt, ich begegne mal wieder einer läufigen Hündin, wo dann auch der HH bereit ist, mit mir und Aaron zu üben. Ist ja auch nicht immer leicht, jemanden zu finden. :roll:


    Ich kenne nur einen Rüden, bei dem das nicht möglich war. Der wurde dann kastriert, allerdings nach 3 Jahren!!! erfolglosem Training. Ich halte das wirklich für einen Einzelfall. Hypersxuelle Rüden kommen vor, allerdings sehr, sehr selten. Die meisten die als hypersexuell bezeichnet werden haben einfach nur stärkeren Trieb.

    Das mit den Hündinnen ist sicher nicht ganz so einfach, das kann ich mir vorstellen. Wir hatten da ein paar Vorteile und haben mit einigen Zuchthündinnen und einigen vom "befreundeten" Hundeplatz geübt.
    Vielleicht gibt´s ja auf einem HuPla ein paar Hündinnen zum üben.

    Ich hab den Eindruck, ihr versteht das falsch. Ob eine Stunde Beschäftigung jetzt viel oder wenig ist, hängt natürlich auch vom Hund ab. Aber es kommt doch drauf an was in der Stunde passiert. Man kann einfach nicht jeden Tag seine 3 Stunden "runterdrücken", egal was in diesen Stunden passiert.
    War der Spaziergang/Training/was-auch-immer sehr stressig, ist es gut den restlichen Tag nichts spannendes mehr zu machen, da geht man halt einfach noch ein paar Mal mit den Hunden pieseln und das war´s.
    War diese Stunde unspektakulär, kann ich später noch ein bisschen mehr machen. Da muß man halt aufpassen, beobachten und situationsbedingt entscheiden.
    Tanja hat das ja schon gut erklärt, wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt was bei Stress passiert, wie man ihn erkennt, dann kann man das auch besser einschätzen.

    Nur als Info: Cortisol braucht 6 Tage bis es sich abgebaut hat. Da kann man sich vielleicht vorstellen was passiert, wenn man den Hund jeden zweiten Tag in ein erhöhtes Stresslevel bringt und wie sich das "aufbaut", wenn nicht ausreichend Entspannungsphasen vorhanden sind. Das ist im Übrigen ab einem gewissen Zeitpunkt ein Selbstläufer, dH der Hund kann sich durch den hohen Cortisolspiegel gar nicht mehr entspannen.

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    Einige von euch schreiben ja, dass man einen so hormongesteuerten Rüden erziehen kann. Da mein Rüde mit seinen mittlerweilen 2 Jahren auch beim Duft von heißen Hündinnen anfängt zu sabbern :headbash: und dem TS sein Rüde schon völlig am Ausflippen ist, könntet ihr uns nicht noch ein paar gute Tipps geben (außer dem Aussitzen...), wie wir unsere triebigen Rüden in einen einiger normalen Level bekommen. :gott:


    Also wenn er nur sabbert, ist es ja schon mal halb so schlimm ;)

    Grundsätzlich arbeitet man daran, wie an jedem anderen Triebproblem auch. Frustrationstoleranz steigern, in die Situation reingehen (kontrolliert), gutes Verhalten belohnen, schlechtes strafen (wenn das bei einem selbst dazugehört).
    Ich versteh echt nicht, warum das immer so schwierig ist, ihr übt alle Superpfiff, Ansprechbarkeit, Leinenaggression usw. Hier ist es nichts anderes.
    Sucht Euch eine läufige Hündin, stellt sie ein paar Meter neben euren Hund und wartet. Sobald der Hund ruhig ist, belohnt ihn (wenn er sich für nix anderes interessiert, lasst ihn zur Hündin hin als Belohnung. Das gehört natürlich abgesprochen und dabei aufgepasst).
    Irgendwann wird er (wie bei allem Anderen auch) so lange ruhig bleiben bis er ein Kommando bekommt. Er wird lernen damit umzugehen. Das war für mich die einfachste Variante.

    Eine andere wäre, es über reinen Gehorsam aufzubauen. Und wie überall auch hier, zuerst wenn die Hündin noch weit weg ist (oder nur ihr Duft in der Luft/Wiese hängt), dann wenn man sie sieht, dann wenn sie einige Meter entfernt ist, usw....

    Und ehrlich, ich habe bzw. hatte Hunde, die für über eine Woche das Fressen eingestellt haben, gesabbert und gefiept haben, zusätzlich abgenommen haben weil sie keine Ruhe gefunden haben und sich auf Wiesen festgeschnüffelt haben. Jetzt bringt sie eine läufige Hündin nicht mehr aus der Ruhe, es sei denn sie ist in unserer Wohnung. Es klappt, beim einen schneller, beim anderen langsamer und mit unterschiedlichem Übungsaufwand. Aber es klappt.

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    Und, 100 % tig abrufbar ist kein Hund, das heißt, auch den Jagdtrieb habe ich nicht vollständig unter Kontrolle - wenn wir ehrlich sind nur so lange, wie der Hund sich in meinem Einwirkungsbereich (und der ist von Hund zu Hund und Mensch zu Mensch verschieden) befindet.


    Das ist schon klar, aber man kann in jedem Fall so weit kommen, dass der Hund nicht durchdreht. Und ich kenne sehr viele Rüden die mittlerweile locker neben läufigen Hündinnen herlaufen (unter anderem meine eigenen), einfach weil es geübt wurde. Das es während den Stehtagen schwieriger zu kontrollieren ist, ist schon klar, aber niemand verlangt 100% Gehorsam. Es reicht doch eigentlich, wenn der Hund sich nicht reinsteigert und zumindest ansprechbar ist :)

    Da kannst Du nichts dafür, sowas passiert halt. Ich habe Bekannte, die haben das gleiche Erlebnis mit Katzen gehabt. Hat beim ewigen ausprobieren alles tadellos geklappt, nachdem die Katze zwei Wochen bei ihnen gelebt hatte, mußte sie abgegeben werden, weil die Allergie so schlimm war :ua_nada:

    Nein, diese Zeitspanne richtet keinen Schaden an. Nicht allein durch einen Besitzerwechsel. Welpen können sich (vor allem in dieser Zeit) sehr schnell umorientieren. Kritischer würde ich es sehen wenn der Hund bereits 16-18 Wochen alt wäre, da kann es Probleme geben. Mit 9 oder 10 Wochen braucht man da nicht viel befürchten :)

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    Das nutzt nichts, das sind Duftstoffe und die können Hunde über Meter hinweg riechen........ und es geht um Instinkte, die sind nicht Steuerbar, sondern einfach eine Verhaltensweise, die man kaum durch Gehorsam beeinflussen kann.


    Sorry, aber das stimmt nicht. Klar kann man das durch Gehorsam und Übung beeinflussen.
    Mir ist es echt ein Rätsel warum der Sexualtrieb immer so extra gesehen wird. Beim Jagdtrieb sagt ja auch niemand, den kann man nicht in den Griff bekommen. Bei allen starken Trieben heißt es einfach üben üben üben...

    Je früher, je besser für den Hund. Ich würde ihn sofort zur "Züchterin" (gewagter Ausdruck bei einem Mix ;)) zurückgeben, dann kann er schnellstmöglich in sein neues Zuhause übersiedeln und sich dort eingewöhnen.
    Der Hund erleidet keinen Schock wenn er eine Woche bei Euch war.