Beiträge von Lucanouk

    teifel: waren das löcher oder heftigere wunden? wie gesagt: löcher entstehen sehr schnell im eifer des gefechts, auch in kämpfen, die eigentlich nicht der beschädigung dienen. ich habe sogar schon wunden an den beinen medizinisch versorgen lassen, obwohl es sich in diesem fall nicht um einen ausdrücklichen beschädigungskampf handelte. da ging es um die ressource futter auf engstem raum. die hündin wollte den rüden mit sicherheit nicht beschädigen, aber vorne hund, hinten schrank.

    kommentkampf: das ist eine innerartliche form der offensiven, aber ritualisierten aggression, dessen ziel ist es, das gegenüber zu beeindrucken, aber definitiv nicht zu verletzen. das ziel liegt hier darin, den (meist gleichgeschlechtlichen kampfpartner) zu dominieren. die regeln eines kommentkampfes sind klar:
    imponierverhalten - offensives drohverhalten - aneinander hochsteigen - in die luft beißen und dabei lautstark klar zu machen, dass man der "größte" ist - demutsverhalten auf der "verliererseite"/dominanzverhalten auf der "gewinnerseite" - feddich.

    kommentkämpfe sind laut und sehen heftig aus (viel getöse, die hunde "fliegen" durch die gegend), sind aber in der regel völlig ungefährlich. schrammen und kleine löcher können allerdings auch hier entstehen und manchmal entwickelt sich aus einem kommentkampf ein ernstkampf: dann wird es auf einmal leiser und die bewegungen erscheinen auf einmal minimiert. hier gilt es sofort einzugreifen, sonst hängen die hunde bald ineinander.

    wettbewerbsaggression: es gibt im großen und ganzen drei aggressionsformen, die allesamt offensiv, sowie defensiv gezeigt werden können.

    1. wettbewerbsaggression: kommentkampf, kampf um ressourcen, territorialaggression, rangkämpfe, etc. pp.
    2. selbstverteidigungsaggression: angstaggression,
    3. familiäre aggression: aggressionen der mutter/des vaters gegenüber gefahren

    die wettbewerbsaggression stellt hierbei die form dar, in der es um status oder ressourcen (territorium, futter, hündinnen/rüden, menschen, spielzeug, beute) geht.

    jegliche form von imponierverhalten, markierverhalten, revierverhalten fällt unter wettbewerbsverhalten.

    reicht die erklärung?

    Zitat

    Und außerhalb von diesem Spiel beißt sie NIE und ich fange dieses Spiel auch immer an und ich gewinne es auch immer. Wenn ich aufhören will unterwerfe ich sie, stelle mich auf und lege meine Hand auf ihre Brust, hat man mir in der HS so gezeigt.

    wieso sollst du deinen hund unterwerfen, wenn du aufhören willst zu spielen?

    wenn ein hund einen anderen unterwirft, dann garantiert nicht, weil er aufhören will zu spielen. wenn man aufhören will, geht man.
    führungsqualitäten erarbeitet man sich deutlich anders.

    übrigens musst du das spiel nicht immer gewinnen. das ist in eurer situation vollkommen unerheblich.

    das du das spiel anfängst und beendest ist hingegen sehr sinnvoll, da du hier die entscheidungen trägst.

    Zitat

    Hallo,

    ich würde mal sagen, das dein Hund dich erfolgreich erzieht. Wenn sie keine Lust mehr hat, ignoriert sie dich und du lässt dir was neues einfallen.
    Ich würde sie mal ein paar Tage ignorieren. Futter nur aus der Hand, nimmt sie es nicht hat sie Pech. Spielen und Training ganz einstellen und abwarten was sie macht. Spaziergänge an der Schleppleine ohne Animationsprogramm. Das wird sie erstmal durcheinanderbringen. Laß dich nicht dazu verleiten das zu tun was dein Hund von dir will. Manipulieren ihres Menschen ist für Hunde die leichteste Übung. Darin sind sie unschlagbar.
    Kopf hoch! Jeder Hund ist erziehbar. Du musst nur die Führung übernehmen und sie nicht deinem Hund überlassen.
    Das sie z.b. zu dir kommt wenn es kracht, heißt noch lange nicht, das du in der "höheren" Position bist. Genauso gut kann sie das tun um dich zu schützen, weil sie sich in der Führungsrolle sieht. Langfristig sind Hunde damit aber überfordert. ich würde dir zu einem Trainer raten der dich anleiten kann souveräner im Umgang mit deinem Hund zu werden.
    Viel Glück.

    LG Andrea

    so in der art würde ich arbeiten. willst du was gelten, mach dich selten.

    ich würde mit ihr im haus eher wenig machen. aufmerksamkeit und ansprache wird nach draußen verlagert.

    was machst du, wenn sie ein signal von dir ignoriert?

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    Nö. Ich steh nämlich nicht auf so Experimente, besonders mit nem herzkranken Hund. Sähe aber sicher seltsam aus, wie mein Papillon mit Maulkorb versucht deinem Hund an die Kehle zu gehen... Denn sie probierts garnicht erst am Nacken, sie weiß sie ist zu klein.
    Und wenn sie deinen Hund nur nicht mag, macht sie garnix außer ausweichen und warnen wenn er zu nahe kommt.
    Leider hat sie kein bestimmtes Schema, das würd es einfacher machen.

    Sie kann es auch leise, indem sie sich von hinten anschleicht. Ist aber der gleiche kalte Blick, das gleiche gesträubte Fell wie bei den lauten Hassanfällen. Sie ist in diesen Fällen auch sehr zielgerichtet.
    Und das mit dem keifend in der Leine hängen = genaues Gegenteil von Beschädigungsabsicht ist genauso richtig wie das bellende Hunde nicht beißen...

    ich werd mich mit dir nicht darüber streiten, da ich weder dich noch deinen hund kenne. ich kenne allerdings aus meiner beruflichen und privaten erfahrung einige hunde, die probleme mit artgenossen haben. ich habe auch viele seminare zu solche themen besucht und durfte in meinem leben auch schon ein paar wenige hunde kennen lernen, deren oberstes ziel ist, den anderen schwer zu beschädigen. ich kann diese hunde bisher an zwei händen abzählen und ich lerne, berufsbedingt täglich schwierige hunde kennen ;):
    1.bullterrier-labbimix, der andere rüden gerne packt und schüttelt (wettbewerbsaggression, übersteigertes verteidigungsverhalten, beute-fang-verhalten).
    2. dobermannhündin, die kleinhunde packt und totschüttelt (beute-fang-verhalten)
    3. wolfsspitzrüde, der einen staff mit nem biss in den kopf getötet hat (übertriebende verteidigung)
    4. malamuterüde, der nen jackie fast getötet hat (wahrscheinlich übersteigerte wettbewerbsaggression).
    5. malihündin, die anderen hunde zerhackt, bis die nicht mehr aufstehen (übertriebenes verteidigungsverhalten plus hohe individualdistanz)
    6. staffrüde, der andere rüden packt und nicht mehr loslässt (wettbewerbsaggression)
    7. eigener malimix, der in konflikten komplett den kopf verliert (übersteigerte wettbewerbsaggression kombiniert mit niedriger reizschwelle)
    8. meine eigene hündin in einem konflikt mit einer feindin. normalerweise ist sie kein beschädigungsbeißer, obwohl sie, wenn sie dürfte, ein ähnliches verhalten an den tag legen würde wie deine maus.

    und ich habe auch schon sehr viele hunde kennen gelernt, die genau das tun, was dein hund macht: völlig austillen an der leine. die meisten hunde (nicht alle), die an der leine dermaßen austillen, sind nicht auf die beschädigung des gegenübers aus, obwohl sie den anderen hund trotzdem in ihrer rage teilweise verletzen würden. in raufergruppen/rauferseminaren sieht man immer wieder das gleiche bild: die ausrastenden hunde sind die, die im direkten kontakt laut kreischend/schnappend/bellend ins gegenüber stürzen und, wenn diese davon unbeeindruckt ist ihre unsicherheit zeigen.
    dein hund hat doch bisher niemanden verletzt, oder?
    wieso unterstellst du ihm dann ernsthafte beschädigungsabsicht?

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    Luca es ging mir doch nicht um wehren!?
    Und auch nicht darum dass der hund zerfetzt ist danach- das waere bei nem "klassischen" beschaedigunshund sehr wohl der fall.

    Aber ich unterstelle hunden schon, dass es noch ein zwischending gibt bei bloedem rumprollen und n bisschen fetzen und toetungsabsicht.

    ich denke auch, dass es das gibt. das leben ja nicht schwarz-weiß.

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    Meistens, ja. Aber nicht grundsätzlich immer.

    Das Lautlose während der Aktion "Beißen" an sich ist meist gegeben, ich würde einfach mal ganz persönlich schätzen, zu 99%^^

    Ist der Hund aber daran gehindert, kann sich das schon in Frust-Gift-und-Galle-Spucken an der Leine äußern. (Ist tatsächlich selten, aber ich hatte so einen Hund, er hat andere wirklich zerstören wollen und tat das auch sehr leise.

    das stimmt auch wieder.

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    Tja, dann komm mal her und wir gehen spazieren, damit du siehst wie sie bei anderen aus Unsicherheit keift.
    Und dann gehen wir oben am Zwingerhund vorbei. Da kannste dir mein Wollschaf angucken das völlig ausflippt.
    Das ist kein Prollen, kein Wegkläffen, das ist Hass. Ihr Bellen und Knurren klingt dann auch ganz anders. Genauso sträubt sie nie ihr Fell, es sei denn sie trifft auf ihre "Hassobjekte", dann hab ich plötzlich nen doppelt so breiten Hund.
    Das ist kein Vergleich mehr zu ihrem normalen Verhalten "Bleibt mir bloss vom Leib!", das bin ich ja gewöhnt.

    ein hund, der keifend in der leine hängt, ist das gegenteil von nem beschädigungsbeißer. ich mach dir nen vorschlag: treff dich mit nem souveränen hund, pack deinem hund nen mk rauf und mach die leine ab. wenn du deinen hund beobachtest wirst du zu 99% kein ruhiges zielgerichtetes schaben im nacken beobachten ;)

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    also wenn ich das alles jetzt hier so lese, weiß ich bei meiner Dame nicht so recht in welche Kategorie ich sie einordnen muß

    Sie ist bei jeder Hundesichtung laut, aggressiv, stellt das Haar vom Hals bis zum Schwanz hoch und wenn im Freilauf doch mal ein anderer Hund auf der Bildfläche erscheint - da läuft es ungefähr so ab:

    auf den Hund wird mit Getöse zugerannt, entweder vor sich hergetrieben oder wenn der andere Hund abwartend stehen bleibt, dann wird erst Milimeter davor abgebremst und versucht in die Ferse zu beissen.

    das ist reine unsicherheit, eventuell gepaart mit hüte- oder jagdverhalten. sie testet aus, wie weit sie gehen kann. beschädigungsbeißen ist das ganz sicher nicht.

    aber trotzdem würde ich das unterbinden. sonst kommt das gegenüber eventuell auf die idee, beschädigend zu werden.

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    Da lief es mir schon manchmal kalt den Rücken runter
    Und meine Frage ist,wie setzt du dich dann durch,ohne dich selbst zu gefährden???

    mit maulkorb, doppelleine und viel souveränität.

    übrigens hecuda: beuteaggression in diesem sinne gibt es eher nicht. das ist beute-fang-verhalten ;) sie ist doch nicht aggressiv gegenüber ihrer beute? im beute-fang-verhalten werden in der regel keine aggressionen freigesetzt. im gehirn werden da komplett andere bereiche angesprochen.

    beuteaggression wäre allerdings die verteidung der beute gegenüber konkurrenten.

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    Ansonsten ist Beschaedigungsabsicht nicht gleich Beschaedigungsabsicht. Mein Hund hat auch Situationen/ Hunde, da geht es nicht um Geprolle- nein, da beisst sie weil sie das halt so angebracht findet. Und klar steckt dahinter auch ne Beschaedigungsabsicht, sonst koennte sie sich das ja klemmen. Aber sie verbeisst sich jetzt beispielsweise nicht und irgendwann ist's fuer sie auch gut (je nach Reaktion des Gegenuebers- mein Hund "beschaedigt" ja aus nem Grund, aber nicht einfach "da ist ne andere Huendin, die is dran").

    Ich habe bei bis jetzt keiner Beisserei Angst um meinen Hund gehabt, egal um welchen es da ging- weil ich weiss, dass sie sich wehren kann und dann logischerweise auch beschaedigen moechte. Ich denke, das geht aber vielen Hunden so- kenne zumindest viele.

    Aber zwischen dem und ner richtig fetten Beschaedigungsabsicht in Richtung Toeten liegen Welten, finde ich.

    nur, weil ein hund beißt, will er nicht unbedingt beschädigen. wenn dein hund einen anderen beißt, um ihn abzuwehren, möchte er ihn abwehren und nicht verletzen. und manchmal ist beißen eine sinnvolle möglichkeit. das ist auch kein beschädigungsbeißen im klassischen sinne, auch wenn mal n loch entstehen kann.

    beschädigungskämpfe sind in der regel leise und mit wenig action verbunden. die hunde packen sich gegenseitig am kopf/in der halsgegend oder an den beinen und schütteln/reißen aneinander rum.

    das ganze sieht, in seiner vollendung, eher wie slow-motion aus.

    beschädigend kämpfende hunde, die einen mk tragen, hacken eher nicht ins gegenüber, sondern platzieren das maul an einer günstigen stelle (z.b. im nacken) und versuchen durch schabebewegungen an den gegner zu kommen.

    ich habe leider schon einige beschädigungskämpfe erlebt und solche hunde zu trennen ist nicht einfach.

    es gibt auch hunde, die nur einen gezielten biss benötigen, um das gegenüber zu töten.

    ein kleines loch im ohr ist kein anzeichen für einen beschädigungskampf, ein aufgerissenes bein oder eine risswunde im nacken schon eher.

    allerdings kann auch ein gezielt gesetztes loch zu einer gefährlichen beschädigung führen. luca z.b. fügte einem anderen hund ein loch im brustkorb zu. er musste notoperiert werden, sonst wäre er verblutet.

    hunde, die einmal beschädigend gehandelt haben, beschädigen nicht zwangslaufig jedes gegenüber.

    aber sie verfallen in konfliktsituationen schnell in alte muster und sollten deshalb mit mk geführt werden.