Beiträge von Lucanouk

    jedes hilfsmittel, egal ob halti, kandare, bosal, schnürle, ist immer nur in kompetenten händen wirklich sinnvoll.
    deshalb bin mittlerweile dagegen, die kompentenz eines trainers, reiters etc. pp. daran festzumachen, dass er dieses oder jenes "böse" hilfsmittel benutzt.

    diese einteilung in "gut" und "böse" hilft weder den tieren noch den menschen. im gegenteil: solche marketingstrategien führen dazu, dass tierquälerei teilweise nicht einmal mehr erkannt wird, weil da ja "eine sanfte gebisslose zäumung" oder ein "geschirr für hunde" benutzt wird bzw. dies grundvorraussetzung bei der auswahl eines ausbilders (reitlehrer, hundetrainer etc. pp.) wird.

    es kommt immer darauf an, wie man es benutzt ;)

    man kann nem pferd mit einer kandare das maul zerreißen, mit einem bosal den nasenrücken verletzen oder sogar die luftzufuhr abschnüren und man kann ein pferd mit sporen misshandeln.

    in den richtigen händen können diese hilfsmittel eine feinere und differenzierte hilfengebung erlauben und somit ein sanfteres reiten, eine differenziertere kommunikation, ermöglichen.

    man kann mit nem halti nem hund das genick brechen, wenn man es an der flexi/schleppleine befestigt und man mit dem gleichen gerät in den richtigen händen einem hund neue konfliktlösungsmöglichkeiten erarbeiten.

    man kann einen hund mit nem schnürle erwürgen oder das gleiche hilfsmittel für eine klare, feine kommunikation zwischen hund und mensch nutzen.

    ganz blöde gesagt: man kann nen hund auch umbringen, indem man ihn mit leckerlies vollstopft, bis er platzt. oder man kann leckerlies zur gezielten verstärkung erwünschter verhaltensweisen verwenden.

    jedes hilfsmittel ist nur so gut/so schlecht, wie derjenige, der es benutzt.

    ich finde die meisten hilfsmittel haben ihre berechtigung, wenn sie mit sachverstand benutzt werden.

    man darf sich nicht blenden lassen, nur weil ein trainer/ausbilder bestimmte hilsmittel ablehnt. deswegen ist er noch lange nicht gut, sanft oder kompetent.

    genausowenig sollte man sich von ausbildern blenden lassen, die scharfe hilfsmittel benutzen und das nicht zugeben.

    ja, das stimmt...der ist die frustbeule überhaupt. obwohl: ich glaub frau dobermann, die hier gerade rumliegt toppt die alle mit abstand. sowas frustiges gibt es nicht zwei mal auf der welt.

    was habt ihr genau gemacht mit diesen hunden, wann, in welcher situation wurde welcher aversive reiz wie gesetzt? wie wurde das alternative verhalten bestätigt?

    warum denkst du, dass du diese erfahrungen absolut verallgemeinern kannst?

    gerade weil es so schöne gegenerfahrungen dazu gibt?

    das festhalten eines autistischen kindes bis zur selbstaufgabe mit dem festhalten eines emotional vernachlässigten, aber neurologisch gesundes kindes in einer emotional zu aufgeheizten situation zu vergleichen finde ich persönlich noch doch etwas merkwürdig. das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

    autistische kinder haben in vielen fällen enorme probleme mit körperlichen berührungen, weil ihr gehirn nicht in der lage ist, die flut dieser taktilen reize zu verarbeiten. einfache berührungen können für autistische menschen ungeheuer schmerzhaft oder beängstigend sein.

    es ist eine seelische und körperliche misshandlung solche kinder gegen ihren willen festzuhalten oder überhaupt gegen ihren willen zu berühren.
    das hängt ganz einfach mit der wahrnehmung autistischer menschen zusammen.

    deshalb zeigen die kinder, die von frau prekop so behandelt wurden, so starke seelische störungen nach einem solchen eingriff.

    ein gesundes, aber ausrastendes kind festzuhalten, bis es sich beruhigt oder einen gesunden, aber ausrastenden hund festzuhalten, bis er sich beruhigt ist eine völlig andere kiste.

    hier geht es darum, denjenigen herunterzufahren, um ihn ansprechbar zu machen, sowie das verhalten zu unterbrechen.

    der unterschied zum geschirrgriff ist allerdings auch klar: im gegensatz zum geschirrgriff geh ich hier direkt auf körperkontakt und halte meinen hund auch davon ab, sein gegenüber zu fixieren. ich breche also das verhalten nachhaltig ab.

    was sehr spannend ist: als unsere pflegehündin in tötungsabsichten auf meine hündin anouk losgehen wollte hat luca mit einem klammergriff (vorderbeine umklammerten ihren körper, die bemaulkorbte schnute legte er in ihren nacken) reagiert und hat sie erst losgelassen, als sie sich beruhigt hatte.

    mal abgesehen davon, dass ich eine solche reaktion von meinem hitzigen malimix nicht erwartet hätte (er mochte die hündin schon ganz gerne und hat sich deswegen nicht fürs draufkloppen entschieden), war es spannend zu sehen, wie schnell sich madame in seinen "armen" beruhigte.

    birgit, so polemisch diskutiere ich nicht mit dir ;) wenn du wieder sachlich wirst schreiben kannst, reden wir weiter. ich schreibe hier auch keine schlagworte, wie "duziduziduuuu" oder so :)

    hast du meinen text gelesen, birgit?

    nich wirklich, oder?

    wo liest du da schläge/schmerzen raus?

    von schmerzen, schlägen, klapsen hab ich da nix geschrieben. im gegenteil: ich habe betont, dass es genau darum nicht geht.

    es ging nicht um nen klaps, sondern um das ruhige halten eines gerade völlig ausrastenden kindes, das im begriff ist, sich selbst oder andere zu verletzen bzw. die einrichtung zu zerdonnern.

    um schläge, klapse, schmerzen geht es weder in der kindererziehung, noch in der hundeerziehung, zu diesem thema möchte ich auch gerne zurückkehren.

    und ich denke mal, dass ich das auch klar geschrieben habe.

    es geht um ein ruhiges festhalten. das funktioniert bei uns säugetieren deshalb, weil es nach dem stress einen angenehmen hormoncocktail herauszaubert, der uns beruhigt, u.a. wird hier oxytocin in rauhen massen herausgeschmissen.

    nur deshalb habe ich das beispiel gebracht, nicht um zu einem anderen thema zu rutschen.

    und um mal wieder zu den hunden zu kommen: wenn ich es richtig mache, steht am ende das kuschel- und bindungshormon im vordergrund. wenn ich es falsch mache, hat der hund einfach nur stress.

    birgit, ich hab mal ne frage: mit wie vielen hunden, die schon "in den brunnen gefallen waren" hast du persönlich gearbeitet?
    findest du es wirklich sinnvoll mit "solchen" hunden permanentes konfliktmanagement bzw. konfliktvermeidung zu betreiben?

    ich hab in der hundefarm eifel gesehen, wie hunde, die bei "ihren" menschen garantiert keine hundekontakte mehr hatten, innerhalb von ein, zwei tagen komplett in die gruppe integriert werden konnten. natürlich bedeutete das auch viel stress für diese hunde (flooding). aber nachdem sie ein paar tage gestresst in dem riesengroßen pool unterwegs waren, lernten sie sich wieder sozial und normal zu verhalten...und sie hatten teilweise wirklich spaß in den kontakten.

    und damit erhielten sie eine form der lebensqualität, die einfach toll ist. und das innerhalb von einer woche.

    das ging nicht mit allen hunden (der kangal wurde nicht in die gruppe mitgenommen), aber doch mit erschreckend vielen.

    auf dem rauferseminar (und es werden noch viele folgen) von thomas baumann war das ähnlich.
    am ersten tag waren das nach außen hin alles "reißende bestien". die hunde hassten teilweise alles, was nach artgenosse aussah, flippten komplett aus, wenn sie nen hund nur rochen.
    es waren drei tage.
    die hunde wurden am zweiten untergeordnet (la-ko-ko-elemente) und am dritten tag zusammengeführt. und nachdem sie einigen stress durchhatten fingen sogar einige an der hunde, die sich vorher total beschissen fanden, an miteinander zu spielen, im ersten moment aus dem übersprung heraus und dann ernsthaft. die besitzer und auch viele passive teilnehmer hatten tränen in den augen, denn viele der hunde dort hatten bis dato keine hundekontakte mehr.

    so kann man einem hund innerhalb weniger tage mit ruhiger, klarer führung lebensqualität zurückgeben.