ich sitze da wahrscheinlich - wie immer - zwischen den stühlen.
ich finde es enorm wichtig, hunde zu motivieren und erwünschtes verhalten zu bestätigen und dem hund zu zeigen, was sich von ihm möchte. ohne motivation und bestätigung geht meiner meinung nach nix.
ich habe kein problem damit, unerwünschtes verhalten zu korrigieren und ich habe auch kein problem mit der tatsache, dass ein hund nicht in einer demokratie lebt, sondern eher in einer klar strukturierten gemeinschaft, in der er ganz klar seine bedürfnisse im zweifelsfall unter meine signalkontrolle stellen muss, da wir in einer menschlichen gesellschaft leben, in der ich als mensch einen wissensvorsprung besitze.
ergo gibt es ein klares machtgefälle zwischen mensch und hund, in dem der mensch führen muss. ich bin demzufolge der formal dominante part in der mensch-hunde-beziehung, wenn ich meinen hund verantwortungsvoll führen möchte. ob man das nun rudelführer, chef or whatever nennt: fakt ist, dass es ohne eine klare führung nicht funzt, ganz egal, wie man es dreht und wendet.
ich persönlich hab weiterhin nichts gegen körperlichkeit in der hundeerziehung, solange diese dem hund/der situation angepasst ist. ich arbeite teilweise sehr körperlich und auch sehr viel mit körpersprache, was übrigens nicht heißt, dass ich die hunde mit schmerzen erziehe.
ich finde abbruchsignale und co absolut nicht schlimm und hab auch kein problem damit, wenn leute hierfür ein "ksssscht" oder sonstewas nutzen. ich finde es ebenfalls auch nicht schlimm, wenn hunde aufgrund eines (selten genutzten) abbruchsignals in ein kurzes meideverhalten fallen, solange sie danach im alternativverhalten sofort bestätigt werden.
kurzum: ich selbst arbeite mit klaren JAs und NEINs und beide seiten können je nach hund sehr unterschiedlich ausfallen.
was ich allerdings schlimm finde: hundeausbilder, die es nicht für nötig erachten, ihrem schützling erst einmal freundlich zu erklären, was sie von ihm wollen, hundetrainer, die es anscheinend unwichtig finden, ein alternativverhalten zu erarbeiten und hundetrainer, die mit kanonen auf spatzen schießen, wenn es um die durchsetzung ihrer interessen geht, sowie hundeausbilder, die alles mögliche durch einschüchterung/meideverhalten erreichen wollen. also hundetrainer, die es klasse findet, wenn der hund nur noch mit eingekniffenem schwanz im dauermeidemodus neben ihnen herschleicht, hundetrainer, die nur NEINS kennen und jedes problem mit dominanztheorien angehen wollen, menschen, die die worte "motivation", "vertrauen" und "bestätigung" nicht kennen. das finde ich persönlich sehr schlimm.