Beiträge von Lucanouk

    ich würde jetzt ebenfalls keine ferndiagnosen stellen, aber eins ist mir sehr klar aufgefallen:

    der hund kommt zu dir und dann murrt er, wenn du ihn anfasst. ich könnte mir vorstellen, dass dein hund schon in gewisser weise gerne die karten nimmt, die ihm geboten werden (er darf entscheiden) und daraus regeln für das zusammenleben bzw. seinen status ableitet. und diesen scheint er wahrscheinlich an einer ganz anderen stelle zu sehen, die du sehen möchtest. nein, es geht hier nicht um alphas und omegas, sondern einfach ganz klar um soziale rollen innerhalb eines engen sozialverbandes.

    ich würde den hund nicht mit leckerchen ablenken, um ihn dabei zu streicheln. denn ich glaube, da doktert ihr an symptomen herum. ich würde ganz ernsthaft allgemein das zusammenleben mit hund überdenken und auch einen trainer suchen, der da ganzheitlich drauf schaut.

    ich würde mir aber definitiv eins ganz klar machen: jede aktion geht vom menschen aus, nicht vom hund. egal, ob es sich dabei um zuneigung und ansprache, futter oder spiel handelt. ein hund, der mir dermaßen begegnen würde, würde niemals gestreichelt werden, weil er gerade kommt, sondern nur, wenn ich ihn zu mir rufe.

    denn schließlich ist es dein körper, deine individualdistanz. gerade über die kontrolle der eigenen individualdistanz oder manchmal auch der individualdistanz der anderen wird respekt im hundereich erarbeitet.

    mal hier ein bild: stell dir mal nen chef vor. würden da die mitarbeiter zu ihm hingehen und ungefragt seine imtimsphäre unterschreiten (z.b. den arm um ihn legen) wäre das schon extrem merkwürdig, oder?

    noch merkwürdiger und verschobener würde das bild werden, wenn die leute zusätzlich dazu auch noch auf annäherungen seinerseits mit drohungen reagieren würden, oder?

    du bestimmst, wie nah dir der andere kommen darf.

    hunde orientieren sich an dem, der die regeln macht. das hat nix mit alphawurf und co zu tun, sondern einfach damit, dass hunde soziale lebewesen sind.

    es gibt einige hunde, bei denen nachlässigkeiten von geringer bedeutung sind. die können tausendmal vom menschen durchgeknuddelt werden, wenn sie kommen, dürfen alles selbst entscheiden, haben immer futter zu stehen, dürfen überall rauf- oder runterklettern ohne freigabe, dürfen frei entscheiden, wofür sie sich draußen interessieren, spielzeug ist immer zur freien verfügung und liegeplätze können komplett selbst gewählt werden. und trotzdem sind sie auf ihren menschen fixiert und fügen sich sehr gut in die menschliche gesellschaft ein, drängeln sich nicht am menschen vorbei usw.

    aber diese hunde sind eher selten.

    die meisten hunde brauchen schon, einige mehr und andere weniger, ressourcenbedingte einschränkungen, damit sie ihren platz innerhalb der familie finden. und genau diese einschränkungen verbunden mit rassegerechter auslastung führt dazu, dass sich diese hunde wohl fühlen. und gerade riesen und dobis neigen dazu ihre umwelt sehr genau und auch sehr wertend wahr zu nehmen. was für dich als halter eine bagatelle darstellen kann, kann für den hund ein ganz klarer beweis für fehlende führungsqualitäten sein.

    es geht hier nicht darum ansprüche gegenüber dem hund gewaltsam durchzusetzen, sondern mit kleinen aber feinen nuancen den hund durch den alltag zu führen und ihm unterstützung zu bieten.

    ein buch, das ich dir hierzu empfehlen kann: "ich lauf schon mal vor" von thomas baumann.

    viel erfolg!

    genial, was ihr für kosenamen habt. besoders lustig finde ich die, die aus namensabwandlungen entstanden sind und am ende irgendwie gar nix mehr mit dem namen an sich zu tun haben.

    bei uns ist luca meistens schlumpi, lumpi oder süßer.

    aber anouk hieß ne weile annü, dann pannü, dann panie und dann japanie...und so wird sie auch teilweise gerufen, obwohl ich finde, dass es total blöde klingt.

    oder schnuki-nouki.

    kessy hieß immer kerstin :headbash:

    shaela: so wie ich dich verstanden habe, sollte man seinen hund ganz klar sichern und dafür sorge tragen,d ass er andere nicht verletzt. in diesem punkt gehe ich ganz klar mit. dafür braucht man nicht mal unbedingt einen mk.

    was man aber wirklich braucht ist die möglichgkeit andere hunde auf abstand zu halten.

    stell dir mal folgende situation vor (ist ne beispielsituation): ein angstaggressiver hund an der leine und sehr aufdringlich temperamentvoller schäfi, junghund meinetwegen. hört noch nicht 100%ig. der ängstliche hund trägt sogar einen mk. doch der schäfi ist nicht zurück zu pfeifen und stürzt auf den angeleinten hund zu. in den weg stellen und körpersprachliches wegschicken bringt nicht viel, da dieser hund in seinem leben noch keine ernsthaften begrenzungen (weder durch hunde, noch durch menschen) erfahren hat.

    was für möglichkeiten habe ich?

    a.) ich lasse den schäfi reindonnern, mein hund kann ja nicht beißen (die nächsten spaziergänge mit dem ängstlichen hund werden ihn und mich aber leider noch sehr lange an die situation erinnern). da der ängstliche hund natürlich auch bellt, droht u.s.w. schlägt das verhalten vom schäfi um. da ist alles drin: mobben, stänkern, beuteverhalten - je nach verhalten des ängstlichen hundes -, offensivaggressionen etc.

    b.) leine ab und mk ab - auf die gefahr hin, dass der ängstliche hund flieht und gemobbt wird oder ne heftige beißerei entsteht.

    c.) ich wehre den fremden, zwar noch freundlichen, aber nicht sozialen hund (nein, ein vernüftig agierender hund rennt nicht rein - jungspunde machen sowas gerne, weil sie eben noch nicht gelernt haben, dass es dinge gibt, die ein no-go sind) ab, natürlich verhältnismäßig, aber so, dass es klappt. nicht jeder hund geht auf ein "hau ab!" weg. ich trete da nicht zu, aber nutze dennoch völlig ohne schlechtes gewissen einen leinenwurf etc. pp.

    ich bin der meinung, selbst in einem abgesicherten modus (bzw. gerade dann) hat ein fremder hund nix an meinem hund zu suchen. punkt. gerade wenn mein hund durch leine oder sogar zusätzlich noch mk abgesichert ist, fühlt er sich doch viel eher eingeengt und wehrlos.

    und dann bin dran, den hund zu schützen. ein tritt ist sicher nicht die feine englische art, ganz klar. aber je nach hund muss man seine abwehrmöglichkeiten variabel einsetzen. ich halte tritte nicht für sinnvol, gerade, wenn der eigene hund leinenaggressiv ist.
    allerdings würde ich den hund abwerfen und zwar auch schon, wenn er den 1 meter-radius unterschreitet.

    eben, damit nix passiert.

    und das wird auch nicht allen besitzern schmecken.

    doch wenn man danach geht, wird man auch nicht glücklich. hab ich gerade letztens erlebt: hundi prescht rein. mensch 300 meter entfernt. ich dreh mich im kreis herum und wehre den hund ab, besitzer latscht langsam heran. ich hab noch nix gesagt, da nölt der schon im absoluten stänkerton los, warum ich denn meine hunde nicht abmache...ich war echt verärgert...hallo geht's noch?

    gerade diesem autobahn-argument frage ich mich immer wieder, was man denn mit ziellos herumirrenden menschen machen würde, die eventuell innerhalb der nächten 2 km auf die autobahn laufen könnten. ist doch dasselbe in grün. wenn die jemand erschießen würde, würde der jeniege im knast landen. und hier? es ist ja nur ein hund.... :/

    so sind se teilweise....sind auch meistens kerle, die ihre hunde in meine leinen reinbrettern lassen wollen.

    vielleicht musst du ihm noch mal ganz in ruhe erklären, worauf es ankommt. manchmal muss man es nur ganz genau sagen und dann klappt es. viele männer "arbeiten" doch geren nach anweisung (ist doch im haushalt genauso, da musste schon sagen, was gerade passieren muss).