Beiträge von Lucanouk

    zum taillenthema: es gibt sehr schlanke hunde mit einem schmalen brustkorb, die extrem augeprägte muskeln an der taille haben, so dass diese von oben auf einem foto nicht als solche klar erkennbar ist, obwohl die rippen schon zu sehen sind. und wiederum gibt es hunde, die durch ihren total breiten brustkorb selbst noch taille haben, wenn sie eindeutig fett sind.

    bitte macht euch diesbezüglich nicht verrückt.

    ich benutze auch ab und zu wurfgeschosse (sehr selten), entweder zur bestätigung oder zur impulskontrolle. jedoch sollte man sich darüber im klaren sein, dass ein starker beutetrieb schon dem suchtverhalten sehr ähnlich ist und mit spiel herzlich wenig zu tun hat.

    mit diesem hintergrundwissen im kopf sollte man sich schon ganz klar überlegen, ab welchem punkt es kritisch wird.
    denn sucht bedeutet auch unglaublichen stress für hunde.

    hatte letztens ein schönes seminar bei herrn gansloßer, bei dem es u.a. genau darum ging. war sehr spannend und ich kann diesen mann wirklich einigen ans herz legen.

    in wiefern die einzelnen hunde süchtig sind, kann hier keiner im internet beurteilen. wenn jedoch alles andere ausgeblendet wird hört sich stark danach an.

    zum thema ball empfehle ich das verhalten des hundes im spiel in bezug auf folgende grundsätzlche aspekte des spielverhaltens zu hinterfragen:

    - rollenwechsel (auch im solitärspiel vorhanden, es gibt hunde, die in geradezu alberner manier sich selbst den ball vor die füße werfen, sich mal mit den pfoten, mal mit dem ganzen körper drauf stürzen, dabei ein spielgesicht aufsetzen)

    - entspannte "luxusbewegungen", z.b. in dem fall ein albernes pfötelndes zum-ball-gehopse

    - vermischung von funktionskreisen

    - und zu guter letzt: spielverhalten als solches ist nur möglich, wenn die situation entspannt ist und nimmt im allgemeinen bei erwachsenen einen geringen teil der tagesenergie ein

    enomis, du hattest ja geschrieben, dass dein hund andere hunde nicht mehr wahrnimmt. das er nu auf den moment wartet, in dem der ball rausgeholt wird.

    wenn ein hund völlig fixiert auf seinen ball ist, sind die kriterien des spielverhaltens nicht erfüllt. ein ballfixiertes darauf-zuschießen (ohne luxusbewegungen) und umwelt-ausblendends verhalten hat nichts mehr mit spiel zu tun. hier zeigt der hund reine jagdsequenzen und es ist absolutes suchtverhalten, ähnlich einer stereotypie. auch das permanente auf-den-ball-fixiert-sein widerspricht sehr deutlich der tatsache, dass spiel nur einen geringen teil der tagesenergie einnimmt.

    suchtverhalten in bezug auf jagdobjekte macht das leben mit einem solchen hund sicherlich um einges leichter, da dieser nichts anderes mehr wahrnimmt. für den hund bedeutet es genauso abhängigkeit, wie für einen alkoholiker oder junkie. das ist heutzutage durch die hirnforschung bewiesen. es ist im endeffekt nichts anderes, als wenn der hund seinen eigenen schwanz jagd.

    ob du das in kauf nehmen möchtest?

    kleine ergänzung zu den anderen wichtigen punkten: ich finde es auch unglaublich wichtig, dass der trainer nicht nur zeigt, dass eingegriffen wird, sondern auch, wann ein eingreifen notwendig wird. denn ein zu frühes eingreifen hemmt die entwicklung von konfliktverhaltensweisen. es ist ebenso wichtig, auch eigene lösungsmöglichkeiten zu entwickeln wie den schutz des menschen zu genießen.

    ein zu spätes eingreifen zerstört das vertrauen des hundes in seine umwelt, einschließlich seines besitzers.

    die kunst des trainers ist es hier, eine kleine harmlose kabbelei bzw. einen kleinen handfesten streit von einer bedrängenden ausweglosen situation zu unterscheiden und die besitzer in sachen körpersprache und eingreifmöglichkeiten zu schulen.

    ebenso wichtig finde ich es, dass möglichkeiten gesehen werden, schon früh verhaltensauffällige hunde in angepassten gruppen unterzubringen, also nicht nur nach wochenangeben, sondern auch nach entwicklungsstand zu entscheiden.

    leinenaggressionen haben, neben führungsfehlern des halter, auch sehr viel mit der grundstruktur des hundes zu tun:

    ist der hund ein cortisol- oder adrenalingesteuerter typ?

    wie ist der hund aufgewachsen, wie verliefen die ersten lebenswochen bzw. monate usw.?

    wie ist die genetische disposition bzw. die physische verfassung?

    wie ist sein allgemeines verhalten?

    wie konfliktfähig ist der einzelne hund?

    wie häufig sind negative übergriffe anderer hunde?

    wie wird dagegen vorgegangen?

    wie selbstständig bzw. bindungsfähig ist der hund?

    all diese faktoren (und noch viele andere) entscheiden darüber, wie hunde mit stress, wie z.b. übergriffen durch andere hunde umgehen.

    deshalb einfach zu sagen, man selbst kenne das problem nicht, deswegen liegt es nur am halter ist sehr einfach gedacht und zeigt mir persönlich, dass an dieser stelle eine menge erfahrung mit verhaltensauffälligen hunden fehlt.