Beiträge von Lucanouk

    noch einmal zum triebmodell im hundesport:

    kampftrieb: ein trieb zur erfüllung der motivation "kampf". was kann "kampf" für eine motivation darstellen? biologisch gesehen macht es keinen sinn, zu känmpfen, um zu kämpfen.
    nach der bezeichnung müsste es aber so sein.
    solche triebbezeichnungen stellen hunde als dumme kampfroboter dar.
    und das sind sie nicht.

    es macht durchaus sinn, zu kämpfen, um seine gruppe zu verteidigen (arterhaltungstrieb) oder sich zu verteidigen (selbsterhaltungstrieb). der kampf (aggression) ist hierbei ein werkzeug, eine mischung aus verschiedenen verhaltensweisen aus dem funktionskreis der agonistik (kampfverhalten, angriffs- und abwehrverhalten, flucht).

    wehrtrieb: ein trieb zur erfüllung der motivation "wehren". genau die gleiche frage: liegt die motivation im wehren, weil der hund sich so gerne wehrt und die erfüllung dieses bedürfnisses so wichtig ist? oder geht es hier um eine gezeigte agonistische verhaltensweise, dessen ziel die erfüllung des selbsterhaltungstrieb ist.

    ein erfüllter trieb bedeutet= zufriedener hund. welcher hund ist zufrieden, weil er sich wehren muss?

    auch hübsch, meidetrieb: dem hund macht es also solch einen spaß zu meiden, dass es einen trieb gibt, der so heißt?

    den aggressionstrieb hatten wir ja schon ;)

    und ich denke mal, darum ging es engelbert.

    dieses triebmodell ist längst überholt. die erfüllung eines triebes bedeutet die die erfüllung das lebewesen. schaut einfach mal genauer hin, wenn es um triebbezeichnungen geht.

    der schutztrieb übrigens ist nichts anderes als ein genetisch fixiertes erhöhtes misstrauen, in die umwelt, gekoppelt mit einer geringeren reizschwelle und einem höheren reaktionsvermögen, die bei vielen rassen auch erwünscht ist. diese rassen bewerten ihre umwelt komplett anders, als rassen, denen eher fröhliche gelassenheit in die wiege gelegt wird. das sind keine triebe, sondern anlagen/talente, die gelenkt/gefördert/gehemmt werden können.
    ein treib, wie der selbsterhaltungstrieb, ist einfach da.

    in den meisten fällen steckt hinter der bezeichnung "der hund hat schutztrieb" ein hund, der sich selbst schützt (selbsterhaltungstrieb) und einen scheiß auf den schutz des bindungspartners gibt.

    hinter fast jeder aggression steckt auch ein fünkchen angst: angst um sich selbst, angst um seine bindungspartner, angst vor kontrollverlust, angst vor statusverlust, angst vor dem verlust der kinder (elterliche schutzaggression).

    der hund schützt nicht um zu schützen, sondern weil er wichtige menschen/dinge/sozialpartner/sich selbst in gefahr sieht.

    und erst, wenn man das verstanden hat, kann man diese verhaltensweisen lenken. wenn man immernoch davon ausgeht, dass die es einen schutztrieb mit der erfüllung "schützen" gibt, ist das nicht möglich.

    das triebmodell gilt deswegen als überholt, weil man mithilfe dieses modelles den hund als triebmaschine hinstellen kann, die ohne befriedigung sehr vieler ausgedachter triebe einen triebstau bekäme.
    das alte triebmodel, was im hundesport genutzt wurde, bezeichnet verhaltensweisen als triebhaft (somit nicht instintiv gesteuert, wie bei einer maschine), die einfach keine triebe, sondern sinnvolle werkzeuge (wie z.b. aggression) zur erfüllung eines trieblichen bedürfnisses (z.b. selbsterhaltung) betiteln.

    ein trieb ist ein instinkgesteuertes verhalten (z.b. der arterhaltungstrieb), dessen ziel in der erfüllung des genannten triebes liegt.

    der treib stellt also die motivation dar, das ziel. es stellt aber nicht das verhalten dar.

    somit gibt es einen selbsterhaltungstrieb (ziel: sich selbst zu erhalten), aber keinen aggressionstrieb (ziel: aggression??? ziemlich sinnfrei, oder?).

    gerade aggressionsverhaöten treiblich zu titulieren stellt die aggression als ziel und nicht als werkzeug, um zum ziel zu kommen, dar. wenn ein hund das genetisch fetsgelegte ziel der aggression hätte, sollte es schwierig werden, die in vernünftige bahnen zu lenken.
    wenn die motivation eines verhaltens aggression ist, kann ich sie nicht aggressionsfrei umlenken.

    ist es allerdings ein werkzeug, das z.b. aus selbsterhaltung benutzt wird, kann der hund lernen, andere werkzeuge zu finden, die seine selbsterhaltung unterstützen. somit ist aggressionsverhalten lenk- und veränderbar. die selbsterhaltung an sich ist das nicht.

    es gibt einen sexualtrieb (ziel: sex, arterhaltung), aber keinen imponiertrieb (ziel: imponieren?? auch nicht sinnvoll, das ziel des imponierens kann viefältig sein. es kann z.b. die erlangung gesellschaftlicher anerkennung und somit auch die erlangung eines sexualpartners sein.)

    es gibt bei hunden, wie auch bei menschen folgende triebe:

    - selbsterhaltungstrieb
    - arterhaltungstrieb
    - sexualtrieb
    - spieltrieb (ziel: spielen)

    alles andere (territorialverhalten, beute-fang-verhalten, aggressionsverhalten, dominanzverhalten, imponierverhalten) tritt in sogenannten funktionskreisen auf, dessen motivationen natürlich auf die triebe bezogen sind.

    ich verteidige mein territorium, um meine eigene art zu erhalten.
    das verhalten, das ich zeige ist aber kein territorialtrieb, sondern territorialverhalten.

    ich demonstriere und imponiere, um mich für geschlechtspartner attraktiv zu gestalten. ich zeige hierbei keinen imponiertrieb, sondern imponierverhalten, um meinen sexualtrieb zu erfüllen.

    ein imponiertrieb würde ja auch nix bringen, was hab ich davon?

    gerade aggressionsverhalten ist ein werkzeug um einen trieb zu erfüllen und kein trieb.

    Zitat

    Ich finde binbin hat in mancherlei Hinsicht in meinen Augen nicht so unrecht, wenn er über Strafe schreibt. Eine kurze, emotionslose und »harte« Strafe kann um ein Vielfaches klarer und stressfreier sein, als der Weg über positive Verstärkung (Aber nicht beim Thema Stubenreinheit. Dort hat der Hund doch schon die innere Motivation es »richtig« zu machen, wozu dann strafen?). Und ja, in meinen Augen gehört Strafe zur Hundeerziehung dazu (Strafe beginnt für mich allerdings schon dort, wo ich meinem Hund meinen Willen entgegen seiner Motivation aufzwänge).

    Jetzt kommt das Aber: ich bleibe dabei, dass ich es völlig überzogen und auch unfair finde, einem Hund bei der Erlernung der Stubenreinheit eine zu scheppern. Und sich dann noch hinzustellen und zu behaupten, dass der Hund sich deshalb im Alltag gesittet benimmt, halte ich schon für äußerst gewagt.

    danke für deinen beitrag, schnappi!

    ich habe mir den ganzen thread durchgelesen und muss mich doch sehr wundern.

    ich persönlich habe nichts gegen eine situativ korrekte anwendung von abbruchsignalen und deren konsequenzen. allerdings nur, wenn der hund weiß, was man von ihm verlangt und auch in der lage ist, das abverlangte zu leisten (z.b. hund kennt das kommando "stop" in und auswendig, es wurde positiv aufgebaut und er ignoriert es aufgrund eines interessanteren reizes - als konsequenz fliegt ihm eine leine vor die füße und er wird sofort im stop positiv verstärkt). aversives arbeiten ist nur dann sinnvoll, wenn der hund weiß, was das gewünschte verhalten ist, der mensch ein supertiming, sowie ein gutes gefühl für angemessenheit hat und ein alternativverhalten antrainiert wurde und auch mit perfektem timing verstärkt wird.

    aber ein lebewesen für dinge zu bestrafen, die es nicht gar nicht leisten kann und die noch nicht einmal steuern kann finde ich babarisch.

    binbin, ich habe eine frage: warum findest du es o.k., einen hund zu klapsen, der seinen urin noch gar nicht halten kann? würdest du es auch o.k. finden als erstklässler, im matheunterricht eine reingedrückt zu bekommen, weil du noch keine funktionsrechnung kannst?

    oder einen klaps zu bekommen, weil du dich übergeben müsstest?

    ein welpe kann seine blase noch nicht einmal ansatzweise kontrollieren - das geht genausowenig, wie du einen massiven brechreiz unterdrücken kannst.

    wenn ein welpe in die wohnung macht ist genau einer schuld: nämlich du allein.

    ich finde es abartig, wie du mit deinem hund umgehst. nicht, weil du klapse verteilst. sondern, weil dein hund klapse in situationen ertragen musste, in denen er dieser strafe nicht entgehen konnte, weil er seine blase nun einmal nicht kontrollieren konnte.

    ich wünsche dir, dass du niemals in eine solche lage kommst, in die du deinen hund gebracht hast. wenn du als alter, pflegebedürftiger mensch mal in der situation bist, angeschnauzt zu werden, weil du in dein bett gemacht hast, weißt du in etwa um was es geht.

    honeyballs: natürlich haben hundesitter eine berufshaftpflicht, sie sind also abgesichert. und ich denke jeder dogwalker würde den hund im fall eines notfalls versorgen. was ist also dein problem? warum muss ein dogwalker für unfälle, die die genauso passieren könnten haften? oder auch für unfälle, die mit dem freilauf und hundekontakten zusammenhängen.

    nehmen wir mal folgendes szenario: ein anderer hh trifft sich mit dir in deinem garten. die beiden hunde spielen wild miteinander. auf einmal vertritt sich der fremde hund, weil er vor deinem weggeflitzt ist. folgen: kreuzbandriss (kostenpunkt: 1500 tacken und mehr.) das ist alles nur passiert, weil die hunde hier spielen durften. würdest du die kosten übernehmen wollen?

    und: rechne das mal 10 und dann kannst du dir in etwa ausrechnen, wie teuer so etwas werden kann

    übrigens: die private haftpflicht übernimmt garantiert solche dinge gar nicht.

    ich verstehe dich total gut, björn. mal ehrlich, liebe leute, habt ihr euch mal durchgerechnet, was ein gassigänger nehmen müsste, wenn er wegen jedem kram seine berufshaftpflicht in anspruch nehmen müsste? und ja, jeder professionelle gassigänger hat eine berufshaftpflicht. aber wie versicherungen nun einmal sind, steigen die beiträge bei beanspruchung.

    die berufshaftpflicht ist für ganz andere dinge gedacht, nämlich für absolute notfälle (z.b. hunde rennen auf die straße und verursachen einen heftigen autounfall).

    und das hier, was jogi geschrieben hat:

    Zitat

    Die Halter zahlen für Junghund/ Welpen Schäden an meinem Haus/ Auto oder mir keinen Cent. Obwohl jeder Kunde seine Haftpflichtversicherung bei mir angeben muss. Sie werden nur darauf aufmerksam gemacht. Diese Schäden zahle ich aus meiner Tasche. Dies ist mein Risiko, genauso wie es das Risiko eines Halters ist ihren Hund in meine Obhut zu geben

    habt ihr eine ahnung, was alles durch die hunde verschlissen/zerstört wird?

    habt ihr euch mal gedanken darum gemacht, wieviel vom umsatz am ende übrig ist?

    Zitat

    Wer zahlt Steuern, Versicherung, Waschmaschine, Maschmittel, Liegeplätze, Grundstück, Leckerli (hochwertig), alle Jahr neuen Staubsauger, Farbe für die Wand alle 6 Monate (wegen der flecke, die unkastrierte Rüden hinterlassen)?

    so sieht es nämlich aus.
    hinzu kommen fortbildungen/weiterbildungen, die allesamt so zwischen 3000 und 4000 tacken liegen.

    Zitat

    Dann nimm ne Autovermietung von der du nahezu gezwungen wirst eine Versicherung abzuschließen für den Fall das was passiert... Wäre das nicht der Fall und du bringst das Auto beschädigt zurück versuch mal dich vor den Kosten zu drücken..

    die versicherung zahlt hier, wie jogi schon sagte, der kunde. ach übrigens: trotz versicherung kann in diesem fall sogar der kunde zu zahlungen herangezogen werden.

    Zitat

    Würde mein Auto einfach mal rumspringen, mit anderen Autos toben, usw. ja dann würde ich den platten Reifen in Kauf nehmen.

    wenn man den vergleich so nimmt, würde es wieder passen. danke, murmelchen ;)

    Zitat

    Was man mMn nicht nur für 25€, sondern auch für 25ct erwarten kann ist dass der Kunde nicht auf Kosten des Tieres belogen wird.

    da bin ich ganz bei dir, dalai lina :gut:

    Zitat

    Ja, Kinder und Hunde toben, spielen, etc. Aber: Wenn sich ein Lebewesen jedweder Art in meiner Obhut befindet sorge ich dafür das Wunden, wenn sie denn passieren, auch vernünftig versorgt werden!

    Ich erwarte nicht das sie Kind/Hund in Watte packen, aber ich erwarte Sorgfalt von ihnen.
    Und diese Sorgfalt hat Huskymoms Pension arg vermissen lassen!
    Allein das erst gesagt wurde: Tierarzt hat geguckt und dann: Och ne, haben wir selber gesäubert hinterlässt ein sehr schlechtes Gefühl. Denn da ist dann der Gedanke bei mir im Kopf: Wenn die bei einer Pfote schon so Mist bauen, was machen sie erst sollte mal eine Beisserei sein? Oder ein Hund sich schwer verletzen?

    Und ihr professionellen Hundesitter hier im Thread: Darf ich also, weil ich euch vielleicht nur 10 Euro pro Gang zahle, von euch nicht erwarten das ihr meinen Hund ordentlich betreut?
    Darf ich nicht sagen: Wie, mein Hund wurde gebissen? Wie ist das passiert, wo warst du als es passiert ist und was hat der TA gesagt?

    aoleon: das sehe ich genauso und die anderen gassigänger im forum wahrscheinlich auch. natürlich muss der hund sofort und auch optimal versorgt werden, das sollte selbstverständlich sein. ein hundesitter, der den hund nicht optimal versorgt, der nicht die halter informiert und ihnen rede und antwort steht ist alles anderes als vertrauensvoll. das gehört natürlich dazu, ganz egal, was man als sitter verdient.

    aber die finanzielle verantwortung muss bei mir zumindestens der hh tragen (solange ich nicht vorsätzlich/fahrlässig gehandelt haben).

    Zitat

    Und da hier das Thema schlechte Bezahlung angesprochen wurde: Der Kindergartenbeitrag meines Sohnes war 35 Euro. Im Monat. Und ja, auch dafür habe ich erwartet das mein Sohn möglichst unversehrt nach Hause kommt und siehe da, so war es auch.
    In dem Preis war auch alles drin, also Toilettenreinigung, Trinken, Spielzeug, Reinigungsmittel etc. (Und das Mobiiar, die Deko, das Turnen, der Spielplatz, etc)
    Wie kommt es das es völlig okay ist das 2 Erzieherinnen für das Geld 25 Kinder einen Monat lang betreuen und das es völlig überzogen ist das auch von einem Hundesitter zu verlangen?
    Das ihr die Verantwortung für teilweise unerzogene Hunde übernehmt ist nichts anderes als was die Erzieherinnen machen, denn Kinder sind auch nicht per se erzogen.

    hier musste ich doch ein wenig schmunzeln ;)

    dein kitabeitrag ist nur ein winziger bruchteil von dem, was für einen kitaplatz monatlich gezahlt wird. dein beitrag ist hier ein kleiner zuschuss, zu dem, was staatlich finanziert wird. für 35 euro im monat könnte wohl keine erzieherin arbeiten, geschweige denn die kita finanzieren. 25 euro/monat decken gerade mal die essenskosten.

    im endeffekt ist die diskussion müßig.
    uns dogwalkern ist natürlich daran gelegen, die hunde bestmöglichst zu versorgen. natürlich bringt ein verantwortunsgbewusster hundesitter die hunde zum ta, wenn sie eine behandlung brauchen. jedoch wird kaum ein dogwalker eine solche behandlung aus eigener tasche oder durch seine versicherung zahlen. das ist einfach utopisch.

    ist ja auch wurscht: solange man klare absprachen hat, geht das ja auch alles.

    ich habe solche absprachen schriftlich getroffen und meine kunden sind zufrieden.

    Zitat

    Ey mal ohne scheiß, würdet ihr (alle) es akzeptieren, wenn ihr euer Auto zur Innen/Außenreinigung bringt, es abholen wollt und wegen nem platten Reifen nicht direkt nachhause fahren könnt ? Sondern euch erst mal darum kümmern müsst das der Reifen repariert oder ausgetauscht wird? Ich glaube kaum...

    Ich bezweifel auch ganz stark das ihr einsehen würdet dafür zu bezahlen bzw. die Mühe auf euch nehmen wolltet dafür zu sorgen das ihr nach Hause kommt..

    tut mir leid, hier vergleichst du äpfel mit birnen.

    es ist etwas komplett anderes, ob ich einen gegenstand, der sich nicht bewegt, in einer werkstatt abgebe oder einen hund, der sich bewegt oder sogar mit artgenossen interagiert, in einer pension abgebe.

    wenn mein auto eine innenreinigung bekommt, entsteht hier nicht das risiko, dass der reifen kaputt geht, weil sich das auto nicht in gefahr begibt.

    wenn ein hund herumläuft und mit artgenossen agiert enstehen verschiedene risiken:

    1. es gibt eine verletzungsgefahr (unfälle, beißattacken, spielverletzungen, verletzungen durch umwelteinflüsse)

    2. es gibt die gefahr einer ansteckung an krankheiten

    3. und bei gassigängern gibt es ebenso das risiko, dass der hund sich erschreckt und sogar wegläuft. das sollte nicht passieren, aber es kann passieren.

    4. bei ausführdiensten gibt es auch das risiko, dass irgendwelche hundehasser mal eben giftköder im auslaufgebiet verteilt haben (ist bei uns in berlin zur zeit so). hier sollte ein verantwortungsbewusster ausführdienst aufklären und notfalls mit maulkörben laufen. denn die aufnahme eines giftköders kann bei zehn hunden kaum verhindert werden...die meisten menschen schaffen das noch nicht einmal bei einem, obwohl sie fitte und gute hundehalter sind :/

    doch wenn sich ein hundehalter weigert seinem hund einen mk aufzusetzen bzw. wenn ich als gassigänger nicht weiß, dass in dem gebiet giftköder verteilt werden...soll der betreuer ernsthaft dafür haften?

    hunde sind lebewesen und genau hier liegt der unterschied zum auto, das in einer werkstatt rumsteht.

    sie leben und gehen damit risiken ein. sie bewegen sich in ihrer umwelt und sind damit gefahren ausgesetzt.

    ich gehe als hundehalter bewusst ein solches risiko ein, es sei denn, der hund wird einzeln und in einem sterilen umfeld betreut.

    da ich als hh dieses risiko bewusst eingehe, kann ich die verantwortung nicht einfach mal eben an die pension/den gassigänger abschieben, wenn solche verletzungen/krankheiten etc. entstehen.

    es sei denn, der betreuer handelt grob fahrlässig, indem er z.b. zwei unverträgliche hunde unabgesichert aufeinander loslässt oder eine sozial eher schwierige gruppe alleine lässt, nicht aufpasst, giftköder sieht und die hunde fröhlich dahinlaufen lässt und vermeidbare risiken eingeht.

    in solchen fällen ist der betreuer und seine versicherung für schadensfälle heran zu ziehen.

    und da der vergleich zu kitas kam: kinder verletzen sich auch in kitas, nur müssen diese verletzungen seltener in der form ärztlich behandelt werden. das liegt allerdings vornehmlich daran, dass das schmerzempfinden in erregungssituationen bei hunden extrem verringert ist und bei verletzungen durch kämpfe, hunde, im gegensatz zu kindern, mit einem messerscharfen gebiss und einer enormen kraft bzw. einem ganz anderen kampfeswillen ausgestattet sind, als kinder.
    wenn ein kind nem anderen die schippe auf den kopp haut, kann man immernoch schnell eingreifen, ohne, dass ein schaden entstanden ist.
    obwohl es auch hier grenzen gibt. wer schon einmal mit beißenden kindern zu tun hatte, weiß wie schwierig die betreuung eines solchen kindes sein kann.

    wenn aber ein hund nen anderen beißt, ist der schaden schon entstanden, auch wenn man sofort eingreift und man muss das "opfer" ärztlich versorgen.

    gewisse risiken sind also schon einkalkuliert.

    unfälle können passieren, aber die vorgehensweise im falle eines falles sollte vorher vertraglich geregelt sein.

    einen verletzten hund nicht dem ta vorzustellen und dann auch noch falschaussagen zu machen, würde diese tierpension für mich persönlich disqualifizieren.

    ich finde nicht, dass es ein fehler der pension ist, dass sich der hund an der pfote verletzt hat. ich finde auch nicht, dass eine pension finanziell für solche eventualitäten aufkommen muss.

    aber ich finde definitiv, dass die pension nicht richtig mit der situation umgegangen ist.

    die vorstellung beim tierarzt hätte sofort erfolgen müssen und wäre, meiner meinung nach, vom hh zu tragen. das sollte man vertraglich regeln. wäre der hund gleich richtig behandelt worden, wären die folgekosten auch nicht so enorm.

    ich würde in den hund in zukunft woanders betreuen lassen.

    Zitat

    Eben, die Eltern müssten also nichts zahlen.
    Ich finde da nichts dabei, zumindest mal zu fragen

    Letztlich könnte man immer noch sagen, dass der Ausführservice da fahrlässig gehandelt hat... ich weiß ja nun nicht, wie die Lage war, aber wenn der Hund beim "Unfall" angeleint war, finde ich schon, dass man das hätte verhindern können. Ich scanne grundsätzlich den Boden, wenn ich mit einem Hund unterwegs bin (natürlich auch wegen potenziellen... "Zwischenmahlzeiten", die sich der Hund sonst genehmigen könnte )

    mit einem hund kannst du das machen. wenn du mit ner gruppe unterwegs bist, bist du allerdings anderweitig beschäftigt.

    ich hab das vertraglich geregelt: unfälle/bisswunden, ansteckende krankheiten, die nicht aus fahrlässigkeit entsprungen sind müssen von den besitzern gezahlt werden, ebenso risiken, die durch den freilauf entstehen können. im notfall bin ich dazu berechtigt, eine klinik meiner wahl anzusteuern und den hund auf kosten der besitzer versorgen zu lassen.

    das unterschreiben die hh und im gegenzug dazu achte ich wie ein schießhund auf die hunde: hunde, die beschädigend beißen laufen mit mk, hunde, die neu in der gruppe sind mit sl. die hunde haben einen gewissen radius einzuhalten usw. usf. vor ecken müssen alle warten/im fuß laufen.

    ob ich solche dinge zahlen muss oder nicht hat meiner meinung nach gar nichts mit der sorgfaltpflicht zu tun. der komme ich nach, weil mir meine gruppe am herzen liegt.

    würde ich für jedes risiko, das eine gassi-gruppe, die sich in der öffentlichkeit bewegt, beinhaltet im zweifelsfall selbst in die tasche greifen müssen, würde ich keine gruppen führen. denn der gemeinsame auslauf beinhaltet einfach gewissen risiken.

    wenn ich z.b. kleinere und größere hunde miteinander laufen lassen, ist nun einmal die gefahr da, dass es im spiel verletzungen geben kann. dieses risiko muss der hundehalter eingehen, wenn er seinen kleinen hund in meine gruppe gibt. ich kann es durchaus verstehen, dass manche hundehalter ein solches risiko nicht eingehen möchten. aber dann kann ihr hund nicht mitlaufen.

    wenn ich mehrere hunde betreue, können sich nun einmal krankheiten/parasiten ausbreiten. um dieses risiko auszuschließen, müsste ich von jedem hundehalter einen täglichen tierarztbesuch mit blutbild und co fordern und selbst das würde gewisse krankheiten nicht ausschließen.

    wenn ich "schwierigere" hunde betreue gibt es auch das risiko einer auseinandersetzung. das wissen meine kunden, aber sie wissen auch, dass ich dementsprechend absichere.

    kommt es hier zu einer auseinandersetzung, kann es im ungünstigsten fall zu eine verletzung durch einen mk-stoß kommen.
    und dieses risiko muss auch der kunde eingegehen, was nicht heißt, dass sich hunde bei mir kloppen dürfen.

    ebenso sieht es aus mit reinstürmenden fremdhunden, bekloppten fahrradfahrern und co. ich kann nicht die ganze welt kontrollieren.

    ich hab teilweise hunde in der gruppe, die ansonsten von anderen ausführdiensten nicht genommen werden würden, aber ich nehme sie gerne. aber das finanzielle risiko müssen die halter eben tragen.