martina, ich erkenne an beiden methoden einige haken.
wenn ich nur negatives verhalten korrigiere, lernt mein hund nicht, was ich von ihm verlange, sondern nur das, was ich nicht will. er wird meiden, aber kein erwünschtes verhalten zeigen.
zusätzlich dazu baut sich enormer frust, erlernte hilflosigkeit auf. mal abgesehen vom armen hund: andauernd gedeckelte hunde gegen irgendwann zwangsläufig in die luft oder zerbrechen an dem druck.
nicht toll.
aber nur erwünschtes verhalten zu bestätigen und die situationen nur so zu gestalten, dass eine vermeintliche win-win-situation entsteht finde ich auch nicht sinnvoll, da jedes soziale lebewesen auch eine klare grenzsetzung braucht, um die welt zu begreifen.
ich müsste, wenn ich nur über bestätigung arbeite, den hund erheblich einschränken, damit er sich nicht selbst über die umwelt in ungewünschter form bestätigt.
einen hund über einen langen zeitraum in seiner bewegung so stark einzuschränken finde ich sehr viel unfairer, als ihm in den richten situationen zu zeigen, was ich möchte, aber auch, was ich nicht möchte.
ich kenne mehrere hunde, die mit artgenossen unverträglich sind, teilweise gleichgeschlechtlich, teilweise auch gegengeschlechtlich.
sie nur über bestätigung zu arbeiten würde in der endkonsequenz bedeuten, dass sie immer mit einer leine gesichert laufen müssten, damit sie eben kein unerwünschtes verhalten zeigen.
das ist, in meinen augen, kein tolles hundeleben.
ich habe hunde in meiner gruppe, die bisher in ihrem leben von hundekontakten fern gehalten wurden, da man sich scheute, grenzen so klar zu setzen, dass sie aktzeptiert wurden.
das bedeutet auch, dass diese hunde teilweise nicht ohne leine laufen können.
in meiner gruppe können sie das, weil ich ihnen in den erforderlichen situationen gezeigt habe, was ich nicht möchte und jeden funken korrektes verhalten überschwänglich bestätigt habe.
dadurch haben sie enorme freiheiten, die sie einfach nur genießen.
ich finde grenzen und ein positives feedback gehören genauso zusammen wie jing und jang.
ich finde es absolut fair, meinem gegenüber immer und konsequent ein feedback darüber zu zu geben, was sich von seinem verhalten halte - auch wenn es heißt, dass ich auch mal deutlich sage, dass mir etwas nicht gefällt.
erziehung ist mehr als das hier vielzitierte erlernen von beispielsweise subtraktion und addition.