kirsten, vielleicht würde dir hier ein trainer helfen, der dir hilft, deinen hund zu führen, also ein mentaltraining, in dem du führungsqualitäten erlernst, der aber gleichzeitig nicht einseitig arbeitet.
leider gibt es fast nur noch extreme, wenn es um hundehaltung geht: auf der einen seite gibt es viele trainer, die alles übers meiden klären wollen, teilweise mit roher gewalt den hund niederprügeln, um ihn dann in der erlernten hilflosigkeit wieder "aufzubauen", damit der hund nix mehr macht.
oder eben leute, die es total normal finden, dass ihr hund eben nicht für erwünschtes verhalten bestätigt wird, sondern nur verwarnt und ggf. bestraft wird, wenn er gegen für ihn undurchsichtige regeln verstößt.
oder auch die andere fraktion, in der jegliche körperlichkeit ein verbrechen am hund ist, eine klar gesetzte grenze, die eben auch einmal über ein kurzzeitiges meiden gehen kann an brutalität grenzt und alles über marker und belohnung laufen muss.
ich finde übertreibungen in keine richtungen gut, es gibt mindestens vier bereiche in der lerntheorie, die wir nutzen können und zusätzlich dazu unsere eigene sozialkompetenzen, sowie unser bauchgefühl. hunde sind individuen. es kann niemals eine methode für alle geben, jeder hund braucht situativ andere hilfestellungen, grenzsetzungen und motivationen, um sich in seiner welt zurecht zu finden. hierbei ist einseitigkeit (ganz egal, in welche richtung) in meinen augen nicht hilfreich.
auf der einen seite finde ich es wichtig, seinem hund sagen, was man von ihm möchte und ihn in richtigem verhalten (z.b. dem entspannten anschauen eines stressors) zu bestärken. auf der anderen seite finde ich es ebenso wichtig, klar zu kommunizieren, was man nicht möchte, aber erst, nachdem der hund weiß, was ich von ihm verlange, vorher finde ich das unfair. das geht natürlich nicht im höchsten stresslevel, weil es da einfach mal unverhältnismäßig heftig werden müsste, aber auch hier kann, genau wie beim z+b ein klarer plan mit einer langsamen reizerhöhung sinnvoll sein, natürlich nur mit einer sofortigen bestätigung des erwünschten verhaltens.
sehr oft wird hier gefragt, wie denn eine grenzsetzung aussähe. genau kann man es nicht formulieren, da die art der einwirkung doch sehr vom hund, der situation und der reizlage abhängt. für den einen ist ein strenger blick ein wirksamer unterbrecher, der andere reagiert auf einen etwas schärferen tonfall und der nächste braucht vielleicht eine stärkere einwirkung, um sein verhalten zu unterbrechen. wie die einwkrung genau aussieht, lässt sich glücklicherweise niemals pauschal beantworten.
jente: wie willst du denn ein wildsicheres verhalten formen, ohne das anzeigen des wildes zu verstärken? gerade das anzeigen ist doch eigentlich ein absolut brauchbares und sinnvolles verhalten, in irgendeiner form müssen hunde auch wenigstens einen kleinen des jagdverhaltens ausleben, ansonsten wird es deinem wahrscheinlich sehr schwer fallen, sich bei wildsichtungen zu beherrschen. was du aber machen kannst, ist auf der seite die anzeige zu verstärken und auf der anderen seite, jedes übetreten der anzeige komplett zu verhindern. hier brauchst du aber wieder ein gutes abbruchsignal.