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Mit Packleader hat das wenig zu tun, trotzdem ist was wahres dran.
Klare Regeln, Ruhe, Strukturen sind etwas wovon Hunde im allgemeinen und Hunde mit Verhaltensauffälligkeiten profitieren.
Wenn ein Hund lernt dass er erst durch die Türe kommt, wenn er ruhig und gesittet wartet, dann verlassen wir schon in ganz anderen Grundstimmung das Haus, was gerade bei Hunden mit Neigung zu reaktiver Aggression von großem Vorteil ist.
Wenn ein Hund meine Aufmerksamkeit und Nähe nicht unbegrenzt zur Verfügung hat, so ist sie ihm durchaus mehr wert.
Wenn ein Hund dazu neigt Resource zu verteidigen, so macht es durchaus Sinn diese so zu kontrollieren, dass zunächst kein Konflikt aufkommen kann
Wenn ein Hund dazu neigt Territorialaggression zu zeigen, macht es Sinn ihn nicht direkt an den strategisch wichtigen Punkten liegen zu lassen.
So kann man die Liste lange weiterführen.
Mal ganz davon abgesehen dass ich es schlicht praktisch finde bei 5 Hunden, wenn nicht alles als wilde Meute zur Tür herrausstürzt, bloß weil diese aufgeht.
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das unterschreib ich komplett. gerade, wenn man eine hundegruppe führen möchte, muss eben die gesamte stimmung der gruppe, sowie deren impulse kontrollieren können. da ist tatsächlich die art aus der tür zu gehen/aus dem auto zu steigen sehr entscheidend für den verlauf des weiteren spaziergangs/die beziehung.
es macht schon sinn, die freiheit des hundes nach seiner erregungslage und ansprechbarkeit zu sortieren.
in meiner gruppe müssen die hunde, wenn ich sie aus dem auto hole, erst einmal ablegen und dann gehen sie im "schlampigen fuß" erst einmal gemeinsam mit mir los. da dulde ich auch keine überholer, pinkler, am-arsch-schnüffler. da wird bei mir gelaufen und punkt. erst, wenn ich das gefühl habe, dass alle hunde "gesettet" sind, geht es ruhig und langsam in den freilauf.
würde ich das nicht machen, hätte ich wohl schon am auto ne erste klopperei, da ich auch hunde mitnehme, die nicht so nett sind 
meine hunde dürfen übrigens wirklich erst nach mir aus der tür und müssen in der situation hinter mir bleiben.
der sinn dabei ist ganz klar: ich möchte, dass der spaziergang ruhig beginnt und gleichzeitig bin ich als führender part verpflichtet, die welt da draußen abzuchecken.
bei meinen hunden ist das absolut sinnvoll, da sie sonst im falle des falles diese aufgabe freudig übernehmen und das könnte unangenehm werden, wenn nachbars hündin, die gerne mal kläffend auf uns zurast und uns umkreist um die ecke schießt :)
zusätzlich setze ich gleich am anfang des spaziergangs eine grenze, die einerseits die energie etwas herunterfährt und andererseits meine position als entscheidener part noch einmal verstärkt.
wenn man hingegen einen absolut phlegmatischen, ruhigen und souveränen hund hat, der mit seiner umwelt und sich absolut im reinen ist und menschen/hunde ignoriert ist es wiederum wurscht, wer wann aus der tür geht. obwohl es vielleicht auch hier, je nach besiedelung, eine frage der rücksichtnahme gegenüber anderen menschen ist, dass eben doch zuerst hinaus geht.
es gibt ja auch menschen, die angst vor hunden haben und panik bekommen, wenn da ein hund aus einer geöffneten tür geht.
auch ist es sehr sinnvoll, hunden, die dazu neigen ihren menschen zu kontrollieren (und unerwüscht zu "beschützen"), phasenweise plätze zuzuweisen, die ihnen die kontrolle entziehen, um eine basis für die arbeit an der baustelle zu haben.
auch die vermeidung von sozialer übersättigung macht absolut sinn, wenn man beispielsweise einen hund hat, der stark nach außen orientiert ist.
wenn man einen hund hat, der ruheplätze oder auch den menschen als ressource kontrolliert, macht es ebenfalls sinn, ihn eben nicht im bett pennen zu lassen, sondern ihm einen eigenen schlafplatz zuzuweisen, damit er versteht, dass dieses verhalten nicht erwüscht ist.
allerdings sind das alles puzzleteile innerhalb eines trainingsplans, die zwar wichtig sind, aber keinen perfekten hund zaubern, wie es manche bücher vorgaukeln.
es sind ersatzkonflikte, die in meinen augen auch sehr wichtig sind und klar gelöst sein sollten.
denn mal ganz ehrlich: wenn ich nicht in der lage bin, ruhig und leinenführung aus der tür zu gehen bzw. den hund auch mal an strategisch wichtigen punkten hinter mich zu schicken bzw. ihn vor seinem napf ein paar sekündchen warten zu lassen, kann ich nicht erwarten, dass mein hund meine fomme bitte respektiert, keine fremdhunde zu verspeisen, obwohl diese doch so lecker sind.
und wenn mein hund innerhalb der wohnung futter/ruheplätze oder seine bezugspersonen kontrolliert, kann ich nicht erwarten, dass draußen alles tutti ist. das geht einfach nicht.
sicherlich sind wir keine "alphawölfe". trotzdem müssen wir unsere hunde führen und das funktioniert einfach in den seltensten fällen in einer gleichberechtigten partnerschaftlichen beziehung.
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Das sind aber doch alles Regeln, die einem schon der gesunde Hunde-Menschenverstand vorgibt - wenn sowas inzwischen als "dog whispering" gilt, sagt das schon enorm viel darüber, wie sehr genau dieser Verstand den Bach runtergeht.
leider ist das schon lange nicht mehr so. zuhause geht es im wahrsten sinne des wortes über tische und bänke, die hunde werden nur geknuscht und geknuddelt, es gibt keine regeln und der spaziergang beginnt mit einem quietschenden, jankenden hund, der schreiend an der leinen zur tür rauszerrt. und dann wundert man sich darüber, dass der hund draußen andere hunde plattmachen will. in der praxis ist das sehr, sehr häufig.
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Nicht "Wie bestrafe ich das unerwünschte weg?
Und in den allermeisten Fällen geht das erste ohne das zweite. Auf jeden Fall aber kommt das erste vor dem zweiten und vor dem zweiten kommt erst noch Management.
Und in dem was ich bisher gesehen habe kommt bei Herrn Millan Eins so gut wie nicht vor. Management, so wie die meisten fachkundigen Trainer es betrachten kommt auch nicht vor - im Gegenteil. Wie schon mal geschrieben, die Hunde werden ständig in Situationen gebracht, die sie einfach nicht händeln können. Nur damit Herr Machomän sein Machismo dran ausleben kann...
